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Bunte Grüße an den fleißigen Zusteller: Dieter Huber bekam von Waller Schülern Bildern geschenkt, als Anerkennung für sein Durchhalten in Corona-Zeiten. 

Dankeschön in Krisenzeiten

Waller Kinder malen für ihren „Corona-Helden“: Post an den Postboten

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Er bringt Briefe und Pakete, zuverlässig und von keinem Virus zu bremsen. Dieter Huber (50) und sein Zustellgebiet in Wall und Bernloh verbindet ein mehr als dienstliches Verhältnis. Höchste Zeit, fanden Waller Schüler, dass ihr Postbote auch mal Post von ihnen bekommt – und malten ihrem „Corona-Helden“ bunte Bilder.

Wall Abstand halten – in Corona-Zeiten eine lästige, aber notwendige Übung. Was aber nicht heißt, dass man die Kommunikation einstellen muss. „Du, da liegt was für Dich.“ Dieter Huber wollte vor einigen Tagen gerade die Post in einen der 480 Briefkästen stecken, für die er in Wall und Bernloh (Gemeinde Warngau) zuständig ist, da hörte er aus dem Fenster einen Schüler.

Überraschung auf dem Briefkasten

Auf dem Briefkasten lag ein Kunstwerk. Und nicht nur auf diesem: 16 Bilder sammelte Huber ein, alles farbenfrohe Grüße der Dritt- und Viertklässler aus Wall an ihren Postboten. Huber ist gerührt. „Eine geniale Idee, so ein leuchtendes Dankeschön“, sagt der 50-Jährige, „da geht einem das Herz auf.“ Die Kinder hätten eine nette Aufgabe gehabt, die Eltern etwas Entspannung, „und der Postbote eine Riesenfreude“.

Den Anstoß bekamen die Schüler der 3./4. Kombiklasse – sie sind sieben bis neun Jahre alt – von ihren Lehrern. Als Aufgabe für die „Schui dahoam“ hatte Klassleiter Martin Staude den 28 Mädchen und Buben aufgegeben, etwas Nettes an ihren Postboten zu schreiben, der sich ja nicht ins Homeoffice zurückziehen kann. Kunstlehrerin Marianne Sattler forderte sie gleichzeitig auf, ein Bild für einen „Helden des Alltags“ zu malen. „Die Kinder haben das dann miteinander verbunden“, sagt Staude. Die meisten Bilder gingen an Dieter Huber, einige an den Kollegen des Zustellungsbezirks in Gotzing. „Wir Lehrer und auch Schulleiterin Christine Haberl sind wirklich sehr stolz darauf, wie engagiert die Kinder bei der Sache waren“, sagt Staude.

Zahl der Pakete hat sich verdoppelt

Huber wundert das nicht. „In Wall sind die Leute schon besonders nett, das gibt’s nicht überall.“ Seit sechs Jahren betreut er den Bezirk komplett, rund 70 Kilometer spult sein VW Caddy jeden Tag ab. „Die Leute freuen sich, wenn sie mich kommen sehen“, sagt der 50-Jährige, „hier arbeiten zu dürfen, das ist super.“ Ihm macht’s nicht aus, in Coronazeiten mehr schleppen zu müssen. „Die Zahl der Pakete hat sich verdoppelt“, sagt Huber. Geschäfte betrete er selbstverständlich nur mit Mundschutz, mit vielen Kunden habe er feste (und geheime) Ablageplätze für Packerl ausgemacht. „Alles kontaktlos, das funktioniert wunderbar.“

Und jetzt noch die netten Bilder. Gefällt ihm eins besonders gut? „Jedes hat was“, sagt Huber, „man sieht, dass sich alle angestrengt haben, um mir eine Freude zu machen – das zählt.“ Blumen und Bäume wachsen da in bunten Farben, ein Schaf hat er entdeckt. „Dreimal ist sogar mein Postauto mit drauf.“

Ein Kalender soll an die schöne Aktion erinnern

Die gelungene Malaktion zeigt: In Wall, wo zwei Kombiklassen (1./2. und 3./4.) unterrichtet werden, funktioniert „Schule dahoam“ sehr gut. „Die Eltern unterstützen das“, lobt Staude. Der Austausch funktioniert via Mail und Telefon. Zur groben Orientierung verschickt Staude einen Wochenplan. „Uns ist wichtig, auch die Nebenfächer wie Sport, Musik oder eben Kunst nicht unter den Tisch fallen zu lassen.“

Die Kunstwerke werden die Corona-Krise überdauern. „Die Bilder hebe ich natürlich auf“, sagt Postbote Huber. Er plant sogar, sich bei „seinen“ Waller Kindern zu revanchieren. Laminiert werden die Kunstwerke auf jeden Fall. „Und ich habe vor, mit den Bilder einen Kalender zu gestalten und drucken zu lassen“, kündigt Huber an. Damit 2021 nicht vergessen wird, wie sehr sich ein Postbote im Krisenjahr 2020 über ein „Dankeschön“ freute.

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