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80-Jähriger verschwindet aus Klinik - und taucht an Bahnübergang bei Holzkirchen wieder auf

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Von: Andreas Höger

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Bayerische Regiobahn
Ein BRB-Zug hielt am Dienstag zwischen Holzkirchen und Schaftlach an, weil ein offenbar verwirrter Mann neben einer Bahnschranke saß. (Symbolbild). © Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Orientierungslos saß ein 80-Jähriger am Dienstag (17. Januar) neben der Bahnschranke bei Lochham (Gemeinde Warngau). Der Mann galt einige Stunden als vermisst, er war aus dem Klinikum Rosenheim verschwunden. Um ihm zu helfen, hielt ein BRB-Triebfahrzeugführer seinen Zug an.

Warngau – Wo er genau war, wusste der 80-Jährige wohl nicht. Ebensowenig durfte er geahnt haben, in welcher Gefahr er sich befand. Unmittelbar neben dem Bahnübergang Lochham (Gemeinde Warngau) kauerte am Dienstagabend (17. Januar) ein orientierungsloser Mann, der vormittags aus dem Klinikum Rosenheim verschwunden war.

Wie es der Vermisste bis an den Bahnübergang südlich von Holzkirchen schaffte, ist ein Rätsel. Glücklicherweise geriet der Mann nicht auf die Gleise. Ein Triebfahrzeugführer der BRB bemerkte den Hilflosen, stoppte seinen Zug und blieb bei ihm, bis die Polizei vor Ort war.

Wie Carolin Englert, Pressesprecherin der Polizeidirektion Oberbayern-Süd, auf Anfrage berichtete, war der 80-Jährige, der aus der Gemeinde Flintsbach am Inn stammt, gegen 10 Uhr als vermisst gemeldet worden. Er hatte während einer EKG-Messung sein Zimmer im Klinikum Rosenheim verlassen. Das kleine EGK-Gerät führte er mit sich, zudem war er für die Untersuchung bereits verkabelt. Eine sofort eingeleitete Vermisstensuche hatte zunächst keinen Erfolg. Warum sich der 80-Jährige in Richtung Holzkirchen aufmachte und ob er das überhaupt gezielt plante, war gestern völlig unklar.

Laut Polizei strandete der offenbar Orientierungslose schließlich abends am Bahnübergang bei Lochham. Dort saß er neben den Schranken. Wie Präsidiums-Pressesprecherin Englert berichtet, meldete ein BRB-Triebfahrzeugführer den offensichtlich verwirrten Mann neben den Gleisen dem Fahrdienstleiter, der seinerseits die Polizei informierte. Ein Hubschrauber, der zur Vermisstensuche aufgestiegen war, flog daraufhin die Gleise und den Bahnhofsbereich in Holzkirchen ab.

Die weiteren BRB-Züge auf der Strecke wurden vorsorglich gewarnt und zur Langsamfahrt auf Sicht aufgefordert. Der Triebfahrzeugführer des nächsten Zugs in Richtung Schaftlach entdeckte den Mann schließlich immer noch am Bahnübergang, stoppte den Zug und kümmerte sich um den 80-Jährigen, bis kurz darauf die Polizei eintraf. Laut BRB-Sprecherin Annette Luckner entstand dadurch eine Verspätung von sieben Minuten.

Nach Angaben der Polizei überstand der 80-Jährige den Tag ohne größere Verletzungen.

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