Genau auf der Gemeindegrenze zwischen Warngau-Wall und Gmund spannt sich bei Thalmühl eine Straßenbrücke über die Mangfall. Das altersschwache Bauwerk muss saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden.
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Genau auf der Gemeindegrenze zwischen Warngau-Wall und Gmund spannt sich bei Thalmühl eine Straßenbrücke über die Mangfall. Das altersschwache Bauwerk muss saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden.

Diskussion im Gemeinderat

Bei Thalmühl: Wie breit und stark soll neue Mangfall-Brücke werden?

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Zwei schwächelnde Straßenbrücken im Bereich Thalmühl erfordern Handlungsbedarf: Die Gemeinde Warngau denkt über Neubauten nach. Auf der Agenda steht zunächst eine Mangfallbrücke, die Waller Flur mit Gmunder Gebiet verbindet. Im Gemeinderat wurde klar: Eine neue Brücke muss weder breiter noch stärker sein als ihr Vorgänger.

Warngau – Zweimal setzte es sehr schlechte Noten: Die turnusgemäße Überprüfung der beiden Straßenbrücken in Thalmühl – eine überspannt den Festenbach, die zweite die Mangfall – führte im Sommer zu betrüblichen Erkenntnissen. Beide Bauwerke, die etwa 60 Jahre auf dem Buckel haben, sind altersschwach. „Wir haben sofort die zulässige Tonnage beschränkt“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). Die zwei Brücken am südlichen Rand des Gemeindegebiets dürfen nur noch maximal zwölf Tonnen tragen.

Gleichzeitig ließ das Rathaus prüfen, ob die Bauwerke saniert werden können oder ob Neubauten angesagt sind. Im Fokus steht erst einmal die Mangfallbrücke. Da sie die Gemeindegrenze markiert, sind Absprachen mit der Gemeinde Gmund zu treffen, die hier für die Hälfte der anfallenden Kosten aufkommen muss. „Mitte Oktober gibt es ein Gespräch mit den Gmundern“, sagte Thurnhuber, „dann sehen wir, wohin die Reise geht.“

Zuschüsse gibt es nur für einen Neubau, nicht für eine Sanierung

Diskussionsgrundlage ist der Entwurf und die Kostenschätzung eines von der Gemeinde beauftragten Ingenieurbüros. Wie Thurnhuber am Dienstag im Gemeinderat erläuterte, kostet eine Sanierung des bestehenden Bauwerks (Belastbarkeit: zwölf Tonnen) rund 300 000 Euro; staatliche Förderung ist dafür nicht zu erwarten. Ein Neubau käme auf 870 000 Euro, hier winken aber bis zu 50 Prozent Zuschüsse. Vorausgesetzt, die Zuschüsse fließen in voller Höhe, wäre ein Neubau dann für jede der beiden beteiligten Gemeinden „nur“ um 120 000 Euro teurer als eine Sanierung.

„Wir tendieren in Richtung Neubau“, sagt Thurnhuber, „die Ingenieure schlagen vor, die Brücke auch gleich breiter zu machen und auf 40 Tonnen auszulegen.“ Er denke dabei auch an den holzverarbeitenden Betrieb in der Nähe, der mit schweren Lasten arbeite.

Räte warnen vor überdimensionierten Neubau

Für Schwertransporte in das besagte Sägewerk brauche es an dieser Stelle keine stärkere Brücke, wandte Adolf Schwarzer (CSU) ein: „Das geben die Kurvenradien dort gar nicht her.“ Wie Max Bauer (FWG) warnte er davor, überdimensioniert zu bauen. Auch Peter Huber (CSU) riet von einem allzu breiten und kräftigen Neubau ab. Engelfried Beilhack (CSU) fürchtet, dass die Zuschüsse für einen Neubau nicht garantiert fließen: „In Coronazeiten muss der Staat sparen.“

Die Anregungen der Räte will Thurnhuber in die Gespräche mit Gmund nehmen. Dazu lässt er abklären, was eine Brücke kostet, die statt 40 nur 20 Tonnen tragen kann. Sanierung oder Neubau sollen laut Bürgermeister möglichst 2021 über die Bühne gehen. Angedacht sei, im Paket auch gleich die Festenbachbrücke auszuschreiben, für die Warngau alleine zuständig ist. „Die Bauausführung muss aber wohl zeitversetzt erfolgen, damit das Sägewerk nicht abgeschnitten wird.“ Dafür seien Gespräche mit dem Betrieb zu führen.

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