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Ein Ort zum Wohlfühlen - zumindest für Fledermäuse. In Thalham (Gemeinde Weyarn) ist ein Hotel für die Flattermänner entstanden.

Schlafstätte für Fledermäuse

Neues Hotel in Thalham: Hier sind nachtaktive Gäste willkommen

Direkt an der Mangfall gibt es ein neues Hotel. Gedacht ist es für nachtaktive Gäste. Eine alte Netztrafo-Station der Münchner Stadtwerke in Thalham wurde zu einem Fledermaus-Hotel umfunktioniert.

ThalhamLandrat Wolfgang Rzehak (Grüne) hat das für den Naturschutz bedeutende Projekt nun zusammen mit Vertretern der Stadtwerke München (SWM) freigegeben. Die Tiere nehmen ihren neuen Schlafplatz bereits an: Erste Fledermäuse wurden in dem alten Haus schon gesichtet.

„Dieses Projekt zeigt doch: Stadt und Land sind keine Gegner“, sagte der Landrat, als er symbolisch das Schild mit den Informationen zum „Fledermaushotel Neumühle“ anschraubte. Rzehak erinnerte daran, dass die Stadtwerke die ökologische Landwirtschaft stark unterstützen würden. Auch darum sei der Landkreis Miesbach mit seinen 1066 landwirtschaftlichen Betrieben so stark vom Öko-Landbau geprägt. Rund ein Drittel der Höfe ist diesen Grundsätzen verpflichtet – der höchste Wert in ganz Bayern. Rzehak meinte, dass die Stadt München für hiesige Bauern noch stärker als Absatzmarkt genutzt werden könnte. Ein Weg dahin sei eine stärkere Direktvermarktung von Lebensmitteln und Produkten.

Symbolischer Akt: Landrat Wolfgang Rzehak (r.) und Helge-Uve Braun schraubten das neue Schild am Fledermaus-Hotel an.

Helge-Uve Braun, Geschäftsführer der SWM Infrastruktur GmbH, erklärte: „Die Einrichtung dieses Fledermaushotels ist für uns ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz. Die Stadtwerke sehen sich fest verwurzelt in der Region.“ Auch dies sei ein klares Signal: „Wir stehen zum Landkreis Miesbach.“ Braun wies darauf hin, dass die Stadtwerke bereits weitere konkrete Projekte vorbereiten würden, etwa im kulturellen Bereich.

Der Naturschutzreferent der Unteren Naturschutzbehörde, Florian Busl, wies auf den besonderen Wert des Gebäudes hin. Ehemalige Trafostationen sind meist Türme, die nach ihrer Nutzung abgebrochen werden. Doch diese Station habe einen richtigen Dachboden – das mache sie für Fledermäuse attraktiv, erklärte Busl. „Die naturnahen Wälder beherbergen viele Insekten. Außerdem liegt das Hotel direkt an der Mangfall, die ebenfalls Lebensraum vieler Insekten ist. Fledermäuse lieben Leitlinien, sie fliegen am Fluss entlang“, machte der Referent deutlich.

Lesen Sie hier einen Bericht aus Bad Wiessee: Josef Lederer setzt auf Fledermäuse und den Denkmalschutz

In Bayern gibt es laut Busl 20 Arten von Fledermäusen. Manche sind Spalten-Bewohner, etwa die Bart- oder Zwergfledermäuse. Doch viele Fledermausarten seien eigentlich Höhlenbewohner, ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet. In unseren Breitengraden seien Höhlen aber zu kalt. Die Fledermäuse seien hier nur deshalb heimisch geworden, weil sie Dachböden hätten nutzen können. „Dachböden sind nichts anderes als warme Höhlen“, sagte Busl. Damit sich der Dachboden der einstigen Trafostation angenehm erwärmt, wurde der hohe Kamin extra schwarz gestrichen. Auch passende Ein- und Ausflugöffnungen wurden geschaffen.

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Busl hofft, dass insbesondere die kleine Hufeisennase das Angebot annimmt. Diese Art war einst in ganz Bayern verbreitet. Doch Anfang der 70er-Jahre brach die Population stark ein. Vermutlich wegen des Einsatzes von chlorierten Kohlenwasserstoffen und DDT. Etwa seit Beginn der 90er-Jahre haben sich die Bestände wieder erholt. Momentan gibt es 13 nachwuchsproduzierende Quartiere in Südbayern. Und möglicherweise in einigen Jahren das vierzehnte im Fledermaushotel Neumühle.

mm

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