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Trostloser Zustand: Die Straße nach Wettlkam ist von Schlaglöchern übersät und bricht teilweise schon weg. Ein letztes Mal soll sie provisorisch ausgebessert werden.

Arbeiten beginnen nach Pfingsten 

Wettlkamer Straße wird wieder geflickt

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Otterfing - Noch einmal lässt die Gemeinde Otterfing die ramponierte Straße zwischen Bergham und Wettlkam nur provisorisch flicken. Sobald es die Witterung erlaubt, wird der Bauhof die Schlaglöcher und Abrisse – so gut es geht – ausbessern.

Ist das erledigt, kann die seit Ende März gesperrte Gemeindestraße wieder freigegeben werden. Der Gemeinderat beschloss dieses Vorgehen einstimmig in seiner jüngsten Sitzung – durchaus im Wissen darum, dass die Straße im Herbst oder im Frühjahr wahrscheinlich für Wasserleitungs- und Breitbandausbau ohnehin aufgerissen werden muss. Die Kosten der aktuellen Flickarbeiten schätzt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) auf bis zu 10 000 Euro.

Der Bürgermeister hatte die Straße Ende März sperren lassen, nachdem eine knappe Gemeinderats-Mehrheit überraschend den Haushalts-Entwurf der Verwaltung abgelehnt hatte (wir berichteten). Eglseder sah die Gemeinde dadurch in eine Art Haushaltssperre manövriert, die aus seiner Sicht selbst kleinere Investitionen wie Straßenreparaturen verbiete. Mittlerweile ist der Haushalt verabschiedet. Eine umfassende Sanierung der Straße steht weiter in den Sternen, weil sich die Gemeinde mit einem Grundstücksbesitzer nicht einig wird.

Sollte eine Einigung gelingen, ist noch zu klären, wie breit die Straße ausgebaut wird. „Drei Meter reichen“, fand Max Ruf (SPD). Er plädierte dafür, die bisherige Größe beizubehalten und Ausweichbuchten anzulegen. „Die Bevölkerung will keine breite Straße“, ergänzte Fraktionskollege Roberto Sottanelli, „viele fürchten andernfalls, dass mehr Verkehr angezogen wird.“ Ruf war sogar dafür, die Sperrung aufrecht zu erhalten, die Sanierung zu planen und 2017 umzusetzen. „Die Sperrung ist ein unerträglicher Zustand“, fand dagegen Georg Schlickenrieder (CSU), „für die Bevölkerung ist das ein Witz.“

Wie Schlickenrieder setzte sich Gerhard Heimerer (CSU) für ein notdürftiges Flicken ein. Er wünschte sich einen Ausbau auf fünf Meter, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. „Landwirtschaftliche Fahrzeuge haben gern einmal 40 Tonnen“, betonte Heimerer. Werde die neue Straße zu eng, würden so schnell die Ränder wieder abbrechen. „Drei Meter sind zu wenig“, fand auch Max Klaus (CSU). 

Die Breite der Straße ist auch finanziell von Belang. Laut Eglseder winken 60 Prozent Zuschüsse – aber nur, wenn der Ausbau der 1,66 Kilometer auf mindestens fünf Meter erfolgt. Die Kosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 1,2 Millionen Euro. 

Weitere rund 350 000 Euro sind nötig, um die Wasserleitung nach Wettlkam zu ertüchtigen, was im Idealfall in einem Zug passiert. Soll wie geplant auch das Breitband-Kabel (Internet) mitverlegt werden, ist Eile geboten. Die Telekom, die allem Anschein nach die Ausschreibung der Gemeinde gewinnen wird, will unter Umständen schon im Herbst mit Erdarbeiten beginnen. „Notfalls könnten wir auf eine etwas längere Feldweg-Trasse ausweichen“, sagt Eglseder.

Der große Wurf gelingt freilich nur, wenn die Gemeinde nach jahrelanger Hängepartie die letzten Grundstücke für die Straßentrasse bekommt. „Es fehlt nur der eine Landwirt“, sagt Eglseder. Er will jetzt einen letzten Versuch unternehmen, den Grund doch noch erwerben zu können – ohne seitens der Gemeinde mehr bieten zu müssen als fünf Euro für den Quadratmeter.

Laut Schlickenrieder liegen bereits Teile der bisherigen Trasse auf dem Grund des Landwirts, was aber laut Rathaus-Geschäftsleiter Tobias Riesch über das Gewohnheitsrecht abgedeckt ist. „Diese Straße wird seit einer Generation immer wieder verschoben“, sagte Eglseder, „wird Zeit, dass wir endlich eine Entscheidung treffen.“ (avh)

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