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Die Tieferlegung der B 318 in Oberwarngau soll in einem Jahr schon abgeschlossen sein.

Großprojekte im Endspurt

Was 2017 auf die Region zukommt - unser Jahresausblick

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  • Marlene Kadach
    Marlene Kadach
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Einige Großprojekte stehen im Raum Holzkirchen im neuen Jahr vor ihrer Vollendung. Was 2017 in den Gemeinden sonst noch bringen wird, lesen Sie hier im Überblick.

Holzkirchen

Spannend bleibt das 40 Millionen Euro schwere Geothermie-Projekt: Anfang 2017, so hoffen die Experten, wird man auch bei der zweiten Bohrung fündig. Wie berichtet, hatte die Geothermie Holzkirchen GmbH mit Problemen zu kämpfen, weshalb die Bohrung stockte. Die Gemeinde steckt knapp elf Millionen Euro in das Projekt, die restlichen 28,6 Millionen stellt ein Bankenkonsortium über ein Darlehen.

Zu Südspange und Bundesverkehrswegeplan informiert das Staatliche Bauamt Rosenheim laut Bürgermeister Olaf von Löwis bald den Gemeinderat. Bis Ende des Jahres erwarte man erste Ergebnisse, womöglich liegen Trassen vor. Über die stimme der Gemeinderat ab, vielleicht gebe es eine Bürgerbeteiligung. Das Mobilitätskonzept nimmt die Gemeinde mit ins neue Jahr. Im Januar beschließt der Gemeinderat „über Leitfäden“, so Löwis. Erste Maßnahmen starten.

Im Juli feiert Holzkirchen sein 1111-jähriges Bestehen, Föching zieht im September mit seiner 1200-Jahr-Feier nach. Ende 2017 ist die Kirche St. Josef samt Kapelle fertig. Das Erzbischöfliche Ordinariat investiert 10,63 Millionen Euro. Außerdem rücken Bauarbeiter zum vierspurigen Ausbau der B 318 aus, zumindest für das erste Teilstück von der Autobahn-Anschlussstelle bis zur MB 9. Im Zuge dessen entfällt die Ampel-Kreuzung mit der MB 14. Der Anschluss wandert Richtung Süden, erfolgt über eine Brücke. Kosten: mindestens 10 Millionen Euro.

Die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes geht einen Schritt weiter: „Da fangen wir mit den Planungen an“, erklärt Löwis. Dann entscheide sich, ob ein Parkhaus und ein Pendlerhaus entstehen. 15 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern für den kleinen Geldbeutel errichtet die Gemeinde in Neuerlkam.

„Die Traglufthalle im Moarhölzl wird im April aufgelöst“, sagt Löwis. Die Asylbewerber würden aufgeteilt. In Holzkirchen werden die Container an der Erich-Kästner-Straße wieder vollbelegt. „Einige kommen in die sanierte alte Polizei rein.“ Aufatmen können Anwohner in Aberg: Dem Lärmschutz-Bau steht nichts mehr im Weg.

Weyarn

Der Lärmschutz an der A 8 rückt näher – zumindest für die Anwohner von Weyarn und Großseeham. 2017 erfolgt der Planfeststellungsantrag. Die Gemeinde hofft, dass auch nicht berücksichtigte Anwesen eines Tages ein Bollwerk bekommen. Durch den geplanten achtspurigen Ausbau der A 8 erwartet unter Umständen mehr Anwohner ein Anspruch auf Lärmvorsorge. Der Klosteranger füllt sich mit Leben, dort werden die ersten fünf Mehrgenerationenhäuser bezugsfertig. Trifft die Baugenehmigung ein, rollen die Bagger für den Supermarktbau an.

Der Breitbandausbau für das gesamte Gemeindegebiet soll starten. Gehe alles gut, wäre „das Gros der Weyarner Anfang 2018 mit einem super Internet versorgt“, sagt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Einzelanwesen, die danach immer noch benachteiligt sind, rüstet die Gemeinde in einem weitereren Ausbauschritt auf.

Für den ins Stocken geratenen Bauhof-Neubau tüftelt die Verwaltung ein günstigeres, alternatives Konzept aus. Hier klaffte zuletzt eine Deckungslücke von 1,3 Millionen Euro. Auch beim Ausbau des Rathausspeichers will die Gemeinde ein kostenreduziertes Modell auf den Weg bringen. Es standen 350 000 Euro im Raum.

