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Am Boden zerstört: Nach 18 Elfmetern stand der SV Warngau als Verlierer des Toto-Pokalfinales fest. Nach 70 Minuten hatten die Außenseiter noch 2:0 geführt. 

Fußball-Krimi in Warngau

Rekordverdächtig: Erst der 18. Elfer entscheidet

Denkwürdig: Anders kann man das Toto-Pokalfinale, das am Sonntag in Warngau über die Bühne ging, kaum bezeichnen. Das „Spiel des Lebens“ für beide Teams endete erst nach 18 Versuchen vom Elfmeterpunkt.

Warngau – Stadionsprecher Ludwig „Lu“ Wagner, der eigentlich für den TSV Otterfing kickt, fand vor dem Toto-Pokalfinale des Kreises Zugspitze genau die richtigen Worte. Vom „Spiel des Lebens“ sprach er, was wohl für beide Kontrahenten SV Warngau (B-Klasse) und FC Emmering (Kreisliga) zutraf. Vor 600 Zuschauern ging das Endspiel über die Bühne. Dabei sahen die Außenseiter aus Warngau nach 70 Minuten schon fast wie der sichere Sieger aus. Am Ende musste sich der Unterdog nach sage und schreibe 18 Strafstößen hauchdünn im Elfmeterschießen geschlagen geben. Den Siegerscheck und damit auch das Ticket für die erste Runde des BFV-Pokal sicherten sich die Kicker aus Emmering.

Die Stimmung vor dem Spiel war gelöst: Unter dem Applaus der Zuschauer wurden die Spieler beider Teams einzeln vorgestellt. So schickte Wagner beispielsweise „Kugelblitz“ Anton Gschwendtner oder „Brezenbäcker“ Sebastian Klaus auf den Rasen und sorgte damit für Schmunzler. Nach dem Abspielen der Bayernhymne war es vorbei mit dem freundschaftlichen Auftreten, beide Teams kämpften und schenkten sich nichts. Chancen gab es im ersten Durchgang aber kaum, da sich beide Seiten auf die Defensive konzentrierten. „Das Einzige, was noch fehlt, sind die Tore“, sagte Kreisspielleiter Heinz Eckl zur Halbzeit. Ansonsten präsentiere sich Warngau „als Top-Ausrichter für das Finale“.

Die Tore sollten nach der Pause folgen. Keine Stunde war gespielt, als Warngaus Filip Novkovski nach einer Ecke ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Fünf Minuten später krönte Manuel Spreiter eine starke Einzelaktion mit dem 2:0. Die Warngau-Fans standen Kopf. Allerdings hatten die Hausherren die Rechnung ohne die Gäste gemacht. Durch einen sehenswerten Freistoß und einen Kopfball nach einer Standardsituation glich Emmering in der Schlussphase aus, und so musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

Insgesamt 18 Schützen bedurfte es, bis dann doch der Favorit aus Emmering als Sieger feststand. Die ersten acht Schützen beider Teams hatten getroffen, ehe Warngau scheiterte. „Dramatischer geht es nicht. Das war dann einfach Glückssache“, meinte Eckl.

„Emmering hat besser gespielt, wir haben es taktisch clever gemacht. Aber am Ende war der Sieg verdient“, sagte Warngaus Trainer Daniel Mayer. „Für uns als B-Klassen-Verein war es trotzdem eine geile Sache, dass wir dieses Finale spielen durften.“ SV-Abteilungsleiter Florian Gschwendtner sah es ähnlich: „Ein Elfmeterschießen zu verlieren, ist immer bitter. Trotzdem war es eine tolle Leistung der Mannschaft.“ Diesen Schwung wollen die Warngauer nun mitnehmen und kommende Saison in der A-Klasse voll angreifen.

Thomas Spiesl

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