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In sattem Grün präsentiert sich der Trainingsplatz des SV Warngau nach der Sanierung – sehr zur Freude von Christian Schöllner. Vergeblich jedoch beantragte der SV dafür einen Zuschuss der Gemeinde. 

Gemeinderat stellt Anfrage zurück

SV Warngau blitzt mit Corona-Hilferuf ab

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Feste und Veranstaltungen fallen aus, Sponsoren wackeln: Corona beutelt viele Vereine, auch den SV Warngau. Die Renovierung des Vereinsheims und eine Platz-Sanierung nagen an den Rücklagen. Der SV bat das Rathaus um eine Finanzspritze. Doch der Gemeinderat zögert.

Warngau – Corona ist bitter. Doch man sollte versuchen, das Beste daraus zu machen. Das tat der SV Warngau und brachte Ende Mai seinen Trainingsplatz auf Vordermann. Zehn Mannschaften bespielen ihn regelmäßig, sind aufgrund der Pandemie derzeit aber zur Untätigkeit verdammt. Die Zwangspause nutzte der Verein, um das strapazierte Geläuf neu sanden und vertikutieren zu lassen. „Man sieht, wie sich der Rasen erholt“, beobachtet Vorsitzender Christian Schöllner, „der Nebenplatz ist durch die vielen Trainings stärker belastet als unser Hauptplatz.“

Die kurzfristig beauftragte Platzpflege war nicht billig. Rund 5000 Euro wurden fällig. Nicht die einzige Überweisung, die Schöllner zuletzt tätigen musste. Am Vereinsheim waren Fenster zu erneuern und andere Renovierungen fällig. Auf 7000 Euro summierten sich diese Ausgaben. Andererseits sind wichtige Einnahmequellen versiegt. Das am 20. Juni geplante Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Unterhaching mit großem Fanfest ist auf 2021 verschoben, das lukrative Waldfest fällt aus. „Und ob jetzt in der Krise alle 50 Firmen für ihre Bandenwerbung bei uns zahlen können, das weiß niemand“, sagt der Vereinsboss. Man überlasse es den Firmen, ob sie heuer zahlen oder nicht. Einnahmen in Höhe von 12 000 Euro stehen damit infrage. „Es ist ein großes Durcheinander“, sagt Schöllner. Summa summarum fehlen dem Verein Einnahmen in Höhe von rund 20 000 Euro.

SV Warngau: 35.000 Euro Rücklagen

Um die Belastung auf der Ausgabenseite zu dämpfen, stellte der SV einen Zuschussantrag an die Gemeinde. Konkret ging es um die 5000 Euro für die Platzsanierung im Mai, oder wenigstens die Hälfte davon, wie es im Antrag hieß. Schöllner verwies darauf, dass der SV von 2017 bis 2019 die zuvor üblichen Jahreszuschüsse von je 5000 Euro nicht in Anspruch genommen habe.

Merkur CUP: SV Warngau muss dritten Termin für Freundschaftsspiel mit SpVgg Unterhaching finden.

Der Gemeinderat reagierte in seiner jüngsten Sitzung überwiegend reserviert auf den Hilferuf der Sportler. „Es geht noch nicht ums Überleben des Vereins“, stellte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) fest. Tatsächlich berichtete Kämmerer Anton Kaunzner von beträchtlichen Rücklagen des SV, die sich auf 35 000 Euro belaufen. Das Ersparte stammt überwiegend aus den Einnahmen des Jahres 2018, als speziell die Ausrichtung des Merkur-CUP-Finales die Kasse füllte. „Rücklagen sind da, damit man sie verwenden kann, wenn man sie braucht“, betonte Max Bauer (FWG); er halte nichts davon, Zuschüsse zu gewähren, die nicht wirklich vonnöten seien.

SV Warngau: Verständnis für abgelehnten Antrag

Der SV sei nicht der einzige Verein in der Gemeinde, der viel Jugendarbeit betreibe und dem jetzt Einnahmen wegbrechen, sagte Anton Bader (FWG). „Wenn die Not wirklich da ist, lassen wir den SV sicher nicht absaufen“, versicherte er. Die Corona-Krise werde auch die Gemeinde finanziell treffen, fürchtet Adolf Schwarzer (CSU), der ebenfalls zur Zurückhaltung mahnte, „wer weiß, was da noch kommt“. Johann Gillhuber (Draxlhamer Liste) jedoch, selbst als Beisitzer im SV aktiv, plädierte dafür, mindestens die Hälfte der 5000 Euro zu übernehmen.

Nach Diebstahl: SV Warngau hat wieder einen Vereinsbus.

Während Max Bauer dafür eintrat, den Antrag glatt abzulehnen, „weil die Grundlage dafür fehlt“, entschied sich eine 15:2-Mehrheit für den Vorschlag Peter Hubers (CSU), den Antrag bis zum Ende des Jahres zurückzustellen. „Im Dezember schauen wir uns dann an, welcher Verein wie dringend unsere Hilfe braucht“, sagte Leonhard Obermüller (CSU). „Das geht schon in Ordnung“, sagt der SV-Vorsitzende, „wir wissen, dass uns die Gemeinde in der Vergangenheit oft unterstützt hat.“

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