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Zwischen Skaterplatz und Beachvolleyballplätzen wird der Container aufgestellt. Als Fundament dienen vier Betonplatten.

Container statt Aussichtsberg

Dank THW-Spende: Weyarns Jugendliche haben einen neuen Treff

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Das THW hat einen alten Container gespendet. Wo der Aufenthaltsraum für Jugendliche nun aufgestellt wird, darauf hat sich der Gemeinderat geeinigt. Nur die Dixi-Klo-Frage wurde vertagt.

Weyarn – Den Aussichtsberg in Weyarn haben Jugendliche zuletzt vermehrt für spätabendliche Treffen auserkoren. Eine Entwicklung, die mancher Anwohner mit Sorge verfolgt hat. Einzelne Beschwerden über Lärm und Müll trudelten im Rathaus ein, der Gemeinderat reagierte. Ein Bauwagen, so der Plan, sollte als Aufenthalts-Alternative für die Jugend besorgt werden. Es kam noch besser: Das Technische Hilfswerk Miesbach (THW) überlässt den Weyarnern seinen ausgemusterten Jugendcontainer.

Eingefädelt hatte die Spende Sebastian Mayer, Fraktionsvorsitzender der Gruppierung Wir in der Gemeinde Weyarn (WiGW). Er ist gleichzeitig stellvertretender THW-Ortsbeauftragter in Miesbach. „Der Container steht seit zwei Jahren nur rum“, sagte Mayer in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Wir sind froh, wenn wir ihn weiter haben, und hier wird er sinnvoll genutzt.“

Um die Ausstattung müssen sich die Jugendlichen auch keine Gedanken machen. Tische, Stühle und Bänke übernehmen sie mit dem Container. Der steht derzeit noch auf dem THW-Gelände in der Kreisstadt, wo ihn die neuen, jungen Eigentümer mit dem Hochdruckreiniger erst noch säubern wollen, wie Mayer verriet. Das THW transportiere den Container dann sogar nach Weyarn, wo er an der Mehrzweckhalle, zwischen Skaterpark und Beachvolleyball-Plätzen, aufgestellt werden soll.

Auf den Standort verständigte sich der Gemeinderat einstimmig. „Lärmtechnisch ist es da deutlich einfacher“, warb Betty Mehrer (SPD) bereits in der vorigen Sitzung. Ein Bauantrag oder ähnliches war nicht nötig. Das Landratsamt, erläuterte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU), habe den Standort als „absolut untergeordnete Fläche“ eingestuft. Somit spart sich die Gemeinde neben den kolportierten 2000 Euro für die Anschaffung des Bauwagens auch etwaige Planungskosten.

Geld, das unter Umständen in Dixi-Klos gesteckt wird. Bis circa 23 Uhr, sagte Wöhr, können die Jugendlichen die Toiletten in der Mehrzweckhalle nutzen. Damit danach nicht in den Gebüschen neben dem Container wildgebieselt wird, wären die portablen WCs „keine schlechte Idee“, fand Mehrer, „dann haben wir weniger Probleme.“ Sie plädierte jedoch dafür, erst einmal abzuwarten, ob die Anschaffung nötig sei: „Dann reden wir nochmal.“

Einen Vertrauensvorschuss räumt die Gemeinde den Jugendlichen auch in Sachen Alkohol ein. Zwar erinnert Wöhr an „klare gesetzliche Vorgaben“, er glaube aber eh nicht, „dass es ein Container für Saufgelage wird“. Dennoch wolle er sich mit Julian Dürr, dem Leiter des Arbeitskreises Jugend, der sich um den neuen Aufenthaltsraum kümmert, unterhalten, „ob sie sich nicht selber ein Reglement auferlegen wollen“.

Wie bei der Gestaltung des Containers wirbt der Bürgermeister aber auch hier dafür: „Lassen wir di¦e Jugendlichen doch einfach erstmal machen.“

fp

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