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Von Ost nach West und andersrum: Weil die Entwässerungsp roblematik die Bauarbeiten an der B 318 in Warngau ins Stocken brachte, pochte die Gemeinde auf eine Übergangslösung, um die Taubenbergstraße (Bildmitte, r.) an die Behelfsfahrbahn anzuschließen – und damit endlich wieder Querverkehr zu ermöglichen.  

Tage des geteilten Dorfes bald gezählt

Tieferlegung B318: Wenigstens die Warngauer kommen wieder zusammen

Die Tage der Trennung in Ost und West in Oberwarngau sind gezählt – auch wenn die Baustelle der Tieferlegung der B318 noch bis 2018 bleiben wird:

Warngau– Die frohe Botschaft hatte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend im Gepäck: Die Taubenbergstraße östlich der B 318 wird für den Rest der Bauzeit nun doch noch an die Behelfsfahrbahn angebunden. Das ist das Ergebnis eines Ortstermins mit Vertretern des Staatlichen Bauamts Rosenheim, des Landratsamts und der Polizei, berichtete Thurnhuber.

Dem Bauprojekt war es nass eingegangen: Aufgrund zunächst unauffälliger Bodenproben wurde – der Erfahrung der Warngauer zum Trotz – die Entwässerung zu klein dimensioniert. Starkregen setzte den künftigen Tunnel im August unter Wasser – und zwingt die Planer zum Nachbessern. Das brachte den Baufortschritt gehörig aus dem Tritt: Die Fertigstellung des insgesamt 6,5 Millionen Euro schweren Projekts, die für diesen Herbst vorgesehen war, verzögert sich wie berichtet bis 2018.

Sobald das feststand, hatte sich die Gemeinde eingespreizt: Thurnhuber forderte eine Ost-West-Verbindung, um die baustellengeplagten Bürger und Geschäftsleute, die seit einem Jahr alles klaglos und tapfer ertrugen, zu entlasten – und setzte sich mit den Argumenten schließlich durch. Die von ihm zunächst angedachte intelligente Ampel wurde beim Ortstermin verworfen. Erfahrungen an vergleichbaren Baustellen hätten gezeigt, dass dies nicht zu mehr Sicherheit führt, sondern im Gegenteil: zu einem neuen Unfallschwerpunkt.

Stattdessen soll die Lösung nun so aussehen: Die Taubenbergstraße wird über die bereits weitgehend fertige Grünbrücke, über die sie ja auch künftig führt, bis vor an die Behelfsfahrbahn asphaltiert. Dort können die Kraftfahrer in die Behelfsfahrbahn ein- und leicht versetzt von dort in die Bahnhofstraße abbiegen. Auch das Ausfahren von der Behelfsfahrbahn in die Taubenbergstraße wird so wieder möglich, die bisherige Umfahrung über Ahornallee oder Reitham obsolet. Die Haltestreifen auf der Behelfsfahrbahn an der Fußgänger-Drückampel werden so platziert, dass kreuzender Verkehr zwischen Bahnhof- und Taubenbergstraße die Grünphasen der Fußgänger mitnutzen kann. Eine Rückkehr zum Zustand vor der Tieferlegung quasi – ohne Mausloch, dafür mit dem Vorteil, dass die Fußgängerampel zu Stoßzeiten Lücken im Verkehr auf der B 318 auftun kann. Zunächst war das nicht vorgesehen, weil der Tunnel ja zeitnah zur Fertigstellung der Grünbrücke eröffnen sollte.

Die Mehrkosten trägt Thurnhuber zufolge der Bund, weil diese unmittelbar mit der Tieferlegung – die Sache des Bunds ist – zusammenhängt, nicht mit dem Bau der Grünbrücke, den sich die Gemeinde extra leistet. Wie hoch sie sind, steht noch nicht fest, und auch die Freigabe der Mittel steht offenbar noch aus. Es dürfte sich aber um keinen Betrag handeln, der die Interimslösung doch wieder gänzlich in Frage stellt, ist Thurnhuber überzeugt. Er betont: „Das sind wir den Warngauer Bürgern schuldig.“

Bleibt noch die Zeitfrage – und die Antwort hängt laut Thurnhuber vom Wetter ab. Sobald die Temperaturen wieder Asphaltierungsarbeiten zulassen, sollen diese erfolgen und in wenigen Tagen erledigt sein. Thurnhuber, dem der Gemeinderat einen Infobrief an alle Warngauer mit dem Stand der Dinge auftrug, hofft deshalb demnächst auf ein paar milde Tage. Dann dürfen auch die Geschäftsleute hoffentlich aufatmen.

Katrin Hager

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