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In dem Anwesen am Bahnhof in Warngau könnten im Sommer 2021 fünf Wohnungen bezugsfertig werden.

Anonymer Gönner macht Projekt möglich

Sozialwohnungsbau in Warngau: Gemeinde stellt Bauantrag

So ein Massel muss man erst mal haben: Die Gemeinde Warngau kann die frühere Bahnhofswirtschaft mit fünf Sozialwohnungen ausbauen. Die Kosten übernimmt ein Spender. 

Warngau – Es war der Hauptgewinn, bei dem man sich erst die Augen reibt: Ein Gönner, der anonym bleiben möchte, hat der Gemeinde Warngau vor gut einem Jahr zugesagt, die Kosten für einen Aus- und Umbau der früheren Bahnhofsgaststätte Tafelmayer zu übernehmen – wenn die Gemeinde sich verpflichtet, dort Sozialwohnungen zu vermieten. Ein Geschäft, auf das sich die Gemeinde gern einließ. Jetzt nimmt das Projekt Fahrt auf: Der Gemeinderat hat den Entwurf für den Bauantrag abgesegnet. Ein wenig gefeilt wird noch an der Gestaltung der Parkplätze.

Cindy Scharein vom Bauamt der Gemeinde erläuterte dem Gemeinderat die Planung. Das Gebäude bekommt ein ausgebautes Dachgeschoss aufgesetzt, damit dort eine weitere Wohnung untergebracht werden kann. Im Erdgeschoss und im ersten Stock entstehen jeweils zwei neuwertige Wohnungen, insgesamt also fünf – im Parterre barrierefrei und mit Terrassen. Damit die Gemeinde auch einer größeren Familie Wohnraum anbieten könnte, besteht baulich die Möglichkeit, ohne großen Aufwand zwei Wohnungen in einer Etage zu einer großen zusammenzuschließen.

Die Fassade soll im Wesentlichen erhalten beziehungsweise an den Ursprungszustand angepasst werden. Eine Doppelgarage wird umgenutzt als Abstellraum für Fahrräder und Mülltonnen, ein Stadel bietet Lagerflächen. An der Nordostecke des Areals ist eine Wiese mit Gartenhäuschen und Spielbereich für Kinder vorgesehen. Eine Holzschupf wird derweil abgerissen, um die Erschließung zu ändern und genug Stellplätze zu schaffen: Zehn Pkw-Parkplätze stehen dann im nördlichen Bereich des Grundstücks bereit – zwei pro Wohnung. Die Zufahrt von der Bahnhofstraße aus erfolgt für Autos künftig nicht mehr auf der Südseite, die nur noch für Fußgänger oder Radfahrer offen bleiben soll, sondern auf der Westseite. Der asphaltierte Vorplatz an der Südseite kann damit weitgehend begrünt werden, die Terrassen und Balkone bekommen mehr Privatsphäre und Aufenthaltsqualität.

Gemeinde kann fünf Wohnungen bauen - dank anonymem Spender

Dass alle Stellplätze damit aber etwa 60 Meter vom Eingang entfernt liegen, sorgte bei einigen Gemeinderäten für Skepsis. „Dann gibt es keine Möglichkeit zum Be- und Entladen direkt vor dem Haus“, meinte Josef Gschwendtner (FWG). Engelfried Beilhack (CSU) befürchtete, dass Bewohner oder Besucher dadurch vermehrt auf der Bahnhofstraße an der Südseite parken könnten und regte an, näher am Haus noch Längsparker einzuplanen. Barbara Deflorin (CSU) wies darauf hin, dass gerade für die barrierefreien Wohnungen im Erdgeschoss eine Möglichkeit wichtig sei, jemanden nah am Eingang aus dem Auto aussteigen zu lassen: „Für eine Person mit Gehbehinderung ist der Weg vom Parkplatz hinten zum Eingang zu lang.“ Auch der Rettungsdienst täte sich mit einer Option, ans Haus zu fahren, leichter, da war sich Deflorin mit Adolf Schwarzer (CSU) einig.

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Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) sagte zu, dass die Gemeinde einen alternativen Freiflächenplan entwirft, um die Anregungen zu berücksichtigen. Der Gemeinderat soll sich dann für eine Variante entscheiden. Den Bauantrag schickte das Gremium einstimmig weiter.

Wie Thurnhuber auf Anfrage erklärt, stehen die Chancen damit gut, dass das Mehrfamilienhaus schon in einem Jahr bezugsfertig ist. „Die Ausschreibung ist schon vorbereitet, wir wollen zeitnah loslegen“, sagt Thurnhuber. „Wir sind guter Dinge, dass das bis Sommer 2021 klappt.“

Katrin Hager

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