Hier von Einfang aus Warngau geht der Radlweg entlang der Bahn durch den Wald nach Thann
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Einen Radweg , der von Otterfing nach Holzkirchen, Warngau und Gmund führt, findet die Gemeinde Warngau gut.

Gemeinde sieht Zuschüsse als Voraussetzung

Radschnellweg kostet elf Millionen Euro: Warngau will mitmachen

  • Christine Merk
    VonChristine Merk
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Die erste Gemeinde für die Realisierung eines Radwegs von Otterfing nach Gmund ist an Bord. Die Warngauer Gemeinderäte sind für die weitere Planung.

Warngau – 61 Trassenvarianten in neun Abschnitten, 17 Kriterien zur Beurteilung, 80 Kilometer zu prüfende Strecke – mit diesen Zahlen machte Jonas Marwein am Dienstag in der Warngauer Ratssitzung deutlich, womit das Büro der Bernard Gruppe für die Machbarkeitsstudie zum Radweg Otterfing-Holzkirchen-Warngau-Gmund arbeitete. „Ziel war, die technische Machbarkeit dieses Radwegs nachzuweisen“, sagte Marwein.

Die Studie schlägt eine „Vorzugs-Trasse“ vor und präsentiert eine grobe Kostenschätzung: 11 Millionen Euro für den gesamten Weg mit 22,5 Kilometern Länge. Die Trasse verläuft von Holzkirchen kommend auf einem bestehenden Feld- und Waldweg westlich der Bahnlinie und erreicht auf der Hartpenninger Straße Oberwarngau. Vom Bahnübergang geht es in Richtung Osten zur B 318 und entlang dieser auf einem bestehenden Feldweg westlich der Straße in Richtung Kreuzstraße. Das sei noch keine endgültige Festlegung, betonte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). Bei der weiteren Planung könnten sich Änderungen ergeben. Thurnhuber und Zweiter Bürgermeister Leonhard Obermüller (CSU) haben bereits mit betroffenen Grundstücksbesitzern gesprochen. Es sei wichtig, dass diese früh informiert seien, sagte Obermüller. Allein für den Warngauer Abschnitt werden die Kosten auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzt.

Bei der Finanzierung sollen Bund und Freistaat helfen. „Radwege an Bundes- und Staatsstraßen fallen in deren Baulast“, erklärte Marwein. Zudem winken Fördertöpfe des Radwegeprogramms und aus dem Klimaschutz-Programm. Wenn alle beteiligten Kommunen an einem Strang ziehen, könne der Wegebau ein Leuchtturmprojekt sein. Marwein betonte, dass die Studie nur ein erster Schritt sei. „Wir haben auf die technische Umsetzbarkeit geschaut, alles andere ergibt die detaillierte Planung.“ Etwa wie breit der Radweg sei und eben auch, ob einzelne Passagen anders verlaufen.

Engelfried Beilhack (CSU) fand 2,50 Meter ausreichend für einen Radweg. „Die Breiten sind nicht in Stein gemeißelt“, erklärte dazu Marwein. Harald Stanke (FWG) wollte wissen, ob die Straße durch Warngau breit genug sei für den in der Studie vorgeschlagenen Radschutzstreifen. Ja, das sei sie, zumindest wenn kein Gegenverkehr komme, sagte Marwein dazu.

Anton Bader (FWG) vermisste Aussagen zu den Unterhaltskosten, etwa wenn es ums Schneeräumen oder Freischneiden gehe. „Ich sehe das skeptisch. Das kann uns eine Batzen Geld kosten.“ Der Bürgermeister stellte klar, dass zumindest bei Streckenabschnitten, die in der Baulast von Bund oder Freistaat liegen, auch der Radweg in der Unterhaltspflicht eingeschlossen sei.

Ein grundsätzliches Lob erteilten Max Bauer (FWG) und Obermüller der Vorzugstrasse. Obermüller machte aber klar: „Wenn nicht mindestens 80 Prozent Zuschüsse fließen, ist er für uns kein Thema.“ Dass ohne satte Förderungen eine Realisierung des Radwegs kaum möglich sein wird, das steht auch für Thurnhuber fest. Er betonte aber, dass noch nichts beschlossen werde, was Kosten verursache. Es gehe nur darum, grünes Licht für die weitere Planung zu geben. Sobald eine Kostenschätzung für einen Planungsauftrag feststehe, komme die Entscheidung darüber erneut in den Gemeinderat, der dann entscheiden könne.

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