Die Brunnen des Wasserbeschaffungsverbands Oberwarngau sollen durch die Ausweisung besser geschützt werden.
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Die Brunnen des Wasserbeschaffungsverbands Oberwarngau sollen durch die Ausweisung besser geschützt werden.

Gemeinderat verabschiedet Stellungnahme zu Ausweisung

Wasserschutzgebiet Oberwarngau: Gemeinde stellt Fuß in die Tür für Infrastruktur

  • vonKatrin Hager
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Die Ausweisung des Wasserschutzgebiets für die beiden Brunnen des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Oberwarngau hat endlich Fahrt aufgenommen. Nun hat der Warngauer Gemeinderat die Stellungnahme der Gemeinde verabschiedet. Im Fokus stehen die Infrastruktur und ein Landwirt in Reitham.

Warngau – Die Gemeinde begrüßt die Verbesserung des Trinkwasserschutzes ausdrücklich. Die Fördermenge der beiden Brunnen des Wasserbeschaffungsverbands Oberwarngau soll auf maximal 110 000 Kubikmeter im Jahr erhöht werden. Dadurch kann der Verband den Bedarf in Oberwarngau künftig selbst decken. Denn bisher ist ein Zukauf aus einem Brunnen der Gemeinde Gmund in Festenbach nötig. Das kostet nicht nur Geld, obwohl die Kapazitäten in Oberwarngau durchaus ausreichen sollten. Das Leitungssystem steht auch als Ursache für Verunreinigungen im Verdacht, deretwegen 2018/19 monatelang gechlort werden musste. Und auch das Schutzgebiet wird dabei nach aktuellen Richtlinien neu ausgewiesen.

Natürlich sind mit dem Wasserschutzgebiet auch eine ganze Reihe Vorschriften verbunden. Etwa was die Düngung betrifft, aber auch Bauvorhaben. Und dabei hat die Gemeinde drei Punkte ausgemacht, für die sie in ihrer Stellungnahme um Prüfung und Berücksichtigung appelliert.

Zum einen durchqueren die Ortsverbindungsstraße Richtung Piesenkam auf etwa 1,2 Kilometern und die Zufahrt zwischen B 318 und Flugplatz auf 150 Metern das Schutzgebiet. Nach den vorgesehenen Regularien wäre dort künftig Winterdienst verboten, führt die Gemeinde aus. Weil der aber unabdingbar sei, fordert die Gemeinde dafür eine Befreiung.

Die wünscht die Gemeinde auch für den Bahnübergang Tannried nahe dem Flugplatz. Er soll heuer mit Schranken ausgestattet werden – viele Jahre hatte die Gemeinde dafür gekämpft. Etwa 60 Quadratmeter möchte die Gemeinde aus der Schutzzone III herausnehmen, damit die Bauarbeiten stattfinden können. Denn damit der Übergangsbereich bei geschlossener Schranke noch sicher geräumt werden kann, muss die Straße in seinem Bereich aufgeweitet werden, erklärt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) auf Nachfrage. Und natürlich muss gegraben werden. Kein Problem sieht der Rathauschef durch die Schutzzone für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke: „Die Schutzgebietsgrenze läuft drei, vier Meter östlich neben der Bahnlinie“, sagt Thurnhuber. „Wenn die Elektrifizierung kommt, können Masten auch auf der Westseite aufgestellt werden.“

Anton Bader (FWG) brachte in der Sitzung ein weiteres Anliegen auf die Agenda: einen möglichen Radweg. Um sich nichts zu verbauen, nahm der Gemeinderat den Punkt in die Stellungnahme auf. „Damit wir einen Fuß in der Tür haben“, wie Leonhard Obermüller (CSU) sagte.

Im Rathaus war auch ein Landwirt vorstellig geworden mit der Sorge, dass ihm das Schutzgebiet in der Entwurfsfassung die Existenzgrundlage nimmt, berichtete Thurnhuber. Denn die Schutzzone III reicht bis direkt an die Ortschaft Reitham heran. Möglicherweise ohne Not, meint Thurnhuber: „Momentan sind ganze Flurnummern aufgenommen worden.“ Die Gemeinde fordert das Wasserwirtschaftsamt auf, eine differenziertere Grenze zu ziehen, um dem Landwirt Spielraum für die Entwicklung in der Zukunft zu erhalten und dennoch den Trinkwasserschutz zu gewährleisten. „Da bedarf es näheren Hinschauens“, appellierte Thurnhuber. Der Landwirt habe keine Alternativen.

Der Gemeinderat verabschiedete die Stellungnahme gegen die Stimme von Reinhard Bücher (Grüne), dem die Formulierung bezüglich des Radwegs zu schwammig war. Grundsätzliche Einwände gegen das Schutzgebiet fürs eigene Trinkwasser hegte im Gemeinderat freilich niemand: „Natürlich ist die Akzeptanz höher, als wenn es um eine gewinnorientierte GmbH geht, die nicht im Landkreis sitzt“, sagte Obermüller mit Blick auf die geplante Erweiterung des Wasserschutzgebiets für die Stadtwerke München im Landkreis.

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ag

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