Die Glasfront hinter dieser Terrasse brach unter dem Wasserdruck ein.

Unwetter am Samstag: Sturzbäche fluten Häuser

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Warngau - Bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter, das sind fünf Kübel Wasser, prasselten am Samstagnachmittag innerhalb einer Stunde auf die Gemeinde Warngau herab. Die Orte Ober- und Osterwarngau markierten damit das Epizentrum des Unwetters, das besonders im Nordlandkreis wütete.

Die Warngauer Feuerwehr war bis in die Nacht mit rund 30 Frauen und Männern im Einsatz, um vollgelaufene Häuser leer zu pumpen. Unterstützung kam aus Mitterdarching, Holzkirchen und Otterfing. Die Schäden an den Häusern dürften mehrere tausend Euro betragen.

„Warngau hat leider einen Volltreffer gelandet“, bilanziert Feuerwehr-Sprecher Stefan Markl. Gegen 15 Uhr ging der erste Gewitterschauer nieder. Nach kurzer Atempause öffneten sich gegen 15.30 Uhr alle Schleusen: Ein Starkregenfeld, durchsetzt mit Hagel, zog über das Gemeindegebiet. Straßen und Gärten verwandelten sich innerhalb von Minuten in Seen - teils in lebensbedrohlicher Dimension: Ins Warngauer „Mausloch“ unter der B 318 fuhr trotz des Hochwassers ein Ford - und schwamm auf. Da zunächst von eingeschlossenen Personen die Rede war, wurde neben der Feuerwehr die Wasserrettung aus Miesbach in Marsch gesetzt. „Den Insassen ist aber nichts passiert“, berichtet Markl. Das Auto wurde per Seilwinde geborgen. „Schon 30 Zentimeter Wasser reichen aus, um ein Auto aufschwimmen zu lassen“, betont Markl.

Vom Taubenberg her bahnten sich regelrechte Sturzfluten ihren Weg. Am Nüchternbrunnweg in Osterwarngau war ein Neubau, in dem erst kürzlich mehrere Eigentumswohnungen entstanden sind, besonders betroffen. Hochwasser drückte derart auf die Terrasse, dass die Glasfront im Erdgeschoss dem Druck nicht standhielt. Der Keller, der neben der Heizung eine komplette Wohnung beherbergt, lief voll bis fast an die Decke. „Hätten sich hier Bewohner aufgehalten, sie hätten in ihren Räumen ertrinken können“, sagt Markl. Auch im Parterre richtete das Wasser enormen Schaden an, hier stand es bis zu einen Meter hoch. Die Hauseigentümer waren zum Unglückszeitpunkt nicht zuhause. „Anderen Bewohnern, insbesondere den Kindern, stand der Schock jedoch ins Gesicht geschrieben.“

Die Feuerwehr pumpte den Keller ab. Kameraden aus Otterfing bauten Sandsack-Barrikaden, um das vom Taubenberg nachfließende Wasser umzuleiten. Die Feuerwehr Mitterdarching unterstützte mit einer zweiten Pumpe. Wassereinbrüche gab es außerdem in Kellern am Birkenweg und Bergweg. Der Badeweiher wurde vom Dorfbach komplett geflutet und ist damit nicht mehr nutzbar. „Wir werden den Weiher komplett reinigen müssen“, sagt Feuerwehrsprecher Markl. Überschwemmt wurden auch die Dorfstraße und die Schmidhamer Straße, Gebäude waren hier aber nicht betroffen.

In Oberwarngau gab es im Bereich Reutweg kleinere Wasserschäden. Bereits in den Jahren 2002 und 2009 war der Norden der Gemeinde von Starkregen-Hochwasser betroffen gewesen.

Kleinere Einsätze hatten am Samstag auch andere Wehren im Nordlandkreis. Die Hartpenninger etwa mussten einen umgestürzten Baum beseitigen.

Von Andreas Höger

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