Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Furt für Radler: Eine Querungshilfe ist an der Einmündung der Lindenstraße in die MB 10 geplant.

Gemeinderat

Zeit wird‘s: Warngau will ersten Radweg schaffen

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In Sachen Radwege ist Warngau ein weißer Fleck auf der Landkarte. Nicht einen Meter Radweg gibt es dort. Das soll sich bald ändern.

Warngau – Die Gemeinde Warngau hat vieles – aber keinen Radweg. „Nicht einen Meter“, betonte Engelfried Beilhack (CSU) jetzt im Gemeinderat, „wir haben starken Nachholbedarf.“ Zwar habe man Ende 2015 endlich das bestellte Radwege-Konzept vorgelegt bekommen, „aber passiert ist seitdem nicht viel“, beklagte Beilhack. Das werde sich bald ändern, kündigte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) an. Als erstes Projekt wolle man eine Radweg-Verbindung von Oberwarngau nach Allerheiligen und weiter nach Reitham in Angriff nehmen. 

Beilhack wies darauf hin, dass die CSU bereits 2013 ein Radwege-Konzept für das Gemeindegebiet angeregt habe. Der Auftrag (Kostenpunkt: 5000 Euro) war 2014 an das Allgäuer Planungsbüro Topplan gegangen, das sich aber viel Zeit ließ – zum Unwillen auch des Bürgermeisters. Erst im Oktober 2015 lag ein Ergebnis vor. „Aus Radlersicht stellt es eine gute Grundlage zur Förderung des Radverkehrs dar“, lobte Hartmut Romanski, ADFC-Sprecher und Fahrrad-Beauftragter der Nachbargemeinde Holzkirchen. Beilhack jedoch war nicht zufrieden, wie er im Gemeinderat erklärte. Das Konzept sei zu sehr darauf ausgerichtet, den Taubenberg zu erschließen. „Dabei geht es darum, die Orte zu verbinden.“ 

Eine solche Verbindung wolle man jetzt auch anpacken, sagte Thurnhuber. Erste Pläne gebe es für die Ausweisung eines Radwegs von Warngau nach Reitham. Der erste Teil soll auf der verkehrsberuhigten Lindenstraße hinauf nach Allerheiligen führen. An der Einmündung in die Kreisstraße MB 10 könnte eine Querungshilfe nicht nur Radlern über die Straße helfen, sondern den Verkehr kurz vor dem Ortseingang Warngau abbremsen. „Das müssen wir mit dem Landkreis absprechen“, sagt Thurnhuber, „es handelt sich ja um eine Kreisstraße.“ Westlich der MB 10 würde der Radweg weiter nach Allerheiligen laufen und dort in die Straße nach Reitham münden; auf der dortigen Gemeindestraße könnte es reichen, am Rand einen Fahrrad-Streifen zu markieren. 

Erste Grundstücksverhandlungen habe er bereits geführt, sagte Thurnhuber. Im Bereich Allerheiligen sei man etwa auf das Entgegenkommen der Kirche angewiesen. Offen ist, wer die Kosten trägt. „Auch das gilt es zu klären“, sagt Thurnhuber. Beilhack wünschte sich auf jeden Fall, dass die Gemeinde Geld für den Radwegebau zur Verfügung stellt: „Und die Fahrrad-Fördertöpfe des Freistaats sind ja auch gut gefüllt.“ 

Bezuschusst werden allerdings nur asphaltierte Radwege, wie Adolf Schwarzer (CSU) betonte. „Das ist auch richtig“, sagt ADFC-Sprecher Romanski. Ein Radweg müsse bei jedem Wetter benutzbar sein. Schließlich gehe es nicht mehr nur um Radtouristen, sondern darum, Pendler zu motivieren, aufs Rad umzusteigen. „Der Radpendler will sauber am Ziel ankommen und nicht verdreckt.“ Laut Romanski schneidet der Asphaltweg bei der Öko-Bilanz nicht viel schlechter ab als der Schotterweg. „Für beide Oberflächen ist ein guter Unterbau nötig, der nicht wasserdurchlässig ist.“ 

Mittelfristig will Thurnhuber auch eine Radverbindung von Lochham nach Holzkirchen anpacken. Hier war angedacht gewesen, eine bestehende Forststraße zu ertüchtigen. „Das wäre sehr aufwendig“, sagt der Bürgermeister. Zu überlegen sei, lieber gleich eine separate Radwegetrasse neben der Bahn auszuweisen.

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