Weyarn saniert einige Straße, rund 800 000 Euro stehen zur Verfügung. Das Gewerbegebiet am Weiglfeld wächst. Weitere Firmen siedeln sich auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche an. Ob der Neubau des maroden Mangfallstegs schon 2017 beginnen kann, hängt von Fördertöpfen und Grundstücksverhandlungen ab.

Otterfing

Die größte Investition der Gemeinde Otterfing im Jahr 2017 wird ab April Gestalt annehmen: Die Grundschule bekommt im Westen einen Anbau, der vier zusätzliche Klassenzimmer liefert und der Mittagsbetreuung mehr Platz verschafft. Kosten: 2,7 Millionen Euro. Die Zeit drängt, denn schon im Herbst werden die neue Räume aufgrund steigender Schülerzahlen dringend gebraucht. Endlich soll der Radweg durch den Teufelsgraben entlang der Bahntrasse angepackt werden, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Nachbarn Holzkirchen. Die Otterfinger Feuerwehr darf sich über ein neues Tanklöschfahrzeug freuen. Ob es mit den jahrelang diskutierten Großprojekten Sportzentrum, zusätzlicher Supermarkt (Vollsortimenter) und Senioren-Wohnen weitergeht, steht in den Sternen. Immerhin will der Gemeinderat 2017 jeweils neue Anläufe nehmen. Festgefahren bleibt wahrscheinlich auch der geplante Ausbau der Gemeindestraße nach Wettlkam. Hier ist die Gemeinde auf das Entgegenkommen eines Grundstücksbesitzers angewiesen. Die Telekom ist aber auf jeden Fall gefordert, ein Breitband-Kabel von Bergham nach Wettlkam zu legen. 2017 muss das Unternehmen, so ist es mit der Gemeinde vereinbart, leistungsstärkere Internet-Kanäle für einige Ortsteile zur Verfügung stellen. Sollte die Straße nach Wettlkam wieder zurückgestellt werden, könnte die Gemeinde die Sanierung der Palnkamer Straße fortsetzen.

Warngau

Die größte Baustelle, die die Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat, wird auch 2017 prägen: Die Tieferlegung der B 318, die künftig bis zu sechs Meter unter heutigem Bodenniveau unter einer Grünbrücke für die Kreisstraße (Taubenberg- und Bahnhofsstraße) abtaucht. Die Bauarbeiten (Gesamtkosten: 6,15 Millionen Euro) sollen im kommenden Jahr nicht nur voranschreiten, sondern bis zum Winter auch abgeschlossen sein. Der Verkehr soll ab September bereits von der Behelfsfahrbahn auf die erneuerte B 318 umgelegt werden. „Die Hauserbauernbrücke werden wir bis dahin wohl nicht fertig bekommen“, meint Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Der Bau der zusätzlichen Querverbindung über die B 318 auf Höhe Angerweg, den die Gemeinde auf eigene Kosten stemmt, soll aber auf jeden Fall 2017 beginnen, um noch weitestgehend parallel zu den Arbeiten des Straßenbauamts zu verlaufen. Außerdem will die Gemeinde mit der Umgestaltung am Reithamer Dorfweiher beginnen. „Damit sind wir ganz gut beschäftigt“, sagt Thurnhuber. In Sachen Kinderbetreuung hat Warngau schon in den vergangenen Jahren vorgesorgt. Und mit der Erweiterung des Gewerbegebiets Birkerfeld wartet die Gemeinde ab, bis die Nachzahlungspflicht nach dem Kauf des Geländes vom Bund im Jahr 2019 abgelaufen ist.  

Valley

Straßensanierung, Krippenerweiterung, Breitbandausbau: Vor allem Arbeiten an der Infrastruktur stehen in Valley im kommenden Jahr auf der Agenda, sagt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Der Grubmühler Weg, der Helfendorfer Weg und die Dilchinger Straße stünden auf der Prioritätenliste oben, der Gehweg in Mitterdarching solle ebenfalls erneuert werden. Der Ausbau des Glasfasernetzes für schnelleres Internet ist für Mitter- und Oberdarching, Mühlthal sowie Schmidham vorgesehen. „Der Förderantrag ist gestellt, wir warten auf den Bescheid.“ Das günstigste Angebot habe die Telekom abgegeben. Ein Dauerbrenner wartet immer noch auf sein Happy End: das Golfhotel. „Wir sind ganz schön weit in den Verhandlungen, es ist aber noch nichts spruchreif.“ Fest steht derweil, dass in Oberlaindern Oped so schnell wie möglich die Erweiterung des Medizinparks anpacken und dass das Fraunhofer-Institut für Bauphysik sein Forschungsgelände erweitern will.

Katrin Hager

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