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Das Birkerfeld wird wachsen: Die elf Hektar große Wiese zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet (l.), dem Rand des Golfplatzes (oben) und dem Vivo-Wertstoffzentrum (r. unten) soll künftig ebenfalls Unternehmen Platz bieten. Eine Machbarkeitsstudie für die Erschließung wird nun beauftragt.

Elf Hektar großes Areal

Warngau will Gewerbegebiet Birkerfeld erweitern

Das Gewerbegebiet Birkerfeld bei Lochham soll wachsen. Für die Gemeinde Warngau gilt es, elf Hektar verträglich zu entwickeln.

Warngau – Der Warngauer Gemeinderat hat jetzt Farbe bekannt: Das Gewerbegebiet Birkerfeld bei Lochham soll erweitert werden. Das Gremium hat dazu nun einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst und eine Machbarkeitsstudie für die Erschließung der elf Hektar großen Fläche östlich des bestehenden Gewerbegebiets und nordwestlich des Vivo-Wertstoffzentrums auf den Weg gebracht – Erbe und Auftrag für den neuen Gemeinderat, der nach der Kommunalwahl ab Mai übernehmen wird.

Die Entscheidung an sich ist wenig überraschend: Das Areal bei Lochham, das künftig Platz für die Erweiterung bestehender Unternehmen oder Ansiedlung auch regionaler Handwerksbetriebe bieten soll, hatte die Gemeinde 1994 neben den schon damals für Gewerbe vorgesehenen Fläche, die das jetzige Gewerbegebiet Birkerfeld bildet, schon als Gewerbeerwartungsland vom Bund gekauft, erläuterte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) nun im Gemeinderat. Dies allerdings mit einer Bindungsfrist von 25 Jahren: Hätte die Gemeinde die Erweiterungsfläche binnen dieser Frist baureif gemacht, hätte sie die Wertsteigerung an den Bund nachzahlen müssen. Die Bindung lief Mitte Dezember 2019 aus. Nun ist die Zeit reif für die weitere Entwicklung.

„Eine andere Nutzung als Gewerbe oder Grünland sehe ich da nicht“, sagte Leonhard Obermüller (CSU) und lobte die seinerzeit vorausschauende Investition in den Grundstückskauf 1994. „Und wir sind auf den Verkauf von Gewerbegrund und Gewerbesteuereinnahmen angewiesen.“ Die Gemeinde hat aktuell eine ganze Reihe von Projekten auf der Agenda, unter anderem die Erweiterung der Kita am Kapellenfeld und in Bälde auch generell den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen von der Krippe bis zum Hort. „Aufgaben haben wir viele, und Geld brauchen wir auch“, betonte auch Thurnhuber, schließlich seien die Gemeinden chronisch unterfinanziert.

Moderate Entwicklung geplant

„Da kommen wir ja gar nicht aus“, stellte auch Adolf Schwarzer (CSU) fest und betonte, man müsse das Gebiet – immerhin nochmal so groß wie das bestehende Gewerbegebiet – „behutsam entwickeln und nicht in einer Woche verkaufen wie in Holzkirchen“. Auch darüber besteht im Warngauer Gemeinderat Einigkeit. Moderat, dosiert, wohlüberlegt lautet die Devise für die Vergabe der neuen Gewerbeflächen. Druck, bei der Vermarktung Gas zu geben, hat die Gemeinde ohnehin nicht, stellte Engelfried Beilhack (CSU) fest, „weil wir das schon bezahlt haben“.

Kita-Erweiterung: Warngau schafft neue Gruppe mit 25 Plätzen.

Michael Spannring (Grüne) mahnte zur zurückhaltenden Entwicklung, „nicht dass man in 15 Jahren sagt, Warngau platzt aus allen Nähten“. Er warnte vor zunehmendem Siedlungsdruck auf Warngau. „Es gibt keine grundsätzlichen Einwände gegen ein Gewerbegebiet dort“, fand indes sein Fraktionskollege Reinhard Bücher, „für dieses Gelände spricht alles dafür.“ Und auch Andrea Anderssohn (Grüne) stimmte zu: „Wir müssen ja auch den jetzigen Gewerbebetrieben die Möglichkeit geben zu erweitern.“ Bücher sieht da schon einen förmlichen „Faustkampf“ auf die Gemeinde zukommen, unerwünschte Bewerber abzuwehren.

Machbarkeitsstudie soll Erschließungsmöglichkeiten zeigen

Wie die Erschließung der elf Hektar aussehen kann, soll eine Machbarkeitsstudie der BayernGrund zeigen, einem beratenden Dienstleister für Kommunen. Die Untersuchung kann daneben auch Hinweise geben, ob im Untergrund noch böse Überraschungen lauern. Schließlich lag im Bereich des heutigen Golfplatzes im Zweiten Weltkrieg ein Militärflugplatz, der auch Ziel alliierter Luftschläge war. Beilhack appellierte, für die Zukunft auch die Option auf eine nördliche Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet auf die B 318 offenzuhalten. Denn wenn das Gewerbegebiet samt Erweiterung dereinst voll belegt und dann doppelt so groß sein wird wie heute, werde man „ein hohes Verkehrsaufkommen kriegen“, prophezeite Beilhack.

Baureif ist die Gewerbegebietserweiterung freilich noch lange nicht. Dort Baurecht zu schaffen, wird ebenso wie die Parzellierung auf den neuen Gemeinderat zukommen.

Katrin Hager

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