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Die Dorfgemeinschaft (l.) mit AK-Sprecher Andreas Kirschenhofer steht schon in den Startlöchern.

Trotz Rundumerneuerung ihres Dorfweihers

Die Reithamer wollen kein Geheimtipp für Badegäste sein

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Der Reithamer Weiher ist Dorfmittelpunkt, wirkt aber wenig einladend. Das wird sich ändern: Im Herbst soll die Generalsanierung starten. Aber deshalb will man nicht zum heimlichen Freibad mutieren.

Warngau Der Reithamer Weiher ist tot: Verschlammt und umgekippt, ein trauriger Anblick. Das Nass taugt kaum mehr als Löschwasser. Die Gemeinde Warngau, Besitzerin des Weiher-Areals, sieht dringenden Handlungsbedarf. Bei einer bloßen technischen Sanierung soll es aber nicht bleiben: Zusammen mit der Dorfgemeinschaft ist die Gemeinde entschlossen, am Weiher Aufenthaltsqualität zu schaffen und dafür eine Stange Geld in die Hand zu nehmen.

Im Herbst soll die Planung, die auf Wunsch der Reithamer etwas weniger aufwendig ausfallen wird als ursprünglich geplant, endgültig eingetütet werden. „Mitte September wollen wir die Ausführungsplanung dem Gemeinderat und den Reithamern vorstellen“, sagt Cindy Scharein, die sich im Rathaus um das Projekt kümmert. „Wäre schön, wenn’s dann noch im Herbst losgeht“, hofft Andreas Kirschenhofer, der als Sprecher des Arbeitskreises (AK) Dorfweiher fungiert.

Wie der Umgriff aussehen wird, verdeutlicht die Entwurfsskizze. Auf Wunsch der Reithamer werden noch einige Änderungen eingearbeitet. Unter anderem fällt der Steg am Weiherhäusl weg.

Die Reithamer Dorfgemeinschaft ist seit zehn Jahren als Verein organisiert. Damals im Jahr 2007 fand das erste „Seefest“ statt. „War legendär“, erinnert sich Kirschenhofer. Im Dreijahres-Abstand folgten zwei weitere Feste. „Eigentlich wäre 2016 das nächste fällig gewesen“, sagt Kirschenhofer, „aber wir warten damit, bis die Weihersanierung geschafft ist.“ Fest steht: Am Weiher schlägt das Herz des Dorfs, das derzeit rund 300 Einwohner zählt.

Technisch entscheidend ist die Sanierung der Wasserqualität. „Das Straßenwasser darf nicht mehr in den Weiher fließen“, sagt Kirschenhofer. Um ein funktionierendes Entwässerungs- und Versickerungssystem zu schaffen, wurden zuletzt Bodenproben rund um den Weiher genommen. „Wir warten auf die Auswertung“, sagt Scharein.

Ziel ist, dass der Weiher dauerhaft Löschwasser-Qualität liefern kann. Grundsätzlich heißt das, dass man dort auch baden könnte. „Es soll aber ausdrücklich kein Badeweiher sein“, betont Kirschenhofer; man wolle nicht zum überregionalen Bade-Geheimtipp mit Kiosk werden. Ein ursprünglich angedachter Badesteg sei deswegen überflüssig. „Es soll schon unser Weiher bleiben“, stellt der Reithamer klar.

Um den Weiher als soziale Mitte und Treffpunkt aufzuwerten, werden die Uferbereiche aufgehübscht. Ein Spazierweg mit Bänken führt entlang des Ufers, mit Zugängen aus allen Richtungen. Ein kleines Biotop und Bäume werden gepflanzt. „Wir wünschen uns überwiegend Obstbäume“, sagt Kirschenhofer. Am Weiherhäusl, das die Reithamer einst in Eigenleistung auf Gemeindegrund errichteten, verzichte man auf eine geplante Holzterrasse. „Es reicht ein Pflaster“, sagt Kirschenhofer. Zur Verkehrsberuhigung bekommt die daneben verlaufende Gemeindestraße eine neue Optik.

Um Kosten zu sparen, spucken die Reithamer selbst in die Hände. „Wir helfen beim Entschlammen und haben zugesagt, die Pflege des Weihers zu übernehmen“, sagt Kirschenhofer. Man wolle zudem einen neuen Dorfbrunnen spendieren, der den Weiherzulauf regelt, und besonders für die Wintersportler eine Belichtung organisieren. „Das ganze Dorf steht hinter dem Projekt“, stellte der Reithamer Gemeinderat Adolf Schwarzer in einer der jüngsten Ratssitzungen fest.

Auch wenn die Reithamer auf einige Gestaltungs-Elemente verzichten, wird die Weihersanierung und „Dorfplatzgestaltung“ ins Geld gehen. Ursprünglich rechnete das Rathaus mit 230 000 Euro, wovon knapp 100 000 Euro durch einen Zuschuss aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gedeckt sind. Womöglich wird das Projekt – nach Streichung einiger Gestaltungselemente – etwas günstiger. Den Aufwand, betont Adolf Schwarzer, sei die Sache auf jeden Fall wert: „Reitham ist schön und wird jetzt noch schöner.“

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