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Hoher Sachschaden, vier Leichtverletzte: Nach einem Auffahrunfall am Samstag auf der B 318 verlor ein 70-jähriger Autofahrer die Ner ven. Er gefährdete Einsatzkräfte der Warngauer Feuerwehr und schlug nach Polizisten. Später stellte sich heraus: Der Mann litt unter geistiger Verwirrung. 

70-Jähriger litt unter geistiger Verwirrung

B 318 nach Unfall gesperrt: BMW-Fahrer rastet aus

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Ein Auffahrunfall: Für die Warngauer Feuerwehr zeichnete sich ein Routine-Einsatz auf der B 318 ab. Bis ein geistig verwirrter BMW-Fahrer die Absperrung durchbrach, Einsatzkräfte beschimpfte und auf Polizisten einschlug.

Warngau – Seit bald 25 Jahren rückt Johann Eder mit der Feuerwehr aus, wenn es auf der B 318 gekracht hat. Der Warngauer Kommandant hat viel erlebt, viele genervte Autofahrer, die Rettungskräfte anmaulen. „Aber so krass wie am Samstag, das gab’s noch nie.“ 

Ein Autofahrer, aufgehalten vom Unfall, verlor die Nerven, gefährdete Rettungskräfte und drehte erst so richtig auf, als ihn Polizisten zur Rede stellten.

Auffahrunfall mit vier Leichtverletzten

Zunächst der Unfall: Laut Polizei übersah eine Düsseldorferin (42), unterwegs in Richtung Süden, dass der Verkehr bei Krottenthal stockte. Gegen 12.10 Uhr prallte ihr VW-Bus mit einiger Wucht ins Heck eines vor ihr stehenden Audi, gesteuert von einem 68-Jährigen aus Röthenbach (Mittelfranken). Der Anprall war so heftig, dass der Audi auf einen BMW geschoben wurde und sich zwischen VW und BMW verkeilte.

Die Unfallverursacherin sowie die Beifahrerin des Münchners (52), der am Steuer des BMW saß, wurden mit leichteren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Auch die beiden übrigen Beteiligten erlitten leichte Blessuren. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 60 000 Euro.

Die Warngauer Feuerwehr war mit 13 Einsatzkräften vor Ort. „Mit der Polizei war abgesprochen, dass wir die Verkehrsregelung übernehmen“, berichtet Eder. Da die Bergung der verkeilten Autos länger dauerte, fiel die Entscheidung, wenigstens die Spur nach Süden wieder freizugeben. Der Verkehr in Richtung A 8 sollte über Einhaus laufen. Zu dem Zeitpunkt dauerte die Vollsperrung gerade einmal 15 Minuten, wie Eder versichert.

Lesen Sie auch: In Garching ist bei einem Unfall mit einem BMW und einem Maserati ein junger Mann getötet worden. Drei weitere wurden verletzt. Der Crash geschah an einer Ampel-Kreuzung.

Feuerwehrfrau (22) muss zur Seite springen

Dann geschah das Unglaubliche. Ein 70-jähriger BMW-Fahrer aus Eching, der vom Tegernsee in Richtung Autobahn wollte, kurvte um das als Sperre geparkte Feuerwehrauto herum. Mit „ordentlich Tempo“, so der Warngauer Kommandant, preschte der BMW auf eine 22-jährige Feuerwehr-Aktive zu. „Sie musste zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden“, berichtet Eder. Er selbst und zwei Kameraden traten in den Fahrweg. Auf die Bremse stieg der 70-Jährige aber erst, als ihm das erste Auto der gerade freigegeben Spur in Richtung Süden entgegen kam.

Laut Eder zeigte sich der Fahrer völlig uneinsichtig. Er ließ das Fenster herunter, beschimpfte die Feuerwehrler und fuhr einem der Männer einige Male leicht gegen das Schienbein. „Ich will jetzt heim“, schrie der Mann. Als Eder die Polizisten heranrief, die gerade den Unfall aufnahmen, rastete der 70-Jährige komplett aus. Eine Aufforderung, bitte auszusteigen, kam der Wütende nicht nach. „Er musste mit unmittelbarem Zwang aus dem Fahrzeug verbracht werden“, heißt es im Polizeibericht; dabei schlug er nach den Beamten, beleidigte sie und wollte nur weiterfahren. Die Streife brachte ihn auf die Dienststelle.

Polizei stellte Antrag auf Entzug der Fahrerlaubnis

Dort stellte sich heraus, dass der 70-Jährige unter geistiger Verwirrung litt. Laut Polizei sei ihm nicht bewusst gewesen, dass ein Unfall passiert und die Fahrbahn deswegen gesperrt war. Die Weiterfahrt wurde ihm untersagt. Die Polizei stellte einen Antrag auf Entzug der Fahrerlaubnis; zudem erfolgte eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Der BMW des Mannes jedoch blieb auf der B 318 zurück und blockierte die Fahrbahn. „Keiner konnte mehr arbeiten, weil dieses Auto im Weg stand“, berichtet Eder. Die Konsequenz: Vollsperrung. Eder aktivierte Verstärkung, die Umleitung in Richtung Norden erfolgte über Piesenkam.

Der Vorfall, auch wenn von krankhafter Verwirrung ausgelöst, symbolisiere eine traurige Entwicklung, findet Eder. „Die Leute reagieren immer extremer. Wir Feuerwehrler werden uns darauf einstellen müssen.“

Zur Staugefahr am Ende der B 318 lesen Sie hier aktuelle Infos von der Baustelle.

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