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Rückwärts müssen Lkw-Fahrer bislang von der Werksta tt auf die Kreisstraße rangieren. Das soll ich ändern. 

Keine Zentimeterarbeit mehr nötig.

Lkw-Werkstatt soll mehr Platz bekommen

Zentimeterarbeit müssen Lkw-Fahrer derzeit leisten, wenn sie vom Auto Kuhn auf die Kreisstraße fahren. Das soll bald der Vergangenheit angehören.

Warngau – Ein eingesessenes Unternehmen braucht mehr Platz: Die Kfz- und Lkw-Werkstatt an der Kreisstraße MB 10 zwischen Wall und Bernloh will umbauen. Der Warngauer Gemeinderat will dafür Baurecht schaffen.

Die Situation ist suboptimal bei Auto Kuhn: Die Werkstatt richtet auch Lkw her. Und die müssen bislang kräftig rangieren, um von der Werkstatt wieder wegzukommen. Denn es gibt nur eine Zufahrt zur Halle, in der die Lkw repariert werden: an der Ostseite des Grundstücks entlang. Weil zum Wenden kein Platz ist auf dem Areal der Firma, müssen die Lkw rücklings wieder raus, erklärte Cindy Scharein vom Bauamt der Gemeinde. Rückwärts mit dem 40-Tonner in Zentimeterarbeit raus auf die Straße rangieren – das kostet nicht nur die Fahrer Nerven, sondern sorgt auch für gefährliche Situationen auf der Kreisstraße.

Baurecht macht den Plan knifflig

Ein Umbau soll deshalb mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen plant das Unternehmen den Abriss der Gebäude im hinteren, nördlichen Bereich des Firmengeländes. Dort soll ein Ersatzbau entstehen mit einer Werkstatthalle für Lkw und einem Nebengebäude samt Betriebsleiterwohnung, schilderte Scharein im Gemeinderat. Und im Zuge dessen soll die Werkstatt für Lkw auch eine Ringerschließung bekommen: Eine neue Zufahrt an der Westseite soll angelegt werden. Lkw könnten dann dort ein- und auf der bisherigen Zufahrt wieder ausfahren.

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Die Lösung wäre praktisch – allerdings ist die Sache mit dem Baurecht etwas knifflig. Denn das Areal liegt nicht nur im Außenbereich, sondern auch noch im Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft um Miesbach. Und im Sinne eines Bestandsschutzes wäre zwar vielleicht der Ersatzbau noch zu regeln – nicht aber die zusätzliche Zufahrt, erklärte Scharein auf Nachfrage von Reinhard Bücher (Grüne).

Zufahrt soll nicht nur praktisch, sondern auch schön werden

In Abstimmung mit Behörden ist nun an einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gedacht. „Es gab schon eine Ortsbesichtigung mit dem Umweltschutzbeirat“, erklärte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). Er steht hinter den Plänen des Unternehmens: „Einem eigenen Betrieb zu helfen und Arbeitsplätze zu sichern, ist auch unsere Aufgabe.“ Und mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan laufe man auch nicht Gefahr, eine Siedlungsstruktur zu schaffen.

Weiteres Bauprojekt in Warngau: Das Hauserbauer-Areal soll entwickelt werden.

Das sah der komplette Gemeinderat so. Zumal an der neuen Zufahrt auch noch eine Baumreihe vorgesehen sei, wie Adolf Schwarzer (CSU) meinte: „Dann wird das ja schöner als vorher.“ Leonhard Obermüller (CSU) appellierte an Verwaltung und Bürgermeister, im Sinne des Unternehmens „das mit Nachdruck durchzusetzen“.

Die Entscheidung, ob sich das Baurecht dort machen lässt wie nun anvisiert, liege letztlich bei der Regierung von Oberbayern, erklärte Scharein. Der Gemeinderat hat allerdings geschlossen die Weichen dafür gestellt: Das Gremium beschloss einstimmig, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt aufzustellen und parallel dazu die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten. 

Katrin Hager

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