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Summt bald nicht mehr: Biene.

Neuer Verein

Neuer Bienenvereint warnt: Das Summen verstummt - bald ist es zu spät

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Sie fördern auch, aber nicht nur die Imkerei: Der neu gegründete Verein Bienenfreunde Oberland will ein breiteres Publikum ansprechen - damit es in der Region weiter summt. 

Warngau – Es geht um mehr als um streichzarten Honig und nostalgische Naturromantik. Bienen und Hummeln, die für den Kreislauf des Lebens eine entscheidende Rolle spielen, sterben wie viele andere Insekten reihenweise an Pflanzenschutzmitteln, die der „moderne“ Ackerbau auf die Felder sprüht. Erst kürzlich bestätigte die Europäische Lebensmittel-Behörde diesen alarmierenden Kollateralschaden spezieller Insektizide („Neonics“), die mutmaßlich für das massive Insektensterben verantwortlich sind.

Die erste Führungsriege der Bienenfreunde Oberland.

„Es ist schlimm“, sagt der Warngauer Georg Ramgraber, „viele Leute sind sich nicht bewusst, dass ohne Bienen und Insekten auch der Mensch kaum überleben kann.“ Der 60-Jährige weiß, wovon er spricht. 15 Jahre lang war er Vorsitzender des Imkervereins Warngau. Das Schicksal der Bienen beschäftige längst nicht mehr nur Imker, weiß der Warngauer. Deswegen haben er und Gleichgesinnte einen neuen Verein gegründet: Die „Bienenfreunde Oberland“ sind seit November im Vereinsregister eingetragen.

„Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den klassischen Imkervereinen“, betont Ramgraber, der gemeinsam mit dem ebenfalls aus Warngau stammenden Markus Arzberger den Vorsitz übernahm, „wir setzen andere Schwerpunkte.“ Mit Henning Fromm, seinem Nachfolger an der Spitze des historisch tief wurzelnden Imkervereins Warngau, sei das abgesprochen. Ramgraber ist wichtig, dass der älteste Imkerverein im Landkreis, gegründet 1884, als solcher erhalten bleibt.

Über die Neugründung informierte Ramgraber auch den Verband Bayerischer Bienenzüchter (VBB). „Es gab da nie Ärger“, betont der Warngauer, räumt aber ein, dass sich manche Mitglieder schon fragten, warum der alte Ortsverein von den 33 Euro Jahresgebühr 28 Euro an den Verband abführen muss.

Die „Bienenfreunde“ agieren außerhalb des VBB. Der Jahresbeitrag in Höhe von 20 Euro darf nicht gehortet werden, sondern ist zügig in Projekte zu investieren. „Wir sprechen nicht nur Imker an“, betont Ramgraber, „die Hälfte unserer derzeit 35 Mitglieder hat gar keine eigenen Bienen.“ Der neue Verein versteht sich als Sammelbecken für Menschen, die sich für Bienen und eine insektenfreundliche Umwelt stark machen wollen.

Zu den Vereinszielen zählen – neben der Imker-Schulung – Informationskampagnen an Kitas und Schulen. „Wir zeigen, warum Bienen, Hummeln, Schmetterlinge so wichtig sind und was zu tun ist, um sie zu schützen“, sagt Ramgraber. Es geht etwa um den Kampf gegen die tödlichen „Neonics“, deren Verbot die neue Bundesregierung jetzt durchsetzen könnte. Die Lage ist ernst, sagt Ramgraber. „Von den 50 Wildbienen-Arten in Deutschland ist die Hälfte vom Aussterben bedroht, weil sie auf bestimmte Blüten spezialisiert sind.“ In den Mais- und Rapswüsten finden sie keine Nahrung mehr, nur den Tod. „Auch Vogelarten sind bedroht.“

Nur bei Schulungen wollen es die Bienenfreunde nicht belassen, sondern mit gutem Beispiel vorangehen. Wo immer möglich soll artenreiches Grünland gefördert werden, auf dem etwa der für Bienen so wichtige Löwenzahn nicht totgespritzt wird. Die Mitglieder wollen auch selber Blühstreifen oder gar Blühwiesen anlegen. „Ein erstes Projekt haben wir schon im Auge“, sagt Ramgraber. Er ist sicher, dass der neue Verein einen Nerv der Zeit trifft. Die Zahl der Mitglieder, sagt Ramgraber, sie steige stetig.

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