Feuchte Mauern, kaputtes Dach: Die Oberwarngauer Pfarrkirche St. Johann Baptist hat eine Generalsanierung dringend nötig. Pfarrer Gottfried Doll (M.), Thomas Engl (Kirchenverwaltung) und Kirchenpflegerin Anni Bichler weisen auf unserem Bild auf die Wandschäden im Innenraum hin.
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Feuchte Mauern, kaputtes Dach: Die Oberwarngauer Pfarrkirche St. Johann Baptist hat eine Generalsanierung dringend nötig. Pfarrer Gottfried Doll (M.), Thomas Engl (Kirchenverwaltung) und Kirchenpflegerin Anni Bichler weisen auf unserem Bild auf die Wandschäden im Innenraum hin.

Feuchte Mauern, kaputtes Dach

Warngauer Pfarrkirche braucht Generalsanierung

  • Marlene Kadach
    VonMarlene Kadach
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Im Pfarrverband Holzkirchen-Warngau kündigt sich die nächste Großbaustelle an: Die Oberwarngauer Pfarrkirche St. Johann Baptist muss generalsaniert werden. Die Kosten gehen in die Hunderttausende.

Oberwarngau – Das Gotteshaus ist 500 Jahre alt – und das hohe Alter sieht man ihm auch an. Seit über zehn Jahren müht sich die Pfarrei Oberwarngau, ihre Pfarrkirche St. Johann Baptist halbwegs in Schuss zu halten. Lange wartete man auf die Zusage des Ordinariats, Geld für eine Generalsanierung bereitzustellen. Jetzt ist es so weit: Gleich nach Ostern 2022 soll St. Johann Baptist zur Großbaustelle werden.

Einmal wäre beinahe Weihnachten ausgefallen: Im Dezember 2009, kurz vor Heiligabend, bemerkten Gläubige, dass die Empore auf der Westseite locker ist. „Man konnte sie nicht mehr betreten“, erinnert sich Anni Bichler. Kurzfristig half ein Zimmerer aus, stabilisierte die Schwachstelle provisorisch. Und so konnte die Christmette wie gewohnt stattfinden. Doch der Warnschuss war gefallen.

Vergabeausschuss gibt Genehmigung und Zuschuss

Seitdem ist klar, dass die Pfarrkirche St. Johann Baptist sanierungsbedürftig ist. Mit der Zeit traten immer mehr Schäden zu Tage. Doch die Verantwortlichen im Erzbischöflichen Ordinariat ließen sich Zeit. Zu viele andere Bauprojekte stapelten sich dort auf den Schreibtischen, hinzu kamen eine Umstrukturierung und neue Priorisierungsregeln. Kirchenpflegerin Bichler hat da auch Verständnis. Aber jetzt ist sie froh, dass sich endlich auch was in Oberwarngau tut: Der Vergabeausschuss des Ordinariats hat die Baugenehmigung für die Gesamtinstandsetzung erteilt, verknüpft mit einer Zuschusszusage von drei Millionen Euro. „Jetzt sehe ich wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagt Bichler.

Nach der maroden Empore bemerkte man, dass die Außenwand an der Nordseite Feuchtigkeit gezogen hatte. Viele weitere Baustellen stünden an, meint Bichler. „Kein Wunder bei einer über 500 Jahre alten Kirche.“ Es hakt etwa am Dachstuhl, und auch im Inneren sei einiges im Argen. „Die Altäre muss man dringend herrichten.“

Einige Baustellen flickte die Pfarrei in Eigenregie. Denn viele Gläubige wurden schon unruhig, waren richtig verdrossen. Dachten, die Kirchenverwaltung würde nicht genug Druck machen. „Dabei konnten wir nichts dafür“, beteuert Bichler. Und so tauschten Bichler und das restliche Team alle Beleuchtungskörper aus. Für 50 000 Euro aus der Pfarrei-Kasse. „Man hat ja fast nichts mehr gesehen“, erinnert sich Bichler.

„Ein großes Aufbäumen im Dorf“ habe es gegeben, als die Glocken wegen des maroden Glockenstuhls verstummen mussten. Die Lösung, die Glocken nur durch einen Schlägel zu betätigen und sie nicht zu schwingen, missfiel vielen. „Das war viel zu leise“, sagt Bichler. Also griff die Pfarrei wieder in die eigene Tasche und holte 15 000 Euro für die Sanierung des Glockenstuhls heraus. Als erstmals am Ostersonntag 2020 eine Stunde die Glocken in voller Pracht läuten durften, waren die Leute begeistert. „Das war ein Jubel“, erinnert sich Bichler.

Umfassende Sanierung erforderlich

Jetzt steht eine eine umfassende Sanierung an, die fast alle Bereiche des Gotteshauses betrifft. „Begonnen wird mit dem Dach, das neu eingedeckt und dessen Dachstuhl teilweise erneuert wird“, sagt Hendrik Steffens von der Pressestelle des Ordinariats.

Der Kirchturm wird von innen wie von außen renoviert, auch die Statik wird verbessert. Zudem sind Ausbesserungen am Putz der Fassade geplant. Im Innenbereich liege ein besonderes Augenmerk auf der Restaurierung der liturgischen Ausstattung, die laut Steffens „von hohem kunsthistorischen Wert ist“.

Pfarrei muss eine halbe Million Euro selbst aufbringen

Auch wenn das Ordinariat den Löwenanteil trägt, die Pfarrei muss laut Bichler einen Eigenanteil von rund 500 000 Euro selbst stemmen. Gut 93 000 Euro seien bereits beisammen, durch Spenden und Rücklagen. Hinzu kommen Hand- und Spanndienste. Ende des Jahres will Bichler eine Liste auslegen, in der sich alle Helfer eintragen können.

Laut Erzbischöflichem Ordinariat beginnen die Arbeiten nach Ostern. 2024 soll St. Johann Baptist in neuem Glanz erstrahlen. Während der zweijährigen Bauzeit wird das Gestühl ausgebaut, Gottesdienste können nicht stattfinden. Die Gläubigen müssen in die Allerheiligenkirche ausweichen, was im Winter eine Herausforderung wird: „Dort gibt es keine Heizung“, sagt Bichler, „da muss man sich eben warm anziehen.“

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