Stolzer Pater: Father Placid mit zwei der Waisenkinder, um die er sich in seiner Heimat kümmert. Immaculate (l.) hat heuer ihren Abschluss an der Primary-School gemacht. Seit Dezember 2017 lebt sie mit 15 anderen Kindern im neuen Waisenhaus von Bugahya zusammen mit dem Pater, dessen Eltern und seiner Schwester.

Für Heim in Uganda

„Warngau hilft“ sucht Waisenhaus-Paten

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Die Initiative „Warngau hilft“ sucht nach Spendern, die das neue Waisenhaus im Heimatdorf von Urlaubspfarrer Father Placid dauerhaft monatlich unterstützen.

Warngau – Es ist eine oberbayerisch-ugandische Erfolgsgeschichte, die ihren Anfang vor genau vier Jahren nahm. Im August 2014 gründete sich die Initiative „Warngau hilft“ mit dem Ziel, im Heimatdorf von Urlaubspfarrer Father Placid, der seit nunmehr fünf Jahren interimsweise in der Gemeinde predigt, einen Trinkwasserbrunnen zu bauen. Zusätzlich konnte in Bugahya, dem 160-Einwohner-Dorf im Osten des Landes, sogar ein neues Waisenhaus realisiert werden. Beide Projekte wurden komplett mit Spenden finanziert.

Doch auch weiterhin sind Father Placid und die 16 Kinder, die in dem Waisenhaus seit Dezember 2017 wohnen, auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Zur Finanzierung der Unterhaltskosten und der Schulgebühren sucht „Warngau hilft“ nach Paten, die das Waisenhaus dauerhaft mit einer monatlichen Spende unterstützen wollen.

„Es geht darum, Father Placid ein bisschen Last abzunehmen“, sagt Manfred Meier, Gründer der Initiative. Der Pfarrer bekomme kein Gehalt, finanziere alles aus Spenden. Der Bedarf für Verpflegung und Medikamente liege bei etwa 500 bis 600 Euro pro Monat. Das Schulgeld ist da bereits eingerechnet. Denn alle 16 Kinder, erzählt Father Placid beim Besuch in der Redaktion sichtlich stolz, gehen zur Schule. Die jüngeren in die kostenlose Primary-School (Grundschule), die älteren an die kostenpflichtige Secondary-School, eine Art Realschule, wo die Schüler während des Trimesters auch wohnen. Ein Mädchen, das im Waisenhaus lebt, hat heuer ihren Abschluss gemacht, geht nun auf die weiterführende Schule. Viele weitere Kinder, sollen folgen, so die Hoffnung des Geistlichen.

Bloß: „Je mehr Kinder an die Secondary-School gehen, desto teurer wird es natürlich“, erklärt Meier. Derzeit werden die Kosten durch erste monatliche Unterstützer, eine Spende der Kolpingfamilie Miesbach sowie mit Geld aus den Notreserven gedeckt. Das Problem: „Stand jetzt läuft die Unterstützung der Kolpingsfamilie Ende des Jahres aus“, sagt Meier. „Und eine Verlängerung können wir auch gar nicht erwarten.“ Mit den Paten erhofft sich Meier, das Defizit stopfen zu können, sodass nicht weiter an den Rücklagen gezehrt werden muss. Wie viel monatlich gespendet wird – letztlich egal. „Warngau hilft“ und nicht zuletzt die Waisenkinder von Bugahya freuen sich „über jeden Cent“. Ebenso wie über die bisherige Hilfe.

Dass sein Posten als Urlaubspfarrer in Warngau so eine Entwicklung nimmt, habe er freilich nie erwartet, sagt Father Placid. Sowohl er und die Waisenkinder könnten ihr Glück noch immer nicht fassen. „Wir sind ewig dankbar für die Spenden“, sagt der Pater, der seit Ende Juli wieder in Warngau ist. Daheim in Uganda sind gerade Schulferien. Und während Placid gut 5500 Kilometer entfernt ist, kümmern sich seine Eltern und seine Schwester um die Kinder. Die Familie des Pastors lebt mit ihm im Gemeinschaftshaus. Meier: „Dort wird gekocht, gelacht und gelebt.“ Die Kinder teilen sich jeweils zu zweit ein Zimmer mit Dusche und WC in den beiden Nebengebäuden, die über einen Innenhof mit dem Haupthaus verbunden sind.

Dank einer Großspende konnte der Bau des Waisenhauses deutlich früher realisiert werden.

„Die Kinder haben jetzt ein besseres Leben“, sagt Meier. Dank zahlreicher Spender. Und bald ja vielleicht auch dank neuer Paten. Wichtig ist Meier aber eines: Etwaige Spender übernehmen keine Patenschaft für ein bestimmtes Kind, sondern für das Waisenhaus an sich. So soll die Einrichtung dauerhaft finanziell stabilisiert werden – und die bayerisch-afrikanischen Erfolgsgeschichte um ein Kapitel fortgeschrieben werden.

Spendenkonto

Wer Pate werden möchte, kann das per Dauerauftrag an: Empfänger: Father Placid Tuliganyirwa. Bank: Raiffeisenbank im Oberland. BIC: GENODEF1MIB. IBAN: DE22701695980000121118. Verwendungszweck: „Warngau hilft – Dauerauftrag“ oder „Father Placid – Patenschaft“.

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.warngau-hilft.de

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