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Der Verkehr fließt wieder: Auch der Anschluss des Westastes der Kreisstraße MB 19 (l.) an die abgesenkte B 318 ist geschafft. Der Ge hsteig auf der Überführung soll bis Oktober fertiggestellt werden.

Nachlese im Gemeinderat zur Tieferlegung der B318 in Warngau

Begehrlichkeiten und ein großer Fauxpas

Es fließt wieder in Warngau: Nach gut zwei Jahren Bauzeit und diversen Sperrungen sind die Tieferlegung der B 318 und die Grünbrücke für die MB 19 im Wesentlichen freigegeben. Im Gemeinderat gab‘s jetzt die erste Nachlese - und dabei tauchte ein großer Fauxpas auf.

Warngau– Seit Freitag ist auch der westliche Anschlussast für die Bahnhofstraße für den Verkehr freigegeben. „Für die Fußgänger gibt es momentan noch einen Behelfsweg über die Bundesstraße“, teilte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) am Dienstagabend im Gemeinderat mit, „aber bis Oktober wird auch ihr Weg fertig.“

Wie Thurnhuber berichtete, haben das Rathaus schon erste Wortmeldungen erreicht, eine weitergehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Grünbrücke anzudenken, auf der bislang reguläre 50 km/h gelten. Der Rathauschef sieht dazu noch keine Veranlassung: „Wir sollten erst einmal schauen, wie sich die Verkehrsströme entwickeln, und nicht schon im Vorgriff etwas anordnen, das dann gar nicht nötig gewesen wäre.“

Adolf Schwarzer (CSU) wies darauf hin, dass die vom Bund geforderte und für teures Geld installierte Beleuchtung im Tunnel arg hell und nachts zum Blenden geeignet sei. Reinhard Bücher (Grüne) von der projektbegleitenden Arbeitsgruppe erklärte, dass die Steuerung für die Helligkeitsanpassung noch fehle.

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Vize-Bürgermeister Jakob Weiland (CSU) merkte an, dass bei der offiziellen Verkehrsfreigabe der B 318 mit Politprominenz Ende Juli der Warngauer Altbürgermeister Lorenz Aigner als Ehrengast gefehlt hatte, weil ihn das Staatliche Bauamt aufgrund einer Namensverwechslung nicht eingeladen hatte. „Das war nicht die Schuld der Gemeinde“, stellte Weiland klar und betonte: „Er hat schon viel dazu beigetragen.“ Die konkreten Pläne für das Projekt waren 1990 angerollt, als Aigner Rathauschef wurde, und bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt 2008 verfolgte Aigner das große Ziel auch weiter hartnäckig. Auch sein Nachfolger betonte, dass kein böser Wille, sondern ein Verssehen die Ursache gewesen sei. „Ich habe das nicht gewusst und konnte damit auch nichts ändern“, entschuldigte sich Thurnhuber.

Die Gemeinde will den Fauxpas selbst zumindest teilweise wieder ausbügeln: Sie plant eine eigene Einweihungsfeier, wenn die Baustelle komplett rückgebaut und die Eingrünung der Böschungen abgeschlossen ist. „Das wird eher nächstes Jahr werden“, kündigte Thurnhuber an.

Katrin Hager 

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