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Warngau: Grünes Licht für neues Feuerwehrhaus - Standortsuche beginnt

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Von: Katrin Hager

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Ein neuer Standort wird gesucht: Das Gerätehaus der Warngauer Feuerwehr entspricht heutigen Anforderungen nicht mehr. Das hat dem Gemeinderat nun auch die Kommunale Unfallversicherung mit einer Stellungnahme klargemacht.
Ein neuer Standort wird gesucht: Das Gerätehaus der Warngauer Feuerwehr entspricht heutigen Anforderungen nicht mehr. Das hat dem Gemeinderat nun auch die Kommunale Unfallversicherung mit einer Stellungnahme klargemacht. © Thomas Plettenberg

Die Warngauer Feuerwehr braucht dringend ein größeres Gerätehaus. Ein Gutachten der Kommunalen Unfallversicherung hat nun auch die letzten Kritiker im Gemeinderat überzeugt: Das Gremium fasste am Dienstag den Grundsatzbeschluss für einen Neubau an neuem Standort.

Warngau – Eigentlich dürfte Hans Eder froh sein, dass seine Mannschaft ein neues Feuerwehrhaus bekommt. Doch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Warngau ist ein gebranntes Kind. „Ich glaub das erst, wenn gebaut wird“, sagt Eder. Seit mehr als zweieinhalb Jahren steht fest, dass das bisherige Gerätehaus hinter dem Rathaus in Oberwarngau den räumlichen Vorschriften nicht mehr genügt. Das Platzangebot hat mit den wachsenden Aufgaben einer modernen Feuerwehr nicht Schritt gehalten. „Es wurde für ein Fahrzeug gebaut“, erinnert Eder. Tatsächlich parkt die Wehr drei in der Halle mit nur zwei Toren – eines steht dazwischen, muss im Einsatzfall herausrangiert werden. Dabei müssen sich die Einsatzkräfte auch in der Halle umziehen, denn Umkleiden gibt es nicht. Obendrein liegt das Feuerwehrhaus etwas unglücklich eingeklemmt zwischen Rathaus und Altwirtsanwesen sowie dem Hang; beim Ausrücken müssen die großen Löschfahrzeuge erst mal in eine enge, unübersichtliche Kurve manövrieren.

Noch im Mai dieses Jahres waren dennoch nicht alle im Gemeinderat überzeugt, dass ein Umbau am Altstandort keinen Sinn macht, auch wenn Kreisbrandrat Anton Riblinger mit für einen Neubau geworben hatte. Daran änderten auch die verkorksten Varianten nichts, die ein Planungsbüro für teures Geld gezeichnet hatte. Im Gemeinderat wurde eine Stellungnahme der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) gefordert.

Die liegt nun seit Freitag vor. Dass die Wortwahl des nicht veröffentlichten Dokuments an Deutlichkeit nichts missen lässt, war an der Reaktion im Gemeinderat zu sehen: „Jede Sekunde, die wir da diskutieren, ist unnötig“, befand Harald Stanke (FWG). Sogar eine Frist setzte die KUVB der Gemeinde als Träger der Feuerwehr: Bis 29. Oktober forderte sie ein deutliches Signal der Gemeinde ein, wie sie gedenke, das Problem zu lösen. Die Antwort fiel im Gemeinderat diesmal entsprechend klar aus: Das Gremium fasste einen einstimmigen Grundsatzbeschluss, ein neues Feuerwehrhaus an einem neuen Standort zu bauen.

Das Ziel dürfte damit noch lange nicht erreicht sein: Erst einmal geht die Suche nach einem geeigneten Standort los, ehe auch noch das Baurecht zu klären wäre. Dazu soll eine Arbeitsgruppe mit je drei Vertretern des Gemeinderats und der Feuerwehr sowie dem Rathauschef gegründet werden, die die Planung bis zum Abschluss begleitet. Mitte Oktober, nach der nächsten Gemeinderatssitzung, soll sie die Arbeit aufnehmen, kündigt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) auf Nachfrage des Holzkirchner Merkur an.

„Wir müssen zeitnah eine Lösung herbeiführen“, sagt der Rathauschef. Dass es die noch nicht gibt, daran sei sein Stierunfall im Juni 2019 „nicht ganz unschuldig“. Das Rathaus arbeitete während seiner Genesung monatelang im Notbetrieb, dann folgte der aktive Kommunalwahlkampf. „Aber jetzt sind wir dran und tun einen Schritt nach dem anderen“, versichert Thurnhuber, dem die Situation – zumal als früherer Kommandant der Warngauer Wehr – klar ist: „Die Unfallverhütung ist da schwierig abzubilden, wenn sich die Leute da noch umziehen müssen.“

„Die KUVB“, bestätigt Kommandant Eder, „hat genau das bemängelt, was wir auch schon angeführt haben.“ Das Gerätehaus ist einfach zu klein, die Situierung für den Zweck ungünstig. „Wir haben null Platz“, schildert Eder. „Das ist ein extremes Sicherheitsrisiko.“

Er hofft, dass nun endlich der nötige Zug ins Verfahren kommt. Die Feuerwehr steht für die Planung längst parat: „Wir sind startklar und vorbereitet. Wir könnten morgen loslegen.“

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