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Zwei Tore sind mindestens eins zu wenig: Die 50 Aktiven der Warngauer Feuerwehr müssen improvisieren, um den wenigen Platz im alten Gerätehaus zu nutzen. Die Gemeinde will jetzt eine Erweiterung anpacken oder gar einen Neubau an anderer Stelle.

Gerätehaus ist zu klein

Feuerwehr braucht mehr Platz: Das sind die Optionen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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In Oberwarngau ist es im Feuerwehrhaus so eng, dass eine Erweiterung nottut. Oder eher ein Neubau? Im Gemeinderat gab’s erste Diskussionen – und einen Seitenhieb auf den Bürgermeister.

Warngau – Engelfried Beilhack (CSU) war angefressen. Zweimal schon, so erklärte er jetzt im Gemeinderat, habe Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) öffentlich über den anstehenden Neubau des Feuerwehrhauses gesprochen. Im Gemeinderat jedoch sei davon noch nicht die Rede gewesen. „Soll das ein neuer Standort werden? Und wenn ja, was machen wir mit dem alten Gebäude?“ Nicht zuletzt gehe es um eine große Investition, auf jeden Fall eine siebenstellige Summe.

Thurnhuber, der sich in gleicher Sitzung schon wegen des von ihm angestoßenen Nachverdichtungs-Projekts an der Riedstraße rechtfertigen musste (wir berichteten), verwies darauf, dass das alte Feuerwehrhaus den räumlichen Vorschriften nicht mehr genüge. „Die Gemeinde muss in absehbarer Zeit handeln.“ Schon zweimal sei man deswegen bei einer technischen Überprüfung des Gebäudes angehalten worden, „eine Verbesserung herbeizuführen“. Den Gemeinderat habe er einbinden wollen, sobald belastbare Konzepte und das Raumprogramm vorliegen.

„Eine unglückliche Kommunikations-Reihenfolge“, kritisierte Max Bauer (FWG) in Richtung Rathauschef. Leonhard Obermüller (CSU) wurde deutlicher: „Das ist absolut nicht in Ordnung. Entscheidungsgremium ist der Gemeinderat.“ Thurnhuber sah’s ein und entschuldigte sich: „Ich werde künftig besser aufpassen.“

In der Sache widersprach niemand. „Die Platz-Situation im Feuerwehrhaus ist nicht mehr zumutbar“, machte Sepp Gschwendter (FWG), Vorsitzender des Feuerwehrvereins, seinen Kollegen deutlich. Als 2017 das neue, größere Einsatz-Leitfahrzeug (11/1) eintraf, habe sich die Lage noch einmal zugespitzt. Neben den großen Einsatzfahrzeugen HLF 20/16 und LF 16/12 sei kaum mehr Platz geblieben, der Neuzugang parkt quer. „Wir haben drei Fahrzeuge, aber nur zwei Tore“, sagt Gschwendtner.

Das hat Folgen, wenn ein Einsatz ansteht: Der Erste, der am Feuerwehrhaus eintrifft, fährt ein Fahrzeug ins Freie, „damit die Anderen Platz haben, um sich umzuziehen“, sagt Gschwendtner. Dazu kommt, dass das fast 40 Jahre alte Gebäude (Baujahr 1981/82) der modernen Feuerwehrtechnik nicht mehr gewachsen ist. Als die Gemeinde damals den Neubau im ehemaligen Altwirt-Anwesen realisierte, „war von Atemschutz nicht die Rede“, sagt Gschwendter. Im Speicher habe man dafür einen provisorischen Raum eingerichtet. „Reinigung und Wartung sind sehr aufwendig.“

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Die große Frage ist: Ist eine Erweiterung des alten Feuerwehrhauses in der Ortsmitte möglich? „Dürfte schwierig werden“, glaubt der Bürgermeister. In der Breite seien ein bis zwei zusätzliche Tore nötig, macht Gschwendtner deutlich. Also doch ein Neubau an anderer Stelle? „Möglich“, sagt Thurnhuber, wollte über Grundstücke, die dafür in Frage kommen, aber noch nichts sagen.

Die Planungen für ein neues Feuerwehrhaus sind jedenfalls angelaufen. „Es ist dort zu eng“, sagt Thurnhuber. „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre muss da was passieren.“

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