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Die Mannschaft hat er hinter sich: Klaus Thurnhuber (vorne M.), der seine dritte Bürgermeister-Amtszeit anpeilt, mit den FWG-Gemeinderatskandidaten. 

Kommunalwahl 2020 in Warngau

Nach Stierattacke: Thurnhuber peilt dritte Amtszeit als Bürgermeister an

Der Kämpfer meldet sich auf dem politischen Parkett zurück: Klaus Thurnhuber kehrt nach mehreren Monaten mit einem klaren Ziel vor Augen zurück. Der 55-Jährige nimmt seine dritte Amtszeit als Warngauer Bürgermeister ins Visier. Die Freien Wähler haben ihn nun nominiert.

Warngau Bürgermeister Klaus Thurnhuber zeigte bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler Gemeinschaft Warngau-Wall im Gasthof Zur Post erstmals seit Monaten wieder auf öffentlicher Bühne Präsenz. Seit dem schlimmen Stierangriff auf seinem Hof im Juni, bei dem er schwerst verletzt wurde, kämpft sich der verheiratete dreifache Vater und Landwirt zurück. Seine Mannschaft hat er geschlossen hinter sich: Einstimmig haben ihn die 42 stimmberechtigten Anwesenden abermals als Bürgermeisterkandidat nominiert.

Lange Worte sparte sich Thurnhuber an dem Abend, machte aber deutlich, dass er bei noch laufender Reha die Rückkehr ins Rathaus für weitere sechs Jahre mit Tatendrang anpeilt: „Wenn das so weitergeht, fühl ich mich kräftig genug, dass ich wieder euer Bürgermeister sein kann.“ Im Januar, verrät Thurnhuber auf Nachfrage, will er von der stationären in die ambulante Reha wechseln, um vor Ort zu sein.

Bürgermeister führt zur Kommunalwahl auch die FWG-Gemeinderatsliste an

Die Versammlung setzte Thurnhuber auch auf Platz 1 der Liste für die Gemeinderatswahl – Absprachen mit anderen Gruppierungen im Ort, die entgegenstünden, gibt es nicht. Mit Andrea Anderssohn (Grüne) hat Thurnhuber bereits eine Mitbewerberin ums Bürgermeisteramt, noch diese Woche will die CSU ihren Kandidaten aufstellen.

Zu den drängendsten Fragen zählt für Thurnhuber, der auch Stellvertretender Landrat ist, natürlich auch die nach erschwinglichem Wohnraum und Wohneigentum. Da die Kommunen die Preisspirale nach oben insofern kaum bremsen könnten, als sie bei Verkäufen mindestens die Hälfte des Bodenrichtwerts verlangen müssen, brauche es neue Modelle. Erbpacht könnte eines sein meint Thurnhuber. Es sei zu klären, ob bei Familien der Wunsch nach Eigentumswohnungen wächst, die einfacher zu finanzieren wären als ganze Häuser. „Wir müssen neue Formen finden“, sagt Thurnhuber, „das ist eine Mammutaufgabe.“ 

Und nach wie vor müsse die Gemeinde flexible Möglichkeiten für die Kinderbetreuung weiter ausbauen, wobei Thurnhuber schon laut an eine Art Großtagespflege gedacht hat. Eltern, die Wohneigentum finanzieren, müssen in aller Regel beide arbeiten. Die Buchungszeiten, findet Thurnhuber, müssten da an die Realitäten der Familien angepasst werden, viele Berufstätige haben keine Arbeitszeiten von 8 bis 16 Uhr. Das Wahlprogramm der Freien Wähler will Thurnhuber aber erst in Abstimmung mit den Kandidaten für den Gemeinderat ausarbeiten.

Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Alle Bürgermeister- und Landratskandidaten im Überblick

Die wurden unter Wahlleitung von Max Obermüller ebenfalls aufgestellt, während sich FWG-Landratskandidat Andreas Hallmannsecker vorstellte. Nur zwei Kandidatinnen stehen 14 männlichen Bewerbern für den Gemeinderat gegenüber – mehr hatten sich nicht zur Kandidatur bereit erklärt. Dabei verabschieden sich ausgerechnet die beiden Frauen in der FWG-Fraktion zum Ende der Amtszeit aus dem Gemeinderat: Manuela Gschwendtner und Marlene Hupfauer, die inzwischen auch als Kreisbäuerin viele Termine hat und 2020 auf der FWG-Liste für den Kreistag antritt. Ihre Kollegen Anton Bader, Max Bauer und Josef Gschwendtner treten abermals an.

Die FWG-Kandidaten für die Gemeinderatswahl in Warngau

1. Klaus Thurnhuber, 2. Max Bauer, 3. Anton Bader, 4. Josef Gschwendtner, 5. Florian Rank, 6. Harald Stanke, 7. Margarethe Waldschütz, 8. Benedikt Holzner, 9. Klaus Sixt, 10. Kathrin Bacher, 11. Gerhard Thurnhuber, 12. Peter Poensgen jun., 13. Hans Eder, 14. Hannes Waldschütz, 15. Rudolf Huber, 16. Thomas Engl.

Lesen Sie auch: Klaus Thurnhuber im ersten Interview nach der Stierattacke: „Ich hatte viele, viele Schutzengel“

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