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Tieferlegung der B 318 

Es werde Licht im Tunnel

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Warngau - Bald geht's los mit der Tieferlegung der B 318. Etwas überraschend braucht die geplante Grünbrücken-Unterführung eine Beleuchtung – und das leuchtet nicht jedem ein.

Adolf Schwarzer (CSU) ist ein guter Taucher. 50 Meter kriege er hin, schätzte er am Dienstag im Warngauer Gemeinderat. Noch einmal 25 Meter dazu, dann habe man drei Schwimmbadbahnen. Und um die gedankliche Visualisierung dieser Strecke, etwas weniger als 80 Meter, ging es ihm. So lang nämlich wird der Tunnel unter der geplanten Grünbrücke über die tiefergelegte B 318. Dieser Tunnel soll nun, etwas überraschend, doch eine Beleuchtung bekommen. Die Kosten hat die Gemeinde zu tragen, stellte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) jetzt in der Sitzung fest. „Es dürften so um die 100 000 Euro werden“, schätzt der Rathauschef.

Die Notwendigkeit dieser Erleuchtung zweifelte Schwarzer stark an. „Tunnel in Österreich und Italien sind unter einer Länge von 100 Metern sehr selten beleuchtet“, wusste er zu berichten. Im Auftrag des Straßenbauamts habe ein Experte aber festgestellt, dass es ganz ohne Beleuchtung nicht gehe, erklärte Thurnhuber. Das sei zwar bei Unterführungen unter 80 Metern Länge nicht zwingend nötig, aber im speziellen Warngauer Fall offenbar doch geboten. „Der natürliche Lichteinfall spielt da eine Rolle“, sagte der Bürgermeister, „und wir haben ja gleich nach der Grünbrücke die Aus- und Einfädelspuren.“ Das könne zu gefährlichen Situationen führen. Die Gemeinde schaltet jetzt aber vorsorglich einen eigenen Ingenieur ein. „Der soll das mal für uns durchleuchten.“ 

Rund 1,85 Millionen Euro muss die Gemeinde nach aktueller Schätzung für die Grünbrücke zahlen; die eigentliche Tieferlegung kostet den Bund über 4,6 Millionen. In der Summe sind das rund 6,45 Millionen Euro – und damit zwei Millionen Euro mehr als die ursprüngliche Schätzung (wir berichteten). Für diese deutliche Kostenmehrung macht das Straßenbauamt allgemein gestiegene Baupreise verantwortlich.

Gefährdet ist das Projekt aber nicht mehr. Im April, spätestens Anfang Mai rücken die Bautrupps an, versicherte Thurnhuber. Dass es bald ernst wird, ist nicht mehr zu übersehen: Am Straßenrand, auch rund um die Unterführung (Mauseloch), wurde diese Woche abgeholzt.

Glücklich sei diese Aktion nicht verlaufen, bemängelte Gemeinderätin Manuela Gschwendtner (FWG): „Das Mauseloch war auch für Schulkinder gesperrt.“ Das könne man sicher besser lösen, bestätigte der Bürgermeister; er werde mit dem Straßenbauamt reden, um den Informationsfluss zu verbessern. „Die Episode zeigt, dass wir gut aufpassen müssen.“ Er prophezeite aber, dass es während der Bauzeit noch einige ungeahnte Probleme geben werde. „Wir werden uns an vieles gewöhnen müssen.“ Das Mauseloch bleibe voraussichtlich bis über den Winter 2016/2017 offen. „Dann kommt wohl eine Ampel, zusätzlich wollen wir Lotsen für die Schüler organisieren.“

Den Zeitplan will Thurnhuber bei einer Bürgerversammlung vor Baubeginn vorstellen. Geplant ist, dass zunächst die Behelfsstraße westlich der B 318 angelegt wird. Dann werden die Bohrpfähle gesetzt und die Einfädelspuren angelegt. Die starken Eingrabungen folgen erst 2017. Im Herbst 2017, wenn die Behelfsstraße noch steht, will die Gemeinde schließlich die Hauserbauern-Brücke setzen. 

Sehr wahrscheinlich, so Thurnhuber, gebe es dann auch Licht im Tunnel. Schwarzer kann da nur den Kopf schütteln. „Würde es helfen, wenn ich Referenz-Tunnel benenne, die länger sind und ohne Licht auskommen?“ Eine Sorge immerhin konnte Thurnhuber ihm und den anderen Räten nehmen: Selbst wenn die Gemeinde den Einbau der Beleuchtung zahlen müsse, so übernimmt den Unterhalt des Tunnels komplett der Bund. „Das ist fest vereinbart“, betonte der Bürgermeister.

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