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Erfrischende Naherholung: Der Osterwarngauer Badeweiher erfreut sich bei Einheimischen großer Beliebtheit. Doch plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Anwohner rätseln:

Warum ist da ein Graben und eine Brücke an unserem Badeweiher?

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Die Gemeinde hat am Badeweiher in Osterwarngau einen Graben geöffnet und eine Brücke darübergelegt. Für die Anwohner kommt das überraschend und wird skeptisch verfolgt. Die Gründe.

Warngau – Für Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) sind die Arbeiten am Badeweiher Osterwarngau Teil eines umfassenden Hochwasserschutz-Planes für den Ort, der nach und nach abgearbeitet werde. „Es gibt aber ein bisserl Unmut im Ort“, wusste Marlene Hupfauer (FWG) jetzt im Gemeinderat zu berichten. So recht habe sich nicht jeder einen Reim darauf machen können, was und warum da gebaut werde.

Wie Thurnhuber erklärte, wurde am Weiher ein verrohrter Bachlauf geöffnet, um ein gefährliches Nadelöhr zu beseitigen. In diesem Zug wurden neue Leitungen verlegt und der Duschplatz verändert. Da in der von der Feuerwehr genutzten Überfahrt die Rohre bereits beschädigt waren, habe man sich auch dort zur Entrohrung und zum Bau einer Brücke entschlossen. „Sonst wäre die Feuerwehr demnächst wohl eingebrochen.“

Diese Brücke ist aber wohl zu eng ausgefallen, wie Gemeinderat Sepp Gschwendtner (FWG) anmerkte. Als Vorsitzender der Osterwarngauer Feuerwehr verfolgte Gschwendtner vergangene Woche eine Übung am Weiher, der auch als Löschwasserreserve dient. „Bei der Überfahrt muss man schon sehr genau aufpassen.“ Man habe das im Vorfeld abgesprochen, betonte Thurnhuber.

Die Gemeinde will trotzdem nachbessern. Wie der Rathauschef auf Anfrage erklärte, soll neben der Fahrzeugbrücke jetzt eine Holzbrücke für Fußgänger entstehen. Der aus dem Ort stammende Zimmermeister Michael Vogl habe sich bereit erklärt, zusammen mit anderen Ehrenamtlichen diese Brücke zu bauen. Das Geländer der Fahrzeugbrücke sei ebenfalls dem Engagement dieser Truppe zu verdanken. Die Gemeinde müsse nur die Materialkosten tragen. „Eine schöne Gemeinschaftsaktion“, lobte der Bürgermeister. Optisch sei das alles durchaus gelungen, sagte Hupfauer, manche Eltern würden sich aber Sorgen machen, ob der jetzt freigelegte Bach nicht eine Gefahr für Kinder darstelle. „Die Böschung wurde so angelegt, dass ein Zaun nicht nötig ist“, beruhigte der Bürgermeister.

Dass just in besagtem Bereich Handlungsbedarf bestand, habe laut Thurnhuber der Sommer 2016 gezeigt. Ein Hochwasser verschlammte den beliebten Badeweiher, die Gemeinde musste das Gewässer „für einige tausend Euro“ ausbaggern lassen. Um das Problem schon weiter oben zu entschärfen, soll ein Bagger im Schustergraben-Wald „natürliche Auslandungen“ im Fallgerinne schaffen. „Viel Wasser bleibt dann schon dort im Wald“, hofft der Rathauschef. Zusätzlichen Schutz wird eine Staumauer bieten.

Dies alles sei keine Geheimaktion, betonte Thurnhuber, sondern Teil eines Hochwasserschutz-Pakets, das die Gemeinde seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer 3. Ordnung umsetze. Die jetzt angepackten Maßnahmen in Osterwarngau kosten etwa 70.000 Euro, 30 Prozent davon decken staatliche Zuschüsse. Deswegen habe sich die Gemeinde an Vorgaben zu halten. Es sei etwa nicht mehr erlaubt, Verrohrungen zu erneuern.

Das sei ja nachzuvollziehen, sagte Hupfauer, „aber solche Sachen müssen wir den Bürgern künftig besser erklären“. Thurnhuber sagte zu, den Gemeinderat fortan die Hochwasserschutz-Projekte im Gemeindegebiet genauer vorzustellen. „Unbedingt sollten wir das wissen“, betonte Leonhard Obermüller (CSU).

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