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Zwischenlösung: Nach Beschwerden von Bürgern, Gemeinde und Kreisverband wurden die FW-Wahlplakate umgelegt. Demnächst sollen sie verschwinden.

Jetzt liegen sie immerhin nur noch

Acht Wochen nach der Wahl: FW-Plakate sorgen in Weyarn für Missmut

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Der Landtagswahlkampf ist längst rum, in Weyarn werben die Freien Wähler auf zwei großformatigen Plakaten aber noch immer für sich. Nicht nur dem hiesigen Kreisverband stößt das sauer auf.

Weyarn – Acht Wochen ist die Landtagswahl her. Alle Ausschüsse sind besetzt, alle Ministerposten vergeben, das Treiben im Maximilianeum nimmt seinen gewohnten Lauf. Doch in Weyarn buhlen die Freien Wähler – neben den Grünen die großen Gewinner der Wahl – nach wie vor um Stimmen.

Auf einer Wiese gegenüber vom Sportplatz in Weyarn stehen zwei großflächige Wahlplakate. Sie werben für Hubert Aiwanger, Parteichef, Fraktionsvorsitzender und Wirtschaftsminister, sowie für Christine Degenhart. Die Architektin kandidierte im Wahlkreis Rosenheim-West für den Landtag, ging aber auch im benachbarten Landkreis Miesbach auf Stimmenjagd. Dass die Wahlwerbung in Weyarn nicht verschwunden ist, kommt weder beim hiesigen FWG-Kreisverband noch in der Gemeinde gut an.

„Da fühlt sich überhaupt niemand zuständig“, schimpft ein Weyarner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die FW-Plakate sind ihm seit Wochen ein Dorn im Auge, wie er sagt, deswegen hat er auch versucht, einen Verantwortlichen ausfindig zu machen. Allerdings ohne Erfolg. Er nimmt’s inzwischen mit Humor: „Wahrscheinlich muss ich beim Wirtschaftsminister höchstpersönlich anrufen, damit sie verschwinden.“

Tatsächlich rief er im Rathaus an. Und damit war er nicht der Einzige, wie Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) verrät: „Die Leute können das einfach nicht nachvollziehen, dass die Plakate noch stehen.“ Während des Wahlkampfs gebe es vonseiten der Gemeinde zwar durchaus eine Befreiung für derart große Plakate, diese Frist sei jedoch längst verstrichen. Er habe daher Kontakt zum FWG-Ortsverband gesucht, doch auch der winkt ab. „Die sind nicht in der Partei und somit nicht zuständig“, sagt Wöhr. Er wandte sich an den FW-Landesvorstand. Seit zwei Wochen warte er auf eine Antwort.

Selbst bei den Freien Wählern im Landkreis ist man verstimmt über die verbliebenen Wahlplakate. „Der Kreisverband distanziert sich in aller Form davon, das ist nicht in unserem Sinn“, betont FW-Landtagskandidatin Gisela Hölscher gegenüber unserer Redaktion. Sie ärgern die Plakate doppelt. Schließlich ging Degenhart, die im Landesvorstand der FW sitzt, in ihrem Revier auf Zweitstimmen-Jagd – ohne ihr Bescheid zu geben, moniert Hölscher: „Das finde ich unmöglich.“

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Einfach entfernen kann der Kreisverband die Aufsteller nicht. Sie stehen auf einem Privatgrundstück. Aufgebaut wurden sie offenbar von einer Werbeagentur, sagt Hölscher. Vor zwei Wochen habe sie Degenhart daher „böse angeschrieben“, mit der eindringlichen Bitte, die Plakate zu entfernen. „Wenn das nicht in der nächsten Woche passiert, lasse ich sie kostenpflichtig entfernen“, drohte Bürgermeister Wöhr.

Das Intervenieren des Bauhofs wird nicht nötig sein. Wie eine Sprecherin des Landesverbands gestern auf Anfrage mitteilte, werden die Plakate in den kommenden Tagen entfernt. „Sie wurden schlicht vergessen“, sagt die Sprecherin. Gestern wurden die Bauzäune, an denen die Plakate montiert sind, bereits umgelegt. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus.

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