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Gezeichnet: Das Alter macht sich am Luitpold-Brunnen bemerkbar, inbesondere an der Inschrift auf der Rückseite.

Er soll erhalten werden

Aufruf wider den Verfall: Wer hat historische Fotos von diesem Brunnen?

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Der Arbeitskreis Marterl sucht nach historischen Aufnahmen vom Luitpold-Brunnen in Gotzing. Die Inschrift auf der Rückseite gibt Rätsel auf.

Gotzing – Sie sind die steinernen Zeugen vergangener Jahrhunderte, doch sie verfallen zusehends. Über 140 Marterl stehen im Landkreis Miesbach verteilt, darunter allein 40 in der Gemeinde Weyarn. Der örtliche Arbeitskreis Marterl erhält die Kleindenkmäler seit fast 20 Jahren. Die geschichtsinteressierten Ehrenamtlichen buddeln sie aus, restaurieren sie und erforschen sie. Ein Marterl bereitet ihnen nun aber Kopfzerbrechen.

Die Inschrift der Tafel auf der Rückseite des Luitpold-Brunnens nahe der Wirtschaft Gotzinger Trommel ist verrottet und fast nicht mehr lesbar. Im Jahr 2005 hat der AK die Inschrift zwar teilweise restauriert, indem er die Vertiefungen mit einem Grafitstift nachfuhr, doch heute sind sie nur noch schemenhaft erkennbar.

Josef Hatzl, Mitbegründer und Sprecher des Arbeitskreises, sucht nun nach Bildern und Aufzeichnungen, die die Errichtung des Brunnens dokumentieren oder ihn in voller Pracht zeigen. Zeichnungen, Karten, Pläne oder Zeitungsausschnitte, alles helfe, um das Aussehen des Brunnens zu rekonstruieren. „Je älter die Zeitdokumente sind, umso bedeutsamer sind sie für die Erforschung“, sagt Hatzl. „Vielleicht wurden bei Festen in der Gastwirtschaft Gotzinger Trommel Bilder gemacht, die den Brunnen zeigen, wenn auch nur im Hintergrund.“

So sieht der Brunnen heute aus.

Zu großen Teilen konnte der AK die Inschrift schon 2005 entziffern, der Rest fehlt allerdings – und fällt der Zeit immer mehr zum Opfer. Sie dürfte wie folgt lauten: „Luitpold-Linde, gepflanzt zur Feier des LXXX Geburtstags SKH des Prinzregenten, am XII. März MDCCCCI“. Sie verweist also auf den 80. Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit, am 12. März 1901. „Zu Ehren des Prinzregenten pflanzte man gerne Linden zu besonderen Jubiläen“, sagt Hatzl. Der Marterl-Experte geht davon aus, dass der Brunnen anlässlich der Pflanzung der Linde errichtet wurde.

Der Arbeitskreis Marterl bittet die Leser der Heimatzeitung um Unterstützung. Wer Aufnahmen des Luitpold--Brunnens in Gotzing besitzt, wird gebeten, sich bei Josef Hatzl zu melden unter 0 80 20 / 8 82 oder per Mail an Marterl@hatzl-online.de. Die Dokumente und Bilder verbleiben selbstverständlich bei den Leihgebern.

Lesen Sie auch: Kleine Gemeinde mit viel Geschichte: So kam es, dass Weyarn sieben Chronik-Bände hat

fp

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