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Hier zwickt’s und hakt’s: Das Feuerwehrhaus in Oberwarngau entspricht nicht mehr den Vorgaben und bietet nicht genug Platz für Fuhrpark und Mannschaft. Zudem gibt’s Probleme beim Ausrücken mit Falschparkern.

Pläne fürs Gerätehaus der Feuerwehr Warngau: Ausbau oder Neubau?

Stell dir vor, die Feuerwehr kommt - nicht raus 

Stell dir vor, die Feuerwehr kommt - nicht raus: In Warngau ist das kein Einzelfall, die Wehr konnte schon mehrmals wegen Falschparkern nicht ausrücken. Derweil gilt es die Frage zu klären, ob ihre Platzprobleme mit einem Ausbau zu lösen sind - oder ob es einen Neubau braucht.

Warngau– „Die Ausrüstung ist mit den Aufgaben stetig angewachsen“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG), „nur das Feuerwehrhaus nicht.“ Das soll sich nun ändern: Die Freiwillige Feuerwehr Warngau hat einen Neubau beantragt, um ihre Platzprobleme zu lösen. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, das Raumkonzept auf den Weg zu bringen. Es wird die Grundlage bilden für die Kernfrage: Kann ein Ausbau des Gerätehauses am jetzigen Standort funktionieren, oder ist ein Neubau an anderer Stelle nötig?

Es zwickt und hakt im fast 40 Jahre alten Feuerwehrhaus in Oberwarngau. Das geht schon damit los, dass das Gebäude zwei Rolltore hat, aber drei Fahrzeuge, und geht weiter beim fehlenden Platz fürs Umkleiden: Der Erste, der im Einsatzfall vor Ort ist, fährt deshalb erst eines der Fahrzeuge aus der Halle, damit die Kameraden dann Platz haben, sich in die Einsatzkleidung zu werfen. „Das ist definitiv kein Zustand“, sagt Johann Eder, seit Anfang des Jahres Kommandant der Warngauer Wehr. Die Feuerwehr brauche mindestens drei Rolltore, lieber wären ihr vier. Für Geräte und Ausrüstung. Und als Puffer: „Warngau wird nicht kleiner“, sagt Eder. „Und wenn wir dann in fünf Jahren ankommen würden, dass wir ein weiteres Fahrzeug brauchen, würde man uns auch fragen, warum wir das nicht gleich gesagt haben.“ Auch Umkleiden und Schulungsräume werden gebraucht.

Was genau nötig, sinnvoll und förderfähig ist, soll das Raumprogramm zeigen, das die Verantwortlichen der Wehr, die Gemeinde, Kreisbrandrat Anton Riblinger und die Regierung von Oberbayern nun erarbeiten. „Wir müssen klären, wie das ausschauen muss und wie wir die Fördermittel bekommen, und wir müssen schauen, wo wir das umsetzen können“, sagt Thurnhuber.

Dass dringend etwas getan werden muss, stand für die Gemeinderäte nach einem Ortstermin unmittelbar vor ihrer Sitzung außer Zweifel. Reinhard Bücher (Grüne) wunderte sich vielmehr, dass das Thema nicht längst angepackt wurde, denn den Unterlagen zufolge entspreche das Gerätehaus schon seit 2008 nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften. 

So dreist wird die Feuerwehr eingeparkt

Besonders dringlich sei derweil ein weiteres Problem zu lösen: dass die Feuerwehr beim Ausrücken Probleme hat, weil ihre Ausfahrt gerne zugeparkt wird. „Da brauchen wir kein Raumprogramm, das müssen wir gleich lösen“, appellierte Bücher. „Da sollte die Gemeinde hart durchgreifen, das ist ja erschütternd“, sagte auch Adolf Schwarzer (CSU). Anton Bader (FWG) beantragte, dass die Gemeinde ihre Mitgliedschaft beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland auf Parkraumüberwachung ausdehnt. Thurnhuber sicherte zu, das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung zu setzen.

Auch Eder hofft, dass verstärkte Kontrollen und empfindliche Strafen abschreckende Wirkung entfalten. „Die stellen sich auch direkt vors Tor“, schildert der Kommandant, der nebenan wohnt. Schon mehrmals kam es vor, dass die Warngauer Truppe sich bei Einsätzen abmelden musste, weil sie nicht ausrücken konnte – und Wehren mit erheblich weiterer Anfahrt einspringen mussten. Einsicht zeigten die betreffenden Autofahrer selten, wenn Eder sie ansprach: „Die fragen nur, was mich das angeht, drehen sich um und gehen.“

Katrin Hager

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