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Weyarner soll Terrassentür eingeschlagen haben

Bruder gegen Bruder: Heftiger Streit landet vor Gericht

Sachbeschädigung mit fahrlässiger Körperverletzung – so lautete jetzt der Tatvorwurf bei einer Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht. Ein Erbstreit zwischen zwei Brüdern, die in Weyarn als Nachbarn leben, war offenbar eskaliert.

Weyarn Ein 52-jähriger Weyarner soll im Juni die Terrassentür seines 56-jährigen Bruders eingetreten haben. Ein Sachschaden von rund 500 Euro war im Strafbefehl angegeben. Zudem soll sich der Ältere an den Glassplittern verletzt haben.

Hinter dem Vorfall steckt eine längere Geschichte. Die Brüder sind seit drei Jahren verfeindet. Erbstreitigkeiten sollen der Grund für den Unfrieden sein, es geht um Geld der verstorbenen Mutter. Der eine ist der Meinung, das Geld gehöre ihm – doch das meint auch der andere.

Der Terrassentür-Vorfall brachte dem 52-Jährigen jetzt ein Strafverfahren ein, das nun in einer Verhandlung am Amtsgericht mündete. Ein Schuldeingeständnis gab es dabei aber nicht – im Gegenteil: Nicht er, sondern vielmehr sein Bruder selbst soll für das zu Bruch gegangene Glas in der Tür verantwortlich sein, sagte der 52-Jährige aus. „Ich hatte meinen Fuß in der Tür, die er mehrmals versucht hat zuzudreschen“, sagte der Angeklagte. Durch das heftige Zuschlagen soll das Glas schließlich gesprungen sein. So habe sich der 56-Jährige auch seine Schnittwunden an Händen und Oberschenkeln zugezogen. „Er hat sich sogar gefreut, dass die Tür kaputt ging“, sagte der 52-Jährige, „denn damit hatte er nun wieder mal was gegen mich in der Hand.“

Brüder schildern den Streit vor Gericht ganz unterschiedlich

Sein Bruder schilderte die Sache ganz anders. In seinem Briefkasten soll ein Schreiben gelegen haben, in dem es darum ging, dass der 52-Jährige „Grundstücke und Autos von mir haben wollte“, äußerte sich der 56-Jährige vor Gericht. Den Brief habe er zerrissen und seinem Bruder, der nur wenige Meter entfernt von ihm lebt, vor dessen Stall geworfen.

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Es dauerte offenbar nicht lange, bis der 52-Jährige auf dem Anwesen des Bruders auftauchte. „Erst hat er wutentbrannt gegen unser Küchenfenster, dann gegen unsere Terrassentür geschlagen“, erinnerte sich der Ältere. Auch seinen Fuß soll der Jüngere eingesetzt haben, „mit dem er dann gegen die Terrassentür trat“. Das Glas zerbrach, die Splitter verteilten sich im Haus, der 56-Jährige verletzte sich. Der Sachschaden soll sich aber nicht auf 500, sondern lediglich auf 270 Euro belaufen haben.

Richter Walter Leitner stellte fest, „dass die Feindschaft zwischen Ihnen beiden wunderbar blüht“. Um die Streitigkeiten unter den Brüdern nicht noch zu verschlimmern, schlug der Amtsrichter vor, das Strafverfahren einzustellen, wenn der 52-Jährige seinem Bruder die 270 Euro überweist.

Der Angeklagte war mit diesem Vorgehen einverstanden und hatte den Betrag sogar bar dabei. Er übergab seinem Bruder das Geld, was zur Einstellung des Verfahrens führte.

Offen bleibt, ob damit auch ein Schritt in Richtung Familienfrieden getan wurde.

hph

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