Hier kommen die Kinder rein: Die Gemeinde mietet dieses Wohnhaus an der Miesbacher Straße in Wall an, um darin die Mittagsbetreuung der Grundschule unterzubringen.
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Hier kommen die Kinder rein: Die Gemeinde mietet dieses Wohnhaus an der Miesbacher Straße in Wall an, um darin die Mittagsbetreuung der Grundschule unterzubringen.

Einrichtung soll in Wohnhaus ziehen, bis Neubau steht

Grundschule Wall: Mittagsbetreuung bekommt Übergangsquartier

Die Mittagsbetreuung der Grundschule Wall braucht ein Übergangsquartier. Die Gemeinde will dafür ein Wohnhaus anmieten, bis ein Anbau am Kindergarten steht.

Warngau – Steigende Schülerzahlen sichern die Zukunft der kleinen Dorfschule in Wall, die Zeit der Kombiklassen ist durch aktuell stärkere Jahrgänge vorbei. Doch das hat auch Probleme mit sich gebracht: Der Platz im Schulhaus reicht nicht mehr, um dort auch eine Mittagsbetreuung anzubieten. Sie soll stattdessen bei der geplanten Erweiterung des Waller Kindergartens mit unterkommen. Die Planung steht allerdings noch am Anfang. Auf der Suche nach einem Übergangsquartier (wir berichteten) ist die Gemeinde Warngau in der Umgebung fündig geworden: Die Mittagsbetreuung soll in ein Wohngebäude einziehen.

Wie Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) auf Anfrage unserer Zeitung berichtet, kann die Gemeinde ein Wohnhaus anmieten. Es liegt an der Miesbacher Straße 31, etwa 200 Meter entfernt von der Grundschule. Nicht so weit, dass eine Anbindung schwierig wird. Das hatte der Rathauschef nämlich bei der zweiten Variante befürchtet: Container auf einem Grundstück der Gemeinde am Einheimischenprogramm am Mangfallweg. Das Landratsamt habe dem Betrieb bereits zugestimmt. Ein paar kleinere Umbauten seien nötig, sagt Thurnhuber. „Wir können das ab dem neuen Schuljahr, eventuell schon etwas früher, umsetzen.“ Das Anwesen mietet die Gemeinde für zwei Jahre an.

Bis dahin wäre Zeit, die große Lösung umzusetzen: Die Mittagsbetreuung für die Grundschüler soll einen Platz im Anbau bekommen, den die Gemeinde für den Waller Kindergarten ins Auge gefasst hat, der ebenfalls mehr Platz braucht. Auch ein Mehrzweckraum soll im Anbau unterkommen. „Die Traumlösung wäre, alles an einem Platz zu haben“, sagt Rathauschef Thurnhuber.

Ob das funktioniert, hat die Gemeinde aber nicht allein in der Hand. Die katholische Kirche ist Eigentümerin des Grundstücks, auf dem der Kindergarten – den die Kirche auch betreibt – nach den Vorstellungen der Gemeinde erweitert werden soll. „Wir müssen fremden Grund bebauen – das ist nie ganz einfach“, sagt der Rathauschef. Zwar ziehe man mit den Vertretern der Kirche vor Ort an einem Strang, die Entscheidung trifft letztlich aber das Erzbischöfliche Ordinariat. Ein erstes Gespräch habe inzwischen stattgefunden, berichtet Thurnhuber. Er habe dabei positive Signale vernommen, die Angelegenheit muss aber erst durch die Instanzen.

Dass der Bedarf wieder sinkt und ein Neubau damit obsolet würde, erwartet der Warngauer Bürgermeister jedenfalls nicht. Zumal die bisherige Situierung im hellhörigen Schulhaus nicht optimal sei, denn während einige Kinder schon in die Mittagsbetreuung stürmten, sollten sich andere Kinder im Klassenzimmer daneben noch auf den Unterricht konzentrieren, schildert Thurnhuber. Auch bislang war für den Bedarf an Mittagsbetreuung nicht eine steigende Zahl an Kindern ausschlaggebend, erklärt Thurnhuber: „Sondern mehr Buchungsstunden.“

Der Bürgermeister rechnet daher mit steigendem Bedarf: Ab 2025/26 sollen Grundschüler in Deutschland einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung bekommen. Die Kommunen sehen deshalb einiges an Arbeit auf sich zukommen, wie zuletzt bei der Einführung des Anspruchs auf einen Krippenplatz zwischen 2008 und 2013, als überall Krippen aus dem Boden gestampft werden mussten: „Es geht ja nicht nur ums Zahlen“, meint Thurnhuber, „sondern auch um die Machbarkeit, wo wir überhaupt das Platzangebot schaffen können.“

ag

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