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Die Arbeiten haben begonnen: An der Holzkirchner Straße 1 in Osterwarngau baut die Gemeinde Warngau ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen. Interessenten für die Wohnungen gibt es schon reihenweise.

Neubau in Warngau: Bewerbungen stapeln sich schon 

Warten auf Wohnraum

Die Bagger sind gerade erst angerückt. Die Gemeinde Warngau könnte schon jetzt alle sechs Wohnungen ihres kommunalen Wohnungsbauprojekts loswerden - wenn sie wollte. Doch in diesem Neubau soll weder der Schnellste noch der Reichste zum Zug kommen. 

Warngau– Wie sehr es brennt auf dem Wohnungsmarkt, bekommt der Warngauer Bürgermeister Schwarz auf Weiß zu Gesicht, seit bekannt ist, dass die Gemeinde Mietwohnungen baut. Einen Stapel Bewerbungen dafür hat Klaus Thurnhuber schon vorliegen, er hat sie allerdings weitgehend ungelesen und ungezählt abgeheftet. „Die Not ist groß“, stellt Thurnhuber fest. Aber für eine Auswahl sei es noch zu früh. Zum einen, weil der Bau erst beginnt. Zum anderen, weil die Richtlinien für die Vergabe der Wohnungen erst noch im Gemeinderat zu diskutieren und festzulegen sind. „Den Rahmen gibt die Regierung von Oberbayern vor, aber wir müssen festlegen, welche Maßstäbe wir noch ansetzen wollen“, erklärt Thurnhuber. Von strenger reguliertem sozialem Wohnungsbau hatte die Gemeinde Abstand genommen, um diese Entscheidungsfähigkeit zu wahren.

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Das Projekt ist dennoch mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt, weil die Gemeinde für den Bau Zuschüsse vom Freistaat bekommt. 30 Prozent der Baukosten deckt ein Förderprogramm für den kommunalen Wohnungsbau. „Sonst könnten wir uns das nicht leisten“, erklärt Thurnhuber. Der Gemeinderat hat für den Wohnungsbau heuer und im kommenden Jahr 800 000 Euro reserviert. In dem Neubau anstelle des alten Lehrerhauses in Osterwarngau entstehen zwei größere Wohneinheiten mit 80 Quadratmetern und vier kleinere mit 37 Quadratmetern.

Die Bauarbeiten haben Ende August begonnen. Das alte Lehrerhaus ist abgebrochen, die Aushubarbeiten laufen. Einen großen Teil des Auftragsvolumens hat die Gemeinde über die Sommermonate vergeben, wie Kämmerer Anton Kaunzner jüngst dem Gemeinderat berichtete, der die Verwaltung dazu ermächtigt hatte, um keine Zeit zu verlieren. Die Baumeisterarbeiten (303 000 Euro), die Holz- und Zimmererarbeiten (102 000 Euro), die Erd- und Aushubarbeiten (67 000 Euro), die Fenster und Türen (34 000), Trockenbau (17 000), Dachdecker- und Spenglerarbeiten (34 000), Grundleitungen und Kanalbau (54 000), die Elektroarbeiten (72 000) und die Fotovoltaikanlage (26 000) hat die Gemeinde an den Handwerker gebracht – ein Volumen von 709 000 Euro. Die Ausschreibungen für Gerüstbau, Malerarbeiten, Putzarbeiten sowie Heizung, Lüftung und Sanitär indes werden derzeit wiederholt: „Wir hoffen, dass in der zweiten Runde Angebote kommen“, so Kaunzner. Der Bauboom bildet derzeit das bremsende Element: „Die Bauwirtschaft hat unheimlich viele Aufträge“, so Thurnhuber. Die Gemeinde hofft, dass das Mehrfamilienhaus Mitte 2019 bezugsfertig dasteht.

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Thurnhuber ist klar, dass die sechs Wohnungen ein Tropfen auf den heißen Stein sind. „Aber irgendwo müssen wir mal anfangen.“ Die Gemeinde wolle aus dem geförderten Wohnbauprojekt Erfahrungswerte ziehen. Und dann weitersehen.

Katrin Hager

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