Helga und Manfred Parzhuber in der Wallfahrtskapelle Birkenstein.
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20 und 21 Jahre alt waren Helga und Manfred Parzhuber, als sie sich in der Wallfahrtskapelle Birkenstein das Jawort gaben. Dort feierten sie auch ihre Diamantene Hochzeit. Fotos: privat

DIAMANTENE HOCHZEIT

Ein Zufall führte sie zusammen

In einem italienischen Restaurant hatte es damals gefunkt zwischen Helga und Manfred Parzhuber. 61 Jahre ist das her. Seitdem hat es das Paar immer wieder nach Birkenstein verschlagen.

Wall – Die Marien-Wallfahrtskapelle in Birkenstein hat für Helga und Manfred Parzhuber aus Wall eine besondere Bedeutung. Vor 60 Jahren, im November 1960, gaben sie sich dort das Ja-Wort. Die Braut war gerade mal 20 Jahre alt, der Bräutigam 21. Nach der Grünen Hochzeit haben sie alle folgenden runden Hochzeitstage mit einer Messe in Birkenstein begangen: die Silberne Hochzeit, die Goldene und nun die Diamantene. „Danach sind wir immer ins Winklstüberl gegangen“, erzählt Manfred Parzhuber. Nur heuer musste dieser Traditionsbesuch ausfallen.

Im Nebenzimmer eines italienischen Restaurants in München haben sich Helga und Manfred Parzhuber kennengelernt. Ein Schachklub hielt dort seine Treffen ab. Manfred Parzhuber, der in Gräfelfing als Schreiner arbeitete, war nach einem Unfall krankgeschrieben und hatte deshalb Zeit für den Schachklub. Helga war von einer Freundin zum Mitkommen überredet worden.

Vielleicht war es eine Vorsehung. Jedenfalls funkte es schnell. Manfred Parzhuber erinnert sich: „Wir haben bald gemerkt, dass wir zusammengehören.“ Es folgten gemeinsame Ausflüge in die Berge und Ausgeh-Abende in Schwabing und schon im Jahr darauf die Hochzeit. Die Braut war nach damaligem Gesetz noch nicht volljährig und brauchte die Unterschrift der Mutter, um heiraten zu dürfen. Das war kein Problem, denn beide Familien unterstützten den Wunsch der beiden.

In Gräfelfing bezog das Paar das erste gemeinsame Heim. Zuerst nur ein kleines Zimmer in Untermiete, später bauten die beiden mit Hilfe von Freunden eine Wohnung aus. Helga Parzhuber arbeitete als Verwaltungsangestellte bei der Stadt München im Sozialreferat, Manfred Parzhuber erst als Schreiner und später ebenfalls bei der Landeshauptstadt im Baureferat.

Ihre Wochenenden und freien Tage verbrachten die beiden am liebsten im Oberland. Manfred Parzhuber stammte ursprünglich aus Fischbachau, Helga hatte Verwandte in Rottach. Eine Wohnung im Kreis Miesbach war stets ihr Wunsch – und der ging 1980 in Erfüllung. Die Parzhubers zogen nach Wall.

In dem kleinen Ort fühlten sie sich schnell zuhause. Manfred Parzhuber engagierte sich bald im Schützenverein. 18 Jahre lang war er dort Jugendleiter. Helga Parzhuber hatte endlich einen eigenen Garten. „Der ist immer noch ihr Ein und Alles“, sagt ihr Mann. Zwar gehe nicht mehr alles so leicht von der Hand wie früher, aber die beiden helfen zusammen, so wie sie es schon seit 60 Jahren tun.

Die Parzhubers vor 60 Jahren

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