Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet

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Stinksauer: Nach Ansicht von Bernd Villwock machte das Landratsamt mit der Verlegung der sieben Asylbewerber von der Unterkunft am Erlacher Weg (Bild) nach Holzkirchen die Integrationsarbeit der Helfer zunichte.

Asylbewerber verlegt

Helfer beschwert sich über Landratsamt

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Weyarn - Die Vorwürfe, die Bernd Villwock vom AK Asyl formuliert, nachdem sieben Weyarner Asylbewerber nach Holzkirchen verlegt wurden, sind hart: Das Landratsamt zerstöre Integration, verschlampe Unterlagen, kümmere sich nicht um die Reinigung einer Unterkunft. Doch die Behörde wehrt sich.

Bernd Villwock vom Arbeitskreis Asyl ist sauer: „Mehrere Monate gelungener Integrationsarbeit der Flüchtlingshelfer in Weyarn werden mit der Entscheidung des Landratsamtes zunichte gemacht“, klagt er. Dabei habe alles so gut geklappt: Die Bewohner der beiden Fünfer-WGs am Erlacher Weg gingen zwei Mal wöchentlich zum Deutschunterricht, liehen sich Bücher aus der Gemeindebücherei aus, trainierten beim Fußballverein. Sie lernten das Müll-Trennen und sagten auf der Straße höflich „Grüß Gott!“. Das alles sei nun dahin. 

Der Hintergrund: Vor ein paar Tagen wurden sieben Asylbewerber, darunter sechs Somali und ein Tansanier, die seit Februar in der Gemeinschaftsunterkunft am Erlacher Weg in Weyarn lebten, in die Holzkirchner Traglufthalle verlegt. Villwock ist generell der Meinung, „dass das Landratsamt derzeit diverse Verlegungen von Asylbewerbern in die Traglufthalle in Holzkirchen anordnet, die schlecht oder gar nicht vorab kommuniziert werden“. In einzelnen Fällen würden auch „fundamentale Rechte der Flüchtlinge verletzt“, behauptet Villwock. Ein krasser Fall habe sich nun in Weyarn abgespielt. Er spricht von „Behörden-Willkür“ und „Sippen-Haft.“ 

Nach einer Messerstecherei Mitte Mai in Weyarn, bei der ein Somali (19) – der inzwischen in U-Haft sitzt – auf einen Landsmann (18) einstach (wir berichteten), seien auch „völlig unbeteiligte Asylbewerber“ umgesiedelt worden. „Obwohl sie zu keinem Zeitpunkt den geringsten Widerstand gegen die Entscheidungen leisteten, stehen während des Auszugs zwei Polizeibusse vor der Haustür, die den Abtransport wie eine Verhaftung erscheinen lassen“, sagt Villwock. 

Die Liste der Vorwürfe ist noch länger: Die medizinischen Unterlagen des Messerstecher-Opfers und eines Somali mit frisch operierter Schulter seien verschwunden gewesen. Villwock schimpft hier über die „Schlamperei der Behörden“. Auch die Räumlichkeiten im Erlacher Weg seien vor Neubezug nicht gereinigt gewesen. Helfer aus einer Herkunfts-Gemeinde der neu zugewiesenen Flüchtlinge weigerten sich daher, ihre Schützlinge zu bringen. 

Gerhard Brandl, stellvertretender Pressesprecher im Landratsamt, versucht die Wogen zu glätten: „Es ist richtig, dass sieben Bewohner nach Holzkirchen in die Traglufthalle verlegt wurden“, sagt er. Das habe das Landratsamt so entschieden. „Die Polizei war nur für alle Fälle dort“, betont Brandl. „Und hielt sich im Hintergrund.“ 

Der Grund für die Verlegung: „Die sieben auf so engem Raum, das war ungut.“ Es habe immer wieder Aggressivitäten gegeben; das Fass zum Überlaufen gebracht habe die Messerattacke. In Holzkirchen gebe es einen Security-Dienst. Außerdem wollte man laut dem Sprecher für Familien eine geeignete Unterkunft finden. In der einen Wohnung lebe nun eine alleinerziehende Mutter aus Syrien mit ihren fünf Kindern, die zuvor in Otterfing untergebracht war. In die andere Wohnung soll ein Syrer mit seinen drei Neffen beziehungsweise Nichten einziehen. „Damit die Kinder hier besseren Anschluss bekommen“, sagt Brandl. Diese Familie wohnte bislang in der Unterkunft in Valley. Dass medizinische Unterlagen verloren gingen, sei dem Landratsamt nicht bekannt. Davon abgesehen müssten die Asylbewerber eben „selber auf ihre Sache aufpassen“. 

Für die Reinigung der Wohnung seien die Bewohner, die bislang am Erlacher Weg lebten, zuständig, betont Brandl. Es gebe eine Hausordnung. „Vielleicht haben die das nicht so gemacht, wie man es sich vorstellt.“ Sauberkeit sei eben ein relativer Begriff, jeder nehme es anders mit dem Putzen. Die Alleinerziehende sei über ihre neue Bleibe froh. „Sie hat einfach selber geputzt.“ Dem Onkel, der in die zweite Wohnung soll, hätten die Hygieneverhältnisse auch nichts ausgemacht. „Die Beschwerde kam eher von den Helfern, nicht von den Bewohnern“, meint Brandl. 

„Die Helfer haben ihn deshalb noch nicht umziehen lassen.“ Daher müssen die Somali nun am Montag nach Weyarn kommen, um nochmal zu putzen. „Wir sind natürlich froh, dass es die Helferkreise gibt“, betont Brandl. „Manche sind aber ein wenig überaktiv.“

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