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Wird abgerissen: Das Lehrerwohnhaus in Osterwarngau soll Platz machen für kommunalen Wohnungsbau. 

„Die ganze Gaudi zügig durchziehen“

Osterwarngau: Konzept für Gemeindewohnungen liegt vor

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Der Entwurf für den kommunalen Wohnungsbau in Osterwarngau steht: Im Gemeinderat kam das Konzept gut an. Kleinere Anmerkungen gab es trotzdem.

Warngau – Wo die Gemeinde selbst ein Haus baut, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Jeder planerische oder gestalterische Mangel könnte privaten Bauherren ein falsches Vorbild sein. Entsprechend genau hinterfragten die Warngauer Gemeinderäte nun den Entwurf von Architekt Ludwig Hohenreiter für den Neubau eines Wohnhauses mit sechs Wohneinheiten in Osterwarngau.

Wie berichtet, soll das alte Lehrerwohnhaus an der Holzkirchener Straße abgerissen und durch ein Projekt im kommunalen Wohnungsbau ersetzt werden. Weil dieser staatlich gefördert wird, sind die Auflagen hoch. Als Beispiel nannte Hohenreiter die Barrierefreiheit. Um den Anforderungen zu genügen, habe er den Entwurf so gezeichnet, dass sich später ein Aufzug nachrüsten lässt. „Der Platz wäre da“, sagte er.

Im Erdgeschoss und im ersten Stock sind jeweils drei Wohnungen vorgesehen. Je eine mit knapp 80 Quadratmetern und zwei mit je 30 bis 40 Quadratmetern Wohnfläche. Unten dürfen sich die Mieter über Terrassen freuen, oben über Balkone. Durch einen Erker wird das Haus optisch gegliedert. Das Dachgeschoss wird nicht ausgebaut, die Dämmung liegt demnach auf der Decke auf. Für die Wärme sorgt eine Pelletsheizung im Keller. Dort plant Hohenreiter auch einen Wasch- und Trockenraum sowie Abstellflächen für die Mieter. Ein weiterer Raum harrt derzeit noch einer Verwendung. Der Architekt schlug hier ein Lager für die Gemeinde vor.

Mit einem Satteldach und einer Holzverkleidung der Fassaden im Obergeschoss soll sich der Massiv-Ziegelbau gut in die umliegende Bebauung in Osterwarngau einfügen. Ein überdachter Eingangsbereich bietet Platz für Fahrräder, Kinderwagen und Briefkästen. Die Autos müssen hingegen draußen bleiben – zumindest teilweise. Nur drei Stellplätze sind auf dem Grundstück ausgewiesen. Die übrigen Mieter müssen auf dem Gemeinde-Grundstück gegenüber parken. Die Kosten für Abbruch und Neubau veranschlagte Hohenreiter mit 1,32 Millionen Euro.

Im Gremium wurde der Entwurf wohlwollend aufgenommen. Als „gut durchdacht“ lobte Englfried Beilhack (CSU) das Konzept. Er regte aber an, bei den kleineren Wohnungen zumindest den Wohn- und Schlafbereich voneinander zu trennen. Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FW) schüttelte den Kopf. „Das ist bei so kleinen Wohnungen nicht anders machbar“, sagte er. Mithilfe von Raumteilern könnten die Mieter selbst entscheiden, wie sie es haben wollen. Hohenreiter wies darauf hin, dass die gesamten Abmessungen eng mit der Regierung von Oberbayern als Förderstelle abgestimmt seien. „Das ist alles genau ausgezirkelt“, sagte der Architekt.

Dieselbe Antwort erhielt Marinus Thurnhuber (Draxlhamer Liste), der vorschlug, das Dachgeschoss auszubauen. „Das wären zwei Wohnungen mehr“, sagte er. Zu komplex, meinte Hohenreiter. Unter anderem müsste man dann das Treppenhaus in die Mitte des Gebäudes schieben. Marlene Hupfauer (FW) waren die Wohnungen hingegen zu klein dimensioniert. „Sollen wir das wirklich so ausreizen“, fragte sie. „Der Bedarf ist da“, sagte der Bürgermeister.

Eine der Wohnungen werde der jetzige Bewohner des Lehrerhauses beziehen. Das sei schriftlich fixiert, so Thurnhuber. Über die übrige Belegung und die Mietpreise könne die Gemeinde selbst entscheiden. Dies sei bei einem Fördersatz von 30 Prozent möglich. „Darum machen wir das so“, erklärte der Rathauschef. Auch über die Nutzung des aktuell für die Gemeinde vorgesehenen Kellerraums könne man reden.

Redebedarf in Sachen Außengestaltung hatten Beilhack und Adolf Schwarzer (CSU). Beide bemängelten, dass das Vordach auf der Westseite zu kurz sei. „Das sagen wir unseren privaten Bauherren auch immer“, merkte Beilhack an. Hupfauer betonte, dass der Neubau zu den benachbarten Häusern passen müssen. Thurnhuber nickte: „Klar, sonst wären wir gleich in der Kritik.“

Einstimmig ermächtigten die Gemeinderäte den Bürgermeister, die Fachplaner zu beauftragen. Hinauszögern solle man nichts, meinte Anton Bader (FW): „Wir sollten die ganze Gaudi zügig durchziehen.“

sg

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