Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

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Hier soll die zweite Querverbindung über die abgesenkte Bundesstraße entstehen: Der Gemeinderat hat Baurecht für die Hauserbauernbrücke geschaffen, die den Angerweg (im Bild vorne l.) mit dem Kaiserbichl auf der Westseite (r.) verbinden soll.

Tieferlegung der B 318 

Bahn frei für zweite Brücke

Warngau – Der Bau der Hauserbauernbrücke an der B318 hat freie Bahn: Der Warngauer Gemeinderat hat jetzt das erforderliche Baurecht geschaffen – und damit den Weg geebnet für das zweite Großprojekt, das heuer in Angriff genommen werden soll.

Die sogenannte Hauserbauernbrücke soll im Ortsbereich von Oberwarngau eine zweite Querverbindung über die B 318 schlagen, wenn diese in der Tiefe verschwindet: Sie verbindet den Angerweg auf der Ostseite mit dem Kaiserbichl auf der Westseite der Bundesstraße.

Zuletzt war das Projekt nicht mehr – wie zuvor lange Zeit – unumstritten gewesen,. Knackpunkt waren die Kosten: Nachdem ein Planer genauere Berechnungen angestellt hatte, schnellte die Kostenschätzung von den erhofften 350 000 Euro auf satte 860 000 Euro hoch. Inzwischen liegt die Schätzung bei rund 750 000 Euro. Zum einen, weil das Straßenbauamt nach Verhandlungen nun doch nicht nur die Anbindung zum Kaiserbichl (150 000 Euro), sondern auch die zum Angerweg (knapp 40 000 Euro) übernimmt. Und zum anderen, weil die Gemeinde Kosten sparen kann, wenn sie sich an die laufenden Arbeiten der Tieferlegung dranhängt und somit auf eigene Baustelleneinrichtung, auf Umleitungs- und Absicherungsmaßnahmen verzichten kann: Die Ersparnis wird auf knapp 140 000 Euro geschätzt. Die Höhe der Ablöse, die die Gemeinde einmalig an den Bund zahlen muss, damit die Baulast in dessen Verantwortungsbereich übergeht, steht noch nicht fest.

Wie berichtet, beschloss der Gemeinderat den Bau der Hauserbauernbrücke im Dezembernur mit drei Stimmen Mehrheit (10:7). Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) findet das nur konsequent, trotz der hohen Mehrkosten: „Es war immer die Rede davon, dass wir ein zweites Brückenbauwerk auf eigene Kosten bauen“, sagt er. „Da können wir nicht jetzt einen Rückzieher machen. Die Leute verlassen sich ja darauf.“ Alle sonstigen Einmündungen in die B 318 müssen naturgemäß mit der Tieferlegung geschlossen werden; es bliebe ansonsten nur die knapp 80 Meter breite Grünbrücke für die Kreisstraße, zwischen Bahnhof- und Taubenbergstraße, die die jetzige Kreuzung ersetzt.

Die Bauleitplanung für das Projekt indes schloss der Gemeinderat nun mit einstimmigen Beschlüssen ab. Reinhold Bücher (Grüne) betonte indes, dass er zwar den Brückenschlag generell ermöglichen wolle, wohl aber nach wie vor gegen einen sofortigen Baubeginn sei. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das überdimensioniert“, fand Bücher. „Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis.“

Zuvor arbeitete das Gremium noch die Ergebnisse der letzten Öffentlichkeitsbeteiligung ein, im Wesentlichen ändert sich die Planung für die 5,50 Meter breite Brücke mit einer Spannweite von 17,50 Metern aber nicht mehr. Die Untere Naturschutzbehörde forderte eine Eingrünung des Wendehammers am Angerweg wenigstens mit „zwei bis drei Bäumen“, die Gemeinde will dem nachkommen. Mit dem Straßenbauamt Rosenheim muss die Planung und Ausführung in enger Abstimmung erfolgen – was ohnehin der Fall ist. Die Kosten für die durch die Brücke notwendige Verlängerung der Schutzplanken an der B 318 um 70 Meter erfolgt auf Kosten der Gemeinde, ebenso der erforderliche Grunderwerb. Rechts und links der Bundesstraße gilt, wie üblich, eine 20 Meter breite Bauverbotszone. Bestehende Bauten müssten freilich nicht weichen, betonte Thurnhuber auf Nachfrage von Adolf Schwarzer (CSU).

Von Bürgern waren keine Stellungnahmen eingegangen. sSobald der Bebauungsplan rechtskräftig wird, sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Der Baubeginn ist für Herbst anvisiert.

Eine Fußgängerbrücke auf Höhe der Riedstraße, südlich der Grünbrücke, war wie berichtet auch schon einmal in der Diskussion, wird aber vorerst nicht konkret weiterverfolgt.

Katrin Hager

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