Marlene Hupfauer beim Eierfärben
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Marlene Hupfauer beim Eierfärben

Ostereier natürlich färben – ein Geduldsspiel

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Ein großes Osterfest fällt heuer flach. Kreisbäuerin Marlene Hupfauer rät, die Zeit zu nutzen, um sich intensiv auf Ostern vorzubereiten. Zum Beispiel, indem man Eier mit selbstgekochten Naturfarben färbt – ein Spaß, der viel Geduld erfordert.

Osterwarngau – „Für mich ist Ostern ein Fest der Zuversicht und Freude. Wir sollten die reduzierte Form als Chance begreifen, uns mit unseren Kindern intensiv auf das Osterfest vorzubereiten“, sagt Marlene Hupfauer (50), die schon Oma ist. Ein Ritual ist dabei, das Körbchen für die Speisenweihe vorzubereiten. Im Korb der Kreisbäuerin sind eine Osterkerze, Salz, Butter, ein selbst gebackenes Osterlämmchen, Brot, Osterfladen, Geräuchertes – und bunte Ostereier. „Ich achte darauf, dass die Zutaten aus der Region stammen. Das verbessert die CO2-Bilanz.“ Hupfauers Tipp ist, die Eier mit Naturtönen zu färben. Das sei aufwendig und zeitintensiv, mache aber Spaß, vor allem den Kindern. „Außerdem fördert es ihre Geschicklichkeit und Ausdauer.“

Das Zubehör

Braucht Geschick: Mit einem Feinstrumpf wird das Blatt auf dem Ei fixiert

Dafür braucht man gekochte weiße Eier aus der Region, Pflanzenfarben, Essigessenz, Zeitungspapier, Kräuter zum Auflegen, wie glatte Petersilie, Waldmeister, oder Liebstöckel, eine Feinstrumpfhose (in Stücke geschnitten), Faden, Löffel, eine leere Küchenrolle (in Stücke geschnitten), Butter.

Die Vorbereitung

Wer färbt, sollte die Arbeitsfläche zuvor mit Zeitungspapier auslegen. Als erstes kommen die gekochten Eier 15 Minuten lang in einen Liter Wasser mit vier Esslöffeln Essigessenz. „Damit die Schale rauer wird und die Farbe gut annimmt“, erklärt Hupfauer. Anschließend reibt man die Eier trocken, wobei sich auch der Stempel entfernen lässt.

Braucht Geduld: Drei Stunden müssen die Eier „baden“

Eier färben

Auf jedes Ei ein Kräuterblatt legen und mit einem Stück Feinstrumpfhose streng umwickeln. Dann mit einem Faden zuknoten. Jetzt kommen die Eier in den abgekühlten Farbensud. „Natürliche Farben brauchen viel länger“, erklärt Hupfauer. Zwei bis drei Stunden oder – je nach gewünschter Intensität – über Nacht sollten sie im Sud liegen. Anschließend die Eier mit einem Löffel aus der Farbe nehmen und zum Trocknen in die „Eierbecher“ – die in Stücke geschnittene leere Küchenrolle – stellen. Nach fünf bis sechs Stunden sind sie trocken. Dann Strumpfhose und Blatt entfernen und die Eier mit Butter einreiben. Dort wo das Blatt war, bleibt das Ei weiß, wodurch schöne Motive entstehen.

Die Pflanzensude

Zum Kochen des Farbensuds nur Edelstahltöpfe nehmen, weil alle anderen Materialien Farbe annehmen.

Blauton: einen Blaukraut-Kopf in kleine Streifen schneiden und in zwei Liter Wasser eine Stunde köcheln lassen. Abseihen und Sud auffangen. Hupfauers Tipp: Das Blaukraut nicht wegwerfen, sondern als Salat zubereiten.

Gelbton: vier bis fünf Esslöffel Kurkumapulver in einem Liter Wasser 30 Minuten köcheln lassen.

Braunton: 100 Gramm Zwiebelschalen mit einem halben Liter Wasser eine Stunde köcheln lassen, abseihen und Sud auffangen. Hupfauers Tipp: Zwiebelschalen schon Tage vorher beim Kochen sammeln oder die geschälten Zwiebeln zu Zwiebelkuchen verarbeiten.

Rotton: 500 Gramm Rote Rüben in kleine Stücke schneiden und in 0,75 Liter Wasser eine Stunde köcheln, abseihen und Sud auffangen. Alternativ geht auch der Sud eines gekauften Glases Roter Beete.

Grünton: Es gibt Rezepte mit Spinat und Petersilie. Hupfauer hat sie ausprobiert – und festgestellt, dass sie Gelb statt Grün ergeben. Ihr Tipp: 200 Milliliter Blaukrautsud und 200 Milliliter Kurkumasud mischen. Das ergibt ein schönes Grün.

Die selbstgekochten Farben können verschiedene Nuancen haben. „Das liegt daran, dass es die reine Natur ist“, sagt Hupfauer – „und gerade darin liegt der Reiz.“

Wunderschön ist das Ergebnis

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