Langsam füllt sich das Becken: Etwa sechs Grad kalt ist das Wasser, wenn es in den Badeweiher in Osterwarngau eingelassen wird. Bis zum Wochenende könnte es angenehmere Temperaturen erreicht haben.
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Langsam füllt sich das Becken: Etwa sechs Grad kalt ist das Wasser, wenn es in den Badeweiher in Osterwarngau eingelassen wird. Bis zum Wochenende könnte es angenehmere Temperaturen erreicht haben.

Nutzung heuer auf eigene Verantwortung

Wasser marsch am Warngauer Badeweiher

  • VonKatrin Hager
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Den ganzen Sommer 2020 saß Warngau auf dem Trockenen: Der Badeweiher in Osterwarngau blieb wegen Corona geschlossen – das sorgte für Frust. Heuer soll dem Badespaß nichts entgegenstehen: Seit gestern wird das Becken befüllt.

Osterwarngau – Die Sommerlaune 2020 war in Warngau getrübt: Nicht nur, dass Corona allen Festen und vielen Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung machte. Auch der Badeweiher in Osterwarngau blieb leer, der Frust saß tief. Auch, weil nicht jeder die Entscheidung nachvollziehen konnte: Wegen der Corona-Hygieneauflagen sah sich die Gemeinde Warngau gezwungen, am Badeweiher, an dem es weder Aufsicht noch regulierten Zutritt gibt, jegliche Nutzung zu untersagen. Zwar hatten sich Freiwillige gemeldet, die sich um die Aufsicht kümmern wollten. Doch als klar war, wie hoch der Aufwand tatsächlich wäre, winkten auch sie ab, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber rückblickend. Die Gemeinde sah sich nicht imstande, das Bad zu öffnen und dafür Sorge zu tragen. „Im vergangenen Jahr wussten wir gar nichts“, sagt der Rathauschef, der selbst gerne mal abends eine Runde im Becken dreht.

Im zweiten Corona-Sommer sind die Vorzeichen zwar dieselben. Doch die Sichtweise der Behörden hat sich mit der Pandemie-Erfahrung aus den vergangenen eineinhalb Jahren geändert. Das Gesundheitsamt habe der Gemeinde grünes Licht gegeben, den Weiher zu befüllen, teilt Thurnhuber mit: Er werde nun nicht mehr wie ein reguläres Warm- oder Freibad mit geregeltem Zutritt betrachtet, sondern als öffentliches Gewässer, das frei zugänglich ist wie ein See oder Fluss. Mit einer entscheidenden Konsequenz: „Die Verantwortung liegt bei den Nutzern“, erklärt Thurnhuber.

Das Becken wird derzeit befüllt

Er hofft, dass sich alle Besucher vernünftig verhalten. Eine feste Zahl, wie viele Sonnenanbeter und Wasserratten gleichzeitig vor Ort sein dürfen, gibt es laut Thurnhuber nicht. Auch hier muss der gesunde Menschenverstand mitarbeiten: Wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, sind zu viele Nutzer da. „Wenn jemand meint, dass es nicht rechtens ist, muss er die Polizei rufen“, erklärt der Bürgermeister, hofft aber, dass es soweit gar nicht kommt. „Am See zählt auch niemand, wie viele Besucher da sind.“

Nun steht dem Badevergnügen nur noch eines im Weg: ein fast leeres Becken. Seit Montagfrüh heißt es Wasser marsch. Der Wasserbeschaffungsverband Osterwarngau befüllt das etwa 35 Meter lange und 18 Meter breite Becken. Bis es mit rund 1500 Kubikmetern Wasser voll befüllt ist, vergehen mehrere Tage. Das Wasser wird weitestgehend schubweise zugeleitet. Zum einen, um die Kapazitäten der Trinkwasserversorgung nicht auszureizen. Zum anderen, weil das Wasser ohnehin seine Zeit braucht, um sich zu erwärmen, denn es sprudelt mit frischen sechs Grad ins unbeheizte Becken, sagt Thurnhuber. Ein bisschen Geduld ist also noch gefragt. Zum Wochenende, hofft er, könnte es zum Planschen schon reichen: „Das sollte schon genug sein für den ganzen Fuß, nicht nur für die große Zehe“, sagt der Rathauschef und lacht.

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ag

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