Gemeinde verabschiedet Haushalt  

Zwei Millionen aus der Rücklage

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Schuldenfrei wirtschaften – dem Warngauer Gemeindehaushalt gelingt dieses Kunststück im laufenden Jahr. Allerdings helfen dabei maßgeblich zwei Millionen Euro aus der Rücklage.

Warngau – Auch wenn die Steuerkraft steigt, so warnte Kämmerer Anton Kaunzner jetzt bei der Verabschiedung des Haushalts im Gemeinderat vor Sorglosigkeit. „Es ist wichtig, Investitionen frühzeitig zu definieren und zu überprüfen“, betonte Kaunzner, „nur so kann es gelingen, weiter ohne Kredite auszukommen.“

Den größten Investitionsbrocken (eine Million Euro) macht heuer die Tieferlegung der B 318 aus. Bekanntlich beteiligt sich die Gemeinde mit insgesamt rund zwei Millionen an der Großbaustelle des Straßenbauamts, damit die tiefergelegte Straße auch eine Einhausung bekommt – eine außergewöhnliche Energieleistung. Allein die Beleuchtung des „Tunnels“ dürfte dem Rathaus 150 000 Euro kosten.

Komplettieren sollte das Ganze die Hauserbauernbrücke im Norden, die Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) aber in die Schublade zurückstecken musste, weil überraschend Grundstücksverhandlungen scheiterten (wir berichteten). Das Geld dafür bleibt im Haushalt trotzdem reserviert – was Reinhard Bücher (Grüne) stört; er zählte schon immer zu den Gegnern dieser vergleichsweise teuren Zusatzbrücke. „Der Rest des Haushalts gefällt mir aber so gut, dass ich trotzdem zustimme“, erklärte er im Gemeinderat. Einstimmig wurde der Haushalt beschlossen.

Bemerkenswert ist, dass die Gemeinde in den kommunalen Wohnungsbau einsteigt – gelockt von einer sich bietenden Chance und saftigen Zuschüssen. Über 150 Haushalte, vor allem im Südwesten, beglückt das Rathaus heuer mit turboschnellen Breitband-Anschlüssen. 100 Mbit/s sind versprochen. Der Staat bezuschusst das kräftig, immerhin 350 000 Euro muss aber die Gemeinde selbst aufbringen.

Sie kann das auch deswegen, weil die Steuern fleißig sprudeln. Im Vorjahr spülte die Gewerbesteuer 1,35 Millionen Euro herein – über eine halbe Million mehr als gedacht. „Deswegen haben wir den Ansatz heuer nicht ganz so vorsichtig kalkuliert“, sagt der Kämmerer. Man rechnet mit 1,1 Millionen. Viel wichtiger ist der kommunale Anteil an der Einkommenssteuer. Wie im Vorjahr rechnet Kaunzner mit 2,4 Millionen.

Die Kehrseite der Medaille: Die Kreisumlage, die sich an der Steuerkraft bemisst, klettert auf 2,1 Millionen (Vorjahr: 1,8). Zudem sinken die Schlüsselzuweisungen, mit denen der Staat steuerschwachen Gemeinden unter die Arme greift, um 200 000 auf 380 000 Euro.

„Erfreulich ist, dass wir heuer ohne Grundstücksverkäufe auskommen“, stellte Engelfried Beilhack (CSU) fest. Sorgen bereiten ihm aber die hohen Fixkosten im Verwaltungshaushalt, der kaum Spielräume für Investitionen erwirtschaftet. Heuer sind es nur 165 000 Euro. Will heißen: Es wird schwieriger, selbsttragend aus dem Haushalt heraus, aus eigener Kraft, größere Projekte anzupacken. Da ist es tröstlich, einen Puffer auf der Bank zu wissen: Für alle Fälle liegen am Ende des Jahres noch 2,7 Millionen auf der hohen Kante.

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