Abkoch-Anordnung erlassen

Trinkwasser in Wall mit Keimen belastet: Chlorung läuft

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Im Trinkwassernetz des Wasserversorgungsverbandes Wall sind Bakterien nachgewiesen worden. Das Wasser muss mit sofortiger Wirkung abgekocht werden. Eine Chlorung läuft inzwischen.

Update vom Montag, 12. November, 14.15 Uhr

Wall - Die Chlorung des Leitungsnetzes des Wasserbeschaffungsverbandes Wall (WBV) ist heute angelaufen. Das teilte der Vorsitzende Josef Berghammer mit. Wie berichtet, wurden coliforme Keime im Trinkwasser nachgewiesen. Das Landratsamt ordnete eine Chlorung an. Der WBV hat die mobile Chlorungsanlage, die er übers Wochenende besorgt hat, inzwischen  im Pumpenhaus angeschlossen und in Betrieb genommen. 

Das Chlor soll die coliformen Keime abtöten, die im Trinkwasser entdeckt wurden (wir berichteten). Laut Bergahmmer dauere es aber einige Tage, bis sich der Stoff im weitverzweigten Netz verteilt. Die 180 betroffenen Abnehmer in Wall, Reitham und Bernloh-Einhaus sollten ihr Wasser deshalb weiterhin abkochen. Derweil hat der WBV seine beiden Hochbehälter entleert und desinfiziert.

Der ursprüngliche Artikel vom Freitag, 9. November:

Wall – Wieder Warngau, wieder Bakterien im Trinkwasser: Im Leitungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes Wall (WBV) sind Keime nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt am Freitag mit. Es handelt sich, wie zuvor in Oster- und Oberwarngau, um coliforme Bakterien. Der Fachbereich Gesundheit, Betreuung und Senioren hat daher erneut eine Abkochverfügung erlassen. 

Betroffen sind nach Angaben des WBV 180 Abnehmer. Das weitverzweigte Netz versorgt neben Wall aber auch die Wasservereine Reitham und Bernloh-Einhaus. In allen drei Ortsteilen muss das Wasser daher abgekocht werden, um potenziell vorhandene Krankheitserreger abzutöten.

Lesen Sie auch: Darauf ist bei einer Abkoch-Anordnung zu achten

Darüber hinaus hat das Gesundheitsamt eine Chlorung des Leitungsnetzes angeordnet. Der WBV muss dafür allerdings zunächst eine mobile Chlorungsanlage anmieten. Eine solche ist laut Landratsamtssprecher Birger Nemitz zuletzt auch in Ostin zum Einsatz gekommen. „Ich telefoniere mir schon die Finger Wund“, sagte Josef Berghammer, Vorsitzender des WBV, am Freitag. „Voraussichtlich kommende Woche“ könne mit der Chlorung begonnen werden. Betroffene Abnehmer sollten das Trinkwasser zunächst aber weiterhin abkochen, bis eine ausreichende Chlorkonzentration im Netz erreicht ist. Das Wasser wird laut Landratsamt solange gechlort, bis weitere mikrobiologische Untersuchungen nachweisen, dass es nicht mehr keimbelastet ist. 

Wo die Keime ins Leitungssystem gelangt sind, weiß Bergmann nicht. „Wir gehen jetzt auf die Suche nach der Ursache“, sagt er. Bereits am Freitag habe der WBV seinen Hochbehälter auslaufen lassen und gereinigt. 

Es ist der dritte Keim-Fall in der Gemeinde Warngau in drei Monaten. Zuletzt traf es den WBV Oberwarngau. Dort wird das Netz laut dem Vorsitzenden Christoph Bichlmeier nach wie vor gechlort, bis die Proben keimfrei sind.

fp

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Lino Mirgeler

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