Selten und scheu: Ob Wildkatzen am Taubenberg leben, soll jetzt ein Monitoring-Projekt ergründen.

Wildkatzen am Taubenberg: Baldrian soll scheue Tiere anlocken

  • Christine Merk
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Am Taubenberg tummeln sich nicht nur Radfahrer, sondern möglicherweise auch europäische Wildkatzen. Um einen Beleg dafür zu finden, setzt ein neues Projekt auf Baldrian.

Warngau - Am Taubenberg tummeln sich nicht nur Radfahrer, sondern möglicherweise auch europäische Wildkatzen. Um einen Beleg dafür zu finden, wurde heuer erneut ein gemeinsames Monitoring-Projekt der Ortsgruppe Holzkirchen des Bund Naturschutz, von Förstern der Stadt München und des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen initiiert. Das Ergebnis soll im Frühjahr 2021 vorliegen.

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Wildkatzen am Taubenberg: Baldrian soll scheue Tiere anlocken

Wildkatzen sind extrem scheu, sie zeigen sich dem Menschen nicht. Aber sie lieben den Duft von Baldrian – und das machen sich die Initiatoren des Projekts zunutze. 100 angeraute Dachlatten, jede etwa 60 Zentimeter lang, haben sie – noch vor der Corona-Krise – in den Wäldern am Taubenberg verteilt in den Waldboden gesteckt und mit Baldrian besprüht. Der Duft lockt die scheuen Tiere an, wenn sie dort leben sollten. Sie reiben sich an dem rauen Holz, Haare bleiben daran haften.

Noch bis Ende April kontrollieren die Helfer wöchentlich die Holzlockstäbe und sprühen sie erneut ein. An den Latten gefundene Haare werden in ein Labor geschickt, wo eine genetische Analyse Aufschluss darüber geben soll, ob sie von echten Wildkatzen stammen.

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Ein solches Monitoring am Taubenberg gab es bereits 2015 einmal. Damals wurde die Existenz des scheuen Räubers nicht nachgewiesen. Sollten diesmal Haare echter Wildkatzen dabei sein, wäre dies ein sehr großer Erfolg für das bayernweite Projekt.

Die Untersuchung startete vor 36 Jahren. Etwa 600 europäische Wildkatzen wurden damals in Nordbayern ausgewildert – ein Projekt des Bund Naturschutz mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums und verschiedener Forstämter der Region.

Die Existenz von Wildkatzen wäre auch eine Bestätigung für die erfolgreiche Arbeit der örtlichen Förster. Denn Wildkatzen wählen als Lebensraum naturnah bewirtschaftete vielschichtige Mischwaldbestände – und die werden wohl auch für den Klimaschutz künftig eine sehr große Rolle spielen.

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