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Vorsicht Pfützen: Aufgrund von wasserundurchlässigen Schichten in der Tiefe kann das Wasser rund um die tiefergelegte B 318 an vielen Stellen nicht richtig versickern. 

Behörde: „Keine Fehlplanung“

Tieferlegung B318: Baustelle läuft voll - mit Folgen

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Bei der Tieferlegung der B318 bei Oberwarngau gibt es Probleme: Das Wasser läuft nicht ab - und die Baustelle voll. Das hat schwerwiegende Folgen für Bauzeit und Kosten. 

Warngau – Eigentlich läuft es auf der Baustelle: Die Aushubarbeiten sind bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig, die Betonierungsarbeiten an der Grünbrücke liegen im Zeitplan. Jetzt aber treten bei der Tieferlegung der B318 in Oberwarngau Probleme auf. Das bestätigt das Staatliche Bauamt Rosenheim auf Anfrage. Kurz gesagt, hakt es bei der Entwässerung.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es laut Straßenbauamt aber keinen Baustopp. Aktuell erfolgt die Überarbeitung der Entwässerungsplanung und damit die Abstimmung von Änderungen mit dem Wasserwirtschaftsamt. Erst danach stelle sich die Frage, ob ein kurzer Baustopp nötig sei, der dann aber nur die Erdarbeiten betreffe, berichtet Abteilungsleiter Matthias Geitz, der im Straßenbauamt für den Kreis Miesbach zuständig ist. „Es stimmt allerdings, dass die Sickerfähigkeit des anstehenden Bodens im Bereich der Sohle der Grünbrücke deutlich schlechter ist als erwartet.“ Kürzlich stand bei Regen Wasser im Bauwerk. „Dies hatte aber keinerlei Einfluss auf die Standfestigkeit.“

Ursprünglich sind laut einem Planer im Straßenbauamt zwei Versickerungsschächte als Notüberläufe geplant gewesen, die gebaut wurden. Die eigentliche Entwässerung hätte über eine Rigole – einen unterirdischen Raum – aufgefangen werden sollen. Dies funktioniere nun aber nicht, wie im Zuge der Herstellung der Entwässerung herauskam.

Von einer Fehlplanung will die Behörde nicht sprechen: „Im Rahmen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung der Maßnahme wurde alles Notwendige zur bestmöglichen Planung durchgeführt“, sagt Geitz. Inklusive Gutachten und Bohrungen. Trotzdem stellte sich der Untergrund während der Ausführung anders und inhomogener dar, als bisher angenommen. Die versickerfähigen Schichten lägen tiefer. „Und es scheint noch eine quasi dichte Schicht im Untergrund zu geben, die zur Wirkung hat, dass das Wasser zwar scheinbar versickert, dann jedoch ähnlich einer Badewanne aufstaut.“

Dass auch die ehemalige Unterführung der B318, genannt „Mausloch“, früher oft mit Wasser volllief, wurde laut Straßenbauamt sehr wohl in der Planung berücksichtigt. Daher sei man nun mit der Tieferlegung mehrere Meter tiefer gegangen. Die bislang geplante Entwässerungsanlage sei deutlich leistungsfähiger als beim Mausloch.

Die neue Entwässerungsplanung sieht voraussichtlich circa 18 Brunnen entlang der gesamten Strecke vor, die gut 20 Meter in die Tiefe reichen. Das Wasser läuft dann über das Bankett in eine Entwässerungsmulde und von dort über einen Sammler in den nächsten Brunnen.

Die Änderungen wirken sich auf die Bauzeit aus. Jedoch sei es weiterhin das Ziel, den Verkehr noch 2017 auf die tiefergelegte Trasse zurückzulegen. „Gesamtfertigstellung wird allerdings erst in 2018 sein“, sagt Geitz. Details sind noch offen. Mit einer Kostensteigerung sei zu rechnen, die genauen Zahlen liegen noch nicht vor.

Auch Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber nimmt das Wort Fehlplanung nicht in den Mund. Offiziell erfahren von dem Problem hat er vor ein paar Tagen. Er sieht das Ganze recht pragmatisch. „Es ist sinnhafter, es gleich zu optimieren“, findet er. Besser, als wenn in ein paar Jahren stückchenweise Teillösungen anfallen, und besser, als wenn der Verkehr ins Stocken gerät, weil die Straße unter Wasser steht. „Für uns ist die Bauzeitplanung wichtig“, betont Thurnhuber. Die Bürger bewege am meisten, wann sie die neue Trasse nutzen können und die Baustelle wegfällt. Auf die Gemeinde kommen laut dem Rathauschef keine Mehrkosten hinzu. „Mit diesem Kostenanteil haben wir nichts zu tun.“ Bekanntlich kostet das Projekt bislang 6,4 Millionen Euro, 1,8 Millionen zahlt die Gemeinde, den Rest der Bund.

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