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Umfahrung in Warngau: Westlich der schnurgerade nach Norden (Richtung Autobahn) verlaufenden Trasse schlängelt sich die Behelfsfahrbahn durch den Ort. Auf der alten Trasse wird derzeit die Betonpiste abgefräst, die unter dem Asphalt zur Vorschein kam.

Ungewöhnlicher Plan

Tieferlegung B 318: Wegen einem Clou wird's richtig laut

Warngau – Bald geht es bei der Tieferlegung der B 318 in Warngau ans Eingemachte. Riesige Bohrer rammen Fundamente in die Erde. Dabei wird's ziemlich laut. Aber dafür gibt's einen Clou.

„Wir liegen gut im Zeitplan“, freut sich Matthias Geitz, der zuständige Projektbetreuer im Straßenbauamt. Die ausführende Firma, die aus Österreich stammende Arbeitsgemeinschaft Porr und Haider, hat angekündigt, auf eine eigentlich angedachte Winterpause zu verzichten. Der Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 6,152 Millionen Euro (weitere 300.000 Euro waren für Grunderwerb nötig) war europaweit ausgeschrieben worden. Auch regionale und andere überregionale Firmen hatten sich beworben, sagt Geitz. „Den Zuschlag bekam das wirtschaftlichste Angebot.“ Das Gros der Kosten trägt der Bund, die Gemeinde beteiligt sich mit 1,8 Millionen Euro.

Überraschung: Betonpiste unter Bundesstraße entdeckt

Die Behelfsfahrbahn westlich der angestammten Trasse ist längst in Betrieb. Derzeit mühen sich die Arbeiter, die alte Straße auf einer Länge von 900 Metern aus dem Boden zu bekommen. Der Asphalt ist entfernt, etwas überraschend tauchte darunter eine harte Betonpiste auf – offenbar der Vorgänger der späteren Asphaltstraße. „Das war nicht unbedingt zu erwarten“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Der Beton wird jetzt abgefräst, das Fräsgut soll später bei der Hinterfüllung der Tunnelwände gute Dienste leisten.

Noch im November startet die Borpfahl-Phase

Noch im November startet die Bohrpfahl-Phase, voraussichtlich in der Woche ab 21., wie Thurnhuber im Gemeinderat ankündigte – der erste Schritt der „Deckelbauweise“, wie sie zuletzt auch bei den Tunnels am Mittleren Ring in München (Luise-Kiesselbach-Platz) Anwendung fand. Auf einer Länge von etwa 130 Metern – der eingehauste Bereich ist später knapp 80 Meter lang – bohrt ein Spezialgerät Löcher in die Erde (Durchmesser 90 Zentimeter); fast gleichzeitig wird das Loch mit Beton verfüllt. Gebohrt wird in einer Linie, zunächst ohne direkte Verbindung der Pfähle; um die Lücke zu schließen, schneidet das Spezialgerät die beiden flankierenden Pfähle am Rand leicht an.

Bei den Bohrarbeiten wird's laut

„Bei diesen Bohrarbeiten dürfte es wohl etwas laut werden“, glaubt Thurnhuber, „wir hoffen auf das Verständnis der Anwohner.“ Bis zu 15 Meter tief gründet diese Pfahlwand, die als Fundament der Grünbrücke dient. Die spätere Fahrbahn (je eine Spur plus Notgehwege) liegt sechs Meter unter Erdniveau. Die Wände bekommen einen Schallschutz, die Pfähle selbst werden also später nicht mehr zu sehen sein.

Aufliegend auf den Bohrpfahlreihen wird anschließend der Deckel betoniert, der Stahlbeton überspannt bis zu zwölf Meter. Als Unterlage dient das zuvor planierte Erdreich. Der Deckel hat dann Zeit, um auszuhärten, ehe im Frühjahr abgegraben wird. „Begonnen wird im Süden“, sagt Thurnhuber. Es dürften dann etliche Lkw im Dauereinsatz sein.

Im November kommenden Jahres soll die Grünbrücke fertig sein, die Kreisstraße MB 19 führt dann kreuzungsfrei über die viel befahrene B 318 – und der Ort Oberwarngau kann wieder zusammenwachsen. Auf eigene Kosten lässt die Gemeinde im Norden zusätzlich die Hauserbauernbrücke über die tiefergelegte Bundesstraße schlagen (wir berichteten). „Es ist ein hartes Jahr für uns alle, vor allem für die Anwohner“, sagt Thurnhuber, „aber denken wir daran, was wir dafür bekommen.“

Und so geht's:

Zunächst werden Bohrpfahlwände im rechten Winkel zur bestehenden B 318 erstellt und der Boden für den Deckel ausgehoben...

Schritt 2


...nach dem Betonieren des Deckels wir der Boden darunter ausgehoben.

Schritt 4

Dem Ausbau des „Tunnels“ mit Fahrbahn und dergleichen folgt die Oberflächengestaltung, die der Grünbrücke ihren Namen verleiht. Bekanntes Beispiel für diese Bauweise sind nach Angaben von Matthias Geitz vom Straßenbauamt Rosenheim die Tunnelstrecken um den Luise-Kiesselbach-Platz am Mittleren Ring in München.

Schritt 6

avh

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