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Auch hier wird’s bald blitzen: Die Ahornallee in Oberwarngau zählt zu den Straßen, auf denen der Zweckverband demnächst seine Tempo-Kontrollen startet.

Kommunale Verkehrsüberwachung jetzt auch in Warngau 

Schonzeit für Raser läuft ab

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Warngau - Wenn es demnächst häufiger blitzt auf Warngaus Straßen, hat das nichts mit dem Wetter zu tun: Der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung im Oberland (KVO) beginnt in den kommenden Wochen mit seinen Kontrollen. Auftraggeber ist die Gemeinde, die so Raser ausbremsen will.

Die Schonzeit für Verkehrssünder auf Warngauer und Waller Straßen läuft ab. Die Kontrollteams der KVO wissen, wo sie sich auf die Pirsch legen können. alle technischen Details sind geregelt. „Sobald es das Wetter zulässt, wollen sie loslegen“, kündigt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) an. Kontrolliert wird in allen Ortsteilen. 

Im Mai des vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich dazu durchgerungen, dem KVO beizutreten und blitzen zu lassen (wir berichteten). „Es geht um die Sicherheit der Warngauer Bürger“, sagt Thurnhuber, der sich für die Kontrollen stark gemacht hatte. Man könne nicht neue Tempo-30-Zonen einrichten – wie zuletzt am Kaiserbichl und vor der Schule – diese Zonen dann aber nicht überwachen. „Die Gemeinde braucht dann schon auch den Schneid, ihre Vorgaben zu kontrollieren“, betont der Rathauschef, „wer A sagt, muss auch B sagen.“ 

Zusammen mit Vertretern des KVO und der Holzkirchner Polizei fuhr Thurnhuber die Gemeinde ab, gemeinsam legte man Kontrollpunkte fest. „Es gibt in allen Ortsteilen gefährliche Stellen“, sagt der Bürgermeister. Gemessen wird an allen Straßen. Theoretisch wäre auch die Überwachung der B 318 denkbar; dort überlässt die Gemeinde das Feld aber weiter der Polizei. Mittlerweile liegen laut Thurnhuber die Genehmigungen der Grundstücksbesitzer vor, auf denen der KVO seine Messgeräte postiert. Einwände seitens der Grundbesitzer habe es kaum gegeben. „Jeder Eigentümer ist doch froh, wenn bei ihm nicht gerast wird.“

Wird ein Temposünder erwischt, treibt der KVO das Bußgeld ein, leitet es aber ohne Abzüge an die Gemeinde weiter. Das Rathaus vergütet den Aufwand des Zweckverbands mit einem Stundensatz in Höhe von 95 Euro; pro Fall-Sachbearbeitung werden zusätzlich sechs Euro fällig. Thurnhuber geht davon aus, dass die Gemeinde weder draufzahlt noch große Gewinne einstreicht: „Das zeigen Erfahrungen in anderen Gemeinden.“ 

Während eines Probelaufs im Frühjahr 2015 hatte der KVO an sieben Stellen gemessen, die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen worden waren. An der Ahornallee in Oberwarngau waren damals fast 30 Prozent zu schnell unterwegs, in Bernloh an der Ortsdurchfahrt lag die Beanstandungsquote bei 28 Prozent (2229 Verstöße). Disziplinierter waren Auto- und Motorradfahrer in Osterwarngau: Auf Höhe Dorfstraße 30 waren nur knapp sechs Prozent zu schnell unterwegs (306). An diesen drei Probe-Messstellen ist demnächst auf jeden Fall mit regelmäßigen „Blitzgewittern“ zu rechnen. 

Die Entscheidung, dem KVO beizutreten und Temposünder stärker zur Kasse zu bitten, war im Gemeinderat nicht einstimmig gefallen. Engelfried Beilhack (CSU) etwa lehnt Geschwindigkeitskontrollen ab. „Wir kassieren damit unsere Gemeindebürger ab“, sagte er damals im Gemeinderat. Mit ihm stimmten Adolf Schwarzer (CSU), Christian Triendl (Grüne) und Marinus Thurnhuber (Draxlhamer Liste) gegen die KVO-Mitgliedschaft. 

An welchen Tagen und zu welchen Zeiten kontrolliert wird, das überlässt die Gemeinde den Profis. „Wir setzen auf eine gute Strategie des Zweckverbands“, sagt Thurnhuber. Nach ein paar Monaten werde man sich die Ergebnisse anschauen. „Wir haben immer die Möglichkeit, auch zu anderen Tages- oder Nachtzeiten messen zu lassen“, betont der Rathauschef. (avh)

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