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Im Speckgürtel der Landeshauptstadt: Der Alte Wirt in Weyarn könnte durch den großen Hotel-Anbau mehr von seiner Lage profitieren.

Alter Wirt in Weyarn

Gemeinderat ebnet Hotel-Anbau den Weg

Weyarn – Die baurechtlichen Weichen für einen Hotel-Anbau an den Alten Wirt in Weyarn sind gestellt. „Jetzt liegt es am Bauwerber“, sagt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU).

Für den Rathauschef haben die Erweiterungspläne für den Alten Wirt im Herzen Weyarns durchaus Charme. Denn die Gemeinde, davon ist der Bürgermeister überzeugt, hat einiges touristisches Potenzial, das sich Gastgeber besser erschließen könnten. „Wir nähern uns der Marke von 30 000 Übernachtungen pro Jahr“, sagt Wöhr, „für so eine kleine Gemeinde ist das viel.“ Zumal Weyarn bei Weitem nicht mit den Betten-Kapazitäten etwa im touristisch geprägten Tegernseer Tal mithalten kann.

Die Gemeinde punkte vor allem mit ihrer verkehrsgünstigen Lage, meint der Weyarner Bürgermeister: Wer hier übernachtet, ist in weniger als zwei Minuten auf der Autobahn in Richtung München. „Und wer in München von der einen Stadthälfte in die andere fahren will, braucht dafür schon mal länger als von Weyarn in den Münchner Süden.“ Es gebe also genug Potenzial, das gewerbliche Gastgeber in Weyarn ausschöpfen könnten, etwa auch das Publikum von Messen oder dem Oktoberfest. „Da kriegt man im Münchner Umland ja oft kein Zimmer mehr“, meint Wöhr, „die Luft ist dick genug.“ Außerdem könnte der Durchreiseverkehr dank Smartphone interessante Optionen bergen: „Die Leute schauen heute auf der Autobahn ins Handy und sehen gleich das Zimmer und den Preis.“ 

Das Projekt, das die Familie Graf als Besitzer auf dem Areal südlich des Alten Wirts und nördlich der neuen Bebauung der so genannten Graf-Wiese mit Wohn- und Geschäftshäusern angestoßen hat, könnte genau in dieses Fahrwasser passen. Geplant ist ein neuer, zweistöckiger Hoteltrakt in Ost-West-Ausrichtung mit einem Grundriss von 55 mal 16 Metern, der über einen Verbindungsbau (22 mal zehn Meter) in Nord-Süd-Ausrichtung an den Alten Wirt andockt. 

Die zusätzlichen Stellplätze, die bei der Erweiterung des Gasthofs nötig sind, sollen in einer Tiefgarage unterkommen. Und für diese wurde jüngst eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans „Ignaz-Günther-Straße II“ in die Wege geleitet, damit die Parkebenen bis zu zwei Etagen in den Untergrund reichen können und verlängert werden dürfen. Einer Verlegung in die natürliche Mulde südlich des Alten Wirts hatte das Landratsamt aus Naturschutzgründen wie berichtet nicht zugestimmt. 

Der Gemeinderat setzte seinerseits nun den Schlusspunkt hinter die Bauleitplanung für den Hotel-Anbau. Das Gremium arbeitete letzte Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange ab, die noch eingegangen waren. Das Landesamt für Denkmalschutz bestand auf seiner Forderung, in der Bebauungsplan-Änderung auch den Hinweis auf den Schutz und Erhalt von etwaigen Bodendenkmälern aufzunehmen, weil sich der Geltungsbereich nicht nur auf die geplante Baustelle für den Anbau beschränkt, sondern sich im Westen bis an die Grenze zum Klosterareal erstreckt. Der Gemeinderat nahm dies nun doch auf. 

Den Satzungsbeschluss fasste das Gremium einstimmig. Der Bebauungsplan in seiner aktuellen Fassung wird damit demnächst nach der Bekanntmachungsfrist rechtskräftig – und der Weg frei für einen Bauantrag zum Hotelbau.

Von Katrin Hager

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