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Fäkalkeime fanden sich im Leitungsnetz des Wasserbeschaffungsverbands Oberwarngau. Um zu ergründen, wie die Bakterien ins Wasser gelangten, wurden gestern auch hier an den Brunnen weitere Proben gezogen.

Abkoch-Anordnung bleibt ebenfalls bestehen 

Wegen Keimen: Trinkwasser in Oberwarngau muss gechlort werden

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Wegen bakteriologischer Verunreinigung muss das Trinkwasser in Oberwarngau gechlort werden. Eine entsprechende Anordnung hat das Landratsamt erlassen. Nachproben waren positiv ausgefallen.

Update, 30. Oktober:

Warngau - Das Landratsamt Miesbach meldet am Dienstagnachmittag: Das Trinkwasser in Oberwarngau muss gechlort werden. Der Fachbereich „Gesundheit, Betreuung und Senioren“ am Landratsamt Miesbach erließ heute eine Chlorungsanordnung, nachdem die Nachbeprobung an mehreren Stellen im Verteilungsnetz eine Keimbelastung mit E. Coli und Coliformen Keimen gezeigt hatte. Betroffen ist das gesamte Gebiet des Wasserbeschaffungsverbandes Oberwarngau. 

Gechlort werden muss nun mindestens zwei Wochen. Die Abkochanordnung bleibt weiter bestehen, da es einige Zeit in Anspruch nimmt, bis das Chlor im ganzen Netz ausreichend konzentriert ist. 

Nach den Ursachen wird weiter geforscht. Die inzwischen eingetroffenen Beprobungsergebnisse der drei einspeisenden Brunnen waren mikrobiologisch unauffällig.

“Können nicht erklären, wo diese Keime herkommen“

Warngau – Christoph Bichlmeier, Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Oberwarngau, musste zweimal hinsehen, als er am gestrigen Mittwoch das Laborergebnis überflog. Doch da stand es schwarz auf weiß: In der Wasserprobe vom vergangenen Montag, wie üblich genommen am Rathaus, waren Verunreinigungen mit Kolibakterien nachweisbar.

Bichlmeier informierte pflichtgemäß das Landratsamt, genauer den Fachbereich „Gesundheit, Betreuung und Senioren“. Und die Kreisbehörde reagierte. „Das Trinkwasser in Oberwarngau muss ab sofort abgekocht werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ob sogar eine Chlorung des Netzes nötig wird, müssen weitere Proben zeigen.

Das Labor fand laut Bichlmeier zwar nur eine Einheit „Escherichia coli“ (abgekürzt E. coli), doch der Gesetzgeber lässt hier keine Toleranz zu. Ein Null-Befund ist vorgeschrieben. Dazu kommt, dass in der Probe auch 20 Einheiten an coliformen Bakterien nachgewiesen wurden, ebenfalls Fäkalkeime. Auch hier gibt es gesetzlich keinen Ermessens-Spielraum: Das Landratsamt als Aufsichtsbehörde der Wasserversorger muss sicherheitshalber die Abkoch-Anordnung verfügen.

Wie und wo die Keime ins Netz gerieten, ist Bichlmeier ein Rätsel. „Ich bin heute das ganze Versorgungsgebiet abgefahren“, berichtet der WBV-Vorsitzende. Eine Baustelle, die womöglich eine Leitung beschädigte und die Verkeimung ermöglichte, fand sich nicht. „Wir können uns nicht erklären, wo diese Keime herkommen“, sagt Bichlmeier. Noch gestern wurden neue Proben im gesamten Versorgungsnetz genommen, unter anderem am Hochbehälter und an den beiden Brunnen; die Quellfassungen der Oberwarngauer liegen an der Guffertstraße zwischen Oberwarngau und Flugplatz. Bis die neuen Ergebnisse vorliegen, dürfte es ein paar Tage dauern.

Seit Jahren sind die Leitungen des WBV keimfrei, umso überraschender ist die jetzt festgestellte bakteriologische Verunreinigung. Auffällig ist, dass Nachbar-Netze zuletzt ähnliche Sorgen hatten. Im Sommer erwischte es die Wasserversorgung Osterwarngau (wir berichteten), auch hier kämpfte man gegen Fäkalkeime. Erst vor wenigen Tagen hob das Landratsamt die Abkochverordnung für das Gmunder Trinkwassernetz wieder auf. Sowohl in Osterwarngau als auch in Gmund mussten die Leitungsnetze gechlort werden.

Ist der Hitze-Sommer schuld? Oder wurde zu viel Gülle gefahren? Hängt vielleicht beides zusammen? „Wir wüssten das auch gern“, sagt Bichlmeier. Er hofft, dass die umfangreiche Beprobung nähere Aufschlüsse zur Ursache der aktuellen Verkeimung liefert.

Erstmeldung, 14.56 Uhr

Warngau - Im Sommer erwischte es die benachbarte Wasserversorgung Osterwarngau, zuletzt gab es auch in Gmund Probleme mit der Wasserqualität. Jetzt eine neue Hiobsbotschaft, diesmal trifft es die Kunden des Wasserbeschaffungsverbands Oberwarngau.

Wie das Landratsamt mitteilt, fanden sich in aktuellen Proben Verunreinigungen mit E.coli und coliformen Bakterien. Der Fachbereich „Gesundheit, Betreuung und Senioren“ am Landratsamt Miesbach erließ daraufhin sofort eine Abkochverfügung für das Versorgungsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes Oberwarngau. Verbraucher sind aufgefordert, das Wasser aufsprudeln zu lassen, ehe es getrunken wird.

Die Ursache für die bakteriologische Verunreinigung wurde laut Landratsamt noch nicht gefunden. Das Versorgungsnetz wird nun umfangreich beprobt. Wenn die Befunde der weiteren Beprobungen vorliegen, kann über weitere Maßnahmen entschieden werden.

Wie in Osterwarngau könnte auch in Oberwarngau eine Chlorung des Trinkwassernetzes nötig werden.

Das Trinkwasser im Landkreis macht vielerorts Probleme aktuell. Viele Ortsteile in Gmund mussten lange abkochen. Im Sommer gab es in Warngau bereits Probleme.

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