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Nichts wird’s mit einer zweiten Brücke über die B 318. Hier hätte sie hinsollen.

Überraschung in Warngau

Hauserbauernbrücke über B318 wird nicht gebaut

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Die Hauserbauernbrücke verschwindet in der Schublade. Diese zweite Verbindung über die tiefergelegte B 318 war durchgeplant und finanziert, umso überraschender das plötzliche Aus.

Warngau Rathauschef Klaus Thurnhuber kämpfte um die Hauserbauernbrücke. Am nördlichen Ortseingang sollte sie sich 17,50 Meter über die abtauchende B 318 spannen und den Angerweg im Osten mit dem Kaiserbichl im Westen verbinden. Ein Zugeständnis der Gemeinde an die Anlieger, denn die künftige Grünbrücke in der Ortsmitte ist weit weg, nur 80 Meter breit und trägt hauptsächlich die Kreisstraße. „Die Tieferlegung sollte keine Verlierer haben“, sagt Thurnhuber auf Anfrage, „wir standen im Wort.“

Im Gemeinderat war das Projekt dennoch umstritten. Die veranschlagten 750 000 Euro wären komplett zu Lasten der Gemeindekasse gegangen, einigen Räten war das zu teuer. Mit Mühe brachte der Bürgermeister im Gremium eine knappe Mehrheit zusammen. Es galt, keine Zeit zu verlieren, um den Vorteil der bestehenden Baustelle nutzen zu können. „Das hätte uns bestimmt 100 000 Euro gespart“, seufzt Thurnhuber. Die Gemeinde wühlte sich durch eine bürokratisch aufwendige Bauleitplanung, bekam schließlich die Baugenehmigung. Es sah gut aus.

Erwartungsfroh ging Thurnhuber in die Verhandlungen mit den Grundbesitzern. Sie sollten der Gemeinde Flächen verkaufen, um die Brückenköpfe sinnvoll anlegen zu können. „In meiner Wahrnehmung wären es die Hauptprofiteure dieser Brücke“, sagt der Bürgermeister.

Doch drei von vier Grundstücksbesitzern spielten nicht mit. Sie erhoben offenbar plötzlich Gegenforderungen, die den Bürgermeister kalt erwischten. „Es gab im Vorfeld Besprechungen mit allen Grundstücksbesitzern“, sagt Thurnhuber, „die wussten genau, was wir brauchen.“ Niemand habe was gesagt; erst als das Projekt angelaufen war, seien Forderungen laut geworden. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Thurnhuber. Er zog die Konsequenz und lässt die Hauserbauernbrücke fallen, „weil hier die Forderung einzelner das Gemeinwohl-Interesse erheblich übersteigt“, wie er es am Dienstag im Gemeinderat formulierte.

Die fertigen Pläne liegen damit vorerst auf Eis. „Niemand soll glauben, dass sich die Gemeinde in eine Richtung drängen lässt“, sagt der Rathauschef auf Anfrage. Ob der Gemeinderat seinen Beschluss zum Bau der Brücke auch formell aufhebt, ist unklar.

Denn eine Hintertür steht immer noch offen: Im Haushalt, den der Gemeinderat am Dienstag ohne viel Federlesens verabschiedete, bleiben 300 000 Euro für die Hauserbauernbrücke reserviert; die gleiche Summe weist der Finanzplan für 2018 aus. „Ich wollte das so, weil es ein Signal ist, dass die Gemeinde zu ihrem Wort steht“, sagt der Bürgermeister.

Allerdings verteuert ein späterer Baubeginn die Brücke. „Es wäre ein Superangebot für die Anlieger gewesen“, sagt Thurnhuber, leider sei es ausgeschlagen worden. Sollte bei den Grundstückbesitzern doch noch die Erkenntnis reifen, dass die Brücke gut zu gebrauchen wäre, könne man darüber reden. „Vorausgesetzt, sie tragen die Mehrkosten, die durch die Verzögerung entstanden sind.“

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