Kräfte tanken nach dem Unterricht: Die Mittagsbetreuung an der Waller Grundschule erfreut sich wachsender Beliebtheit. Hier kümmert sich Regina Schwarzenböck um den Hunger der Kinder.
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Kräfte tanken nach dem Unterricht: Die Mittagsbetreuung an der Waller Grundschule erfreut sich wachsender Beliebtheit. Hier kümmert sich Regina Schwarzenböck um den Hunger der Kinder. Derzeit sucht die Gemeinde nicht nur nach personeller Verstärkung fürs Betreuer-Team, sondern auch nach neuen Räumlichkeiten.

Gemeinde sucht Personal und Interims-Unterkunft

Mittagsbetreuung in Wall: Umzug in Container oder ein Haus mit Garten?

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Mittagsbetreuung von Grundschülern in Wall wird gut angenommen, ist aber aktuell ins Wackeln geraten. Nicht nur, dass eine Betreuerin kurzfristig ausgefallen ist. Die Gemeinde sucht auch nach einer neuen Unterkunft, weil es in der Schule zu eng wird. Notfalls soll ein Container aufgestellt werden.

Warngau – Die Hiobsbotschaft erreichte das Rathaus vor wenigen Tagen. Aus dem dreiköpfigen Team der Mittagsbetreuung in der Waller Schule hat sich eine Mitarbeiterin krank gemeldet, sie ist bis auf Weiteres nicht einsetzbar. „Wir suchen dringend Ersatz“, sagt Kämmerer Anton Kaunzner auf Nachfrage. Bis eine Krankheitsvertretung gefunden ist, reduziert sich das Betreuungsangebot auf zwei Wochentage, jeweils montags und donnerstags.

Neben dem personellen Problem droht eine räumliche Klippe. „Die Nachfrage nach längerer Betreuung nach Schulschluss nimmt zu“, erklärte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Fünf bis zwölf Kinder, je nach Wochentag, bleiben derzeit nach Ende des Unterrichts im Gebäude, teils bis 16 Uhr. Die bisherige Lösung, freie Klassenzimmer des Waller Schulgebäudes zu nutzen, stoße bald an ihre Grenzen, fürchtet der Rathauschef.

In der Schule wird es zu eng - und zu laut

„Wir sind da auf dünnem Eis unterwegs“, sagt Thurnhuber. Spätestens zu Beginn des nächsten Schuljahres werde es für die Mittagsbetreuung in der Schule zu eng – und zu laut. Denn wenn für die einen Kinder der Unterricht vorbei ist, „sollen und wollen sich die bewegen“, hat sich der Bürgermeister sagen lassen. Im Nachbarklassenzimmer läuft aber oft noch Unterricht, der Konzentration verlangt. „Das geht nicht mehr zusammen“, schlussfolgert Thurnhuber, „wir müssen auslagern.“

Nur wohin? Mittelfristig ist eine Lösung in Sicht. Der Waller Kindergarten soll in absehbarer Zeit einen zweigruppigen Anbau bekommen mit einem „Bewegungsraum“, den die benachbarte Schule mitnutzen kann; hier soll auch die Mittagsbetreuung ein Zuhause finden. Auf die Schnelle wird das aber nichts, für die Betreuung nach Schulschluss muss spätestens ab Herbst 2021 ein Interims-Domizil her.

Das Rathaus streckte die Fühler aus. Thurnhuber stellte im Gemeinderat eine Container-Lösung vor: Die Module könnten auf einem gemeindlichen Grundstück am Mangfallweg platziert werden. Kaunzner schätzte die Kosten für drei Jahre auf rund 250 000 Euro, inklusive Erschließung. Der Bürgermeister deutete jedoch an, dass eine günstigere Zwischenlösung greifbar sei: „Der Gemeinde wurde im fraglichen Umgriff ein Wohnhaus mit Garten zur Miete angeboten.“ Eine erste Begehung sei vielversprechend verlaufen.

Container am Mangfallweg? Gemeinderat vertagt Entscheidung

Als „Vorratsbeschluss“ wünschte sich der Bürgermeister aber vom Gemeinderat die grundsätzliche Zustimmung zur Container-Lösung. „Können wir das nicht zurückstellen bis klar ist, ob wir das Haus bekommen?“, schlug Sepp Gschwendtner (FWG) vor. Das gefiel auch Leonhard Obermüller (CSU): „Schauen wir doch erst mal, wie die Verhandlungen laufen. Vielleicht gibt es ja noch andere Häuser, die in Frage kommen.“

Thurnhuber war einverstanden, das Thema in die nächste Sitzung zu verschieben. Wichtig war ihm, ein klares Signal an die Eltern zu senden: „Die Gemeinde kümmert sich um Mittagsbetreuung. Wir wollen ein möglichst passgenaues Angebot auf die Beine stellen.“

Kurzfristig ist jetzt wichtig, personelle Verstärkung für die Mittagsbetreuung zu finden. 13 Wochenstunden soll die neue Kraft übernehmen, von Montag bis Donnerstag. Die Stelle sei ausgeschrieben, sagt Kaunzner. Man hoffe auf viele Bewerbungen bis spätestens 7. Dezember.

